Tschüß Wedel - g'day Australia!

Gregor und Vera Karpeljuk wandern aus - nächster Lebensabschnitt auf dem fünften Kontinent

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Gregor und Vera Karpeljuk sind bester Stimmung - denn sie wandern nach Australien aus. Foto: Frenzel
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Gregor und Vera Karpeljuk sind bester Stimmung - denn sie wandern nach Australien aus. Foto: Frenzel
Das neue Heim: Ein Haus in der Sonne von  Busselton.Foto:pr
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Das neue Heim: ein Haus in der Sonne von Busselton. Foto:pr
Bestens vorbereitet: Der fahrende Schlaf-Untersatz für Touren durch die neue Welt ist schon vorhanden.
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Bestens vorbereitet: Der fahrende Schlaf-Untersatz für Touren durch die neue Welt ist schon vorhanden.

Man kann nicht verhindern, dass man alt wird. Aber man kann verhindern, dass es dabei regnet. Das ist einer der Gründe, weshalb sich Vera und Gregor Karpeljuk auf zu neuen Ufern machen. Fast sieben Jahrzehnte haben die beiden Wedel als ihren Lebensmittelpunkt gehabt - jetzt kehren sie der Stadt und Deutschland den Rücken. Anfang Februar geht der Flieger ans andere Ende der Welt.

Der Hauptgrund ist, dass ihre Tochter Lara mit Familie schon dort lebt. "Wir freuen uns sehr darauf, viel mehr Zeit mit ihr, ihrem Mann Tony und natürlich den Enkeln Rory und Emma zu verbringen", sagen Gregor und Vera Karpeljuk. Das Haus an der Wiedetwiete ist verkauft, ein neues Heim in Busselton 250 Kilometer südlich von Perth erworben. Gregor Karpeljuk schickte einen Video-Link mit Eindrücken aus seiner neuen Heimat-Region, wer mehr erfahren will, klickt hier.

Um dieses Ziel zu erreichen, haben die beiden einiges auf sich nehmen müssen, denn Australien stellt hohe Anforderungen. Es reichte nicht aus, dass sie seit 2005 mit einem großen Trip an die Südküste und ins "rote Zentrum"  immer wieder lange Urlaube dort verlebten, in denen sie sich bei Touren mit dem Wohnmobil von Land und Leuten faszinieren ließen. Um ein "Permanent Residents"- Visum zu erhalten, mussten sie ausführliche Lebensläufe vorlegen, jede Arbeitsstelle benennen, ein blitzsauberes polizeiliches Führungszeugnis vorweisen. Ein intensiver Gesundheitscheck war notwendig, der in Deutschland nur von zwei Ärzten in Berlin und Frankfurt durchgeführt wird - nur wenn einer von ihnen sein Okay gibt, besteht eine Chance. Darüber hinaus ist ein hoher fünfstelliger Betrag zu zahlen, um das Niederlassungsrecht zu erhalten und die Erlaubnis, das Gesundheitssystem zu nutzen, wenn es notwendig wird.

Alles ist geschafft. Und in den Urlauben wurden schon intensiv Kontakte geknüpft. Die beiden haben sich einer Fahrrad-Gruppe angeschlossen, die regelmäßig Touren veranstaltet und dort neue Freundinnen und Freunde gefunden. Und Gregor Karpeljuk weiß, dass Feuerwehrleute überall auf der Welt zusammenhalten und ganz schnell einen Draht miteinander finden. 53 Jahre lang hatte er sich ehrenamtlich in der Freiwilligen Feuerwehr Wedel engagiert und in vielen dramatischen Einsätzen wie den Hochwasser-Katastrophen oder bei Großbränden seine Zeit geopfert und seine Gesundheit riskiert. "Ich freue mich darauf, mich mit den Kameradinnen und Kameraden in Australien auszutauschen", sagt er. Die Wedeler Wehr hat dem Oberlöschmeister a.D. mit einem fulminanten Auto-Korso einen bewegenden Abschied bereitet.

Wedel und der Bundesrepublik weinen die beiden dabei nicht viele Tränen nach. Natürlich werden sie ihre Freunde vermissen. Aber mutig bekennen sie, dass ihnen die allgemeine Entwicklung nicht gefällt, die dieses Land genommen hat. "Wie Politik und Behörden hier mit den Herausforderungen der Zeit umgehen, welche Prioritäten gesetzt werden, ist oft nur noch schwer nachzuvollziehen", sagt Gregor Karpeljuk und nennt mit dem "desolaten Management von Corona und dem Ahrtal-Hochwasser" ganz konkrete Beispiele. Seine Frau ergänzt: "Mir ist es hier ganz allgemein auf vielen Gebieten zu eng geworden."

Jetzt können sie die Weite des fünften Kontinents genießen (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 22.1.2022)

 

 

 

Letzte Änderung: 22.01.2022

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