Unruheständler Ebeling unterstützt Dorfentwicklung in Ost-Uganda

Wedeler betätigt sich als Seniorexperte für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit

in Leben in Wedel, Top-News

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Rosie in Uganda konnte dank der Spenden und Hilfe des Vereins"Amuka" aufgepäppelt werden. Foto: Antje Balack
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Martin Ebeling und Antje Balack engagieren sich schon seit Jahren in Ost-Afrika. Hier sammeln sie Spenden bei einer…
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Heilpflanzen, wie zum Beispiel Moringa Olifeira und Artemisia Annua Anamed, werden in Uganda angebaut. Fotos: Martin Ebeling
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Dank der Spenden lernen Kinder in Lynx in Simbabwe und haben so eine Chance in der Zukunft.
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Grundlage des Lebens: An einem neu gebauten Brunnen können die Dorfbewohner sich mit Wasser versorgen.

Unter Dürren, Seuchen und kriegerischen Auseinandersetzungen leiden viele Menschen weltweit, vor allem auch in Afrika. Am schlimmsten trifft es die Kleinsten. Viele Babys sterben, laut UNICEF, vor ihrem ersten Geburtstag. Es geht an jedem Tag ums Überleben. Engagierte Helfer versuchen den Menschen beizustehen und ihnen eine Lebensperspektive zu geben. Sie spenden Geld und Kleidung und andere nützliche Dinge. Sie geben Know-How kostenlos weiter und versuchen vor Ort Infrastrukturen aufzubauen. Es werden Brunnen, Krankenhäuser und Schulen gebaut, ganze Dörfer errichtet. Aber vor Allem wird unterrichtet und Hilfe zur Selbsthilfe angeboten.

Einer von diesen Entwicklungshelfern ist Martin Ebeling. Der gelernte Betriebswirt ist mittlerweile einer von vielen deutschen Seniorexperten für das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Beruflich und privat hat er die Welt kennen und viele Länder schätzen gelernt. Der Diplom-Kaufmann arbeitete nach dem Studium für ein Hamburger Maschinenbauunternehmen und lebte sechs Jahre in Brasilien. Dort kamen auch seine beiden Kinder zur Welt.

Dann war der gebürtige Stader für ein Textilunternehmen in Portugal und Griechenland tätig. 1985 kehrte er wieder in den Norden zurück, ließ sich mit seiner Familie in Wedel nieder. Er wurde Geschäftsführer in einem gegenwärtig finnischen Unternehmen für Schiffsausrüstungen mit Sitz in Uetersen. In seinen letzten Berufsjahren von 1998 bis 2012 war er im Vorstand und Vorstandsvorsitzender der Graphit Kropfmühl AG, später AMG Mining AG, die eine Betriebsstätte in der Rolandstadt hat. Im Zuge dieser Tätigkeit reiste Martin Ebeling häufig vor allem nach China, Sri Lanka, nach Simbabwe und Mosambik. Dort gibt es überall Graphitlagerstätten.

Bei seinem beruflichen Einsatz für das Unternehmen hat er dabei immer den Blick für die Menschen vor Ort gehabt: "Es ist gleich, wo man ist, es ist wichtig sich sozial zu engagieren. Als Unternehmer muss man dafür sorgen, dass es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ihren Familien gut geht. Es ist nicht nur ein soziales Gebot, sondern verbindet sie zudem mit dem Unternehmen. So habe ich neben dem langjährigen sozialen Engagement der Graphit Kropfmühl AG zum Beispiel zur Unterstützung noch den Verein "Lynx-Zimbabwehilfe" gegründet. Wir haben bei unserer Lagerstätte ein Dorf aufgebaut mit festen Häusern, einer Wasser- und Energieversorgung, Schulen mit Lehrerhäusern, einem Sportverein und mit einer Krankenstation. Jede Familie hat ein kleines Grundstück zum Anbau von Nahrungsmitteln bekommen und es gibt unter anderem eine zentrale Maismühle", erklärt Martin Ebeling. Bei aller Unterstützung für die Hilfesuchenden ist es dem 71-jährigen Unruheständler wichtig, die Selbstständigkeit der Menschen zu fördern, "Hilfe zur Selbsthilfe" zu leisten.

Bei seinem aktuellen Engagement für "AMUKA" in Bunamukhea in Ost-Uganda steht er dem christlichen Verein mit seinem Rat und finanzieller Unterstützung zur Seite. "AMUKA" heißt übersetzt "Wach Auf". Die Vision von Antje und Orge Balack aus Wedel, den Gründern des gemeinnützigen Vereins ist es, durch
"Bildung die aufwachsenden Kinder zu reflektierenden und kreativen Menschen zu erziehen, um so den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen".

Seit 2008 organisiert die Familie Balack gemeinsam mit engagierten Menschen vor Ort die Entwicklung des Dorfes. Schwerpunkte sind unter anderem die Ausbildung in Mikro-Landwirtschaft(Heilpfanzen), in natürlicher Medizin und die Hilfe für gefährdete Kinder zum Beispiel durch Patenschaften.

Mittlerweile ist die Dorfgemeinschaft aktiv eingebunden. Sie hilft bei den Projekten mit. Es gibt ein Dorfgemeinschaftshaus und Heilpflanzen, wie zum Beispiel die Artemisia Annua Anamed, die als Mittel zur Malariaprofilaxe genutzt wird oder die Moringa, die als Nahrungsergänzungsmittel dient, werden angebaut.
Das allerneueste Projekt heißt: Nursery School.

Es soll ein Kindergarten mit einer Vorschule errichtet werden, in dem sich die Kinder geborgen entwickeln können und auf die Schule vorbereitet werden. Dies ist der erste Baustein zur Selbstständigkeit.
Befragt nach einem Patentrezept für seine erfolgreiche Tätigkeit der direkten Entwicklungshilfe in Afrika, gibt Martin Ebeling eine einfache Antwort: "Ich habe keine Berührungsängste, esse auch aus der gleichen Schüssel. Ich gehe demütig und voller Respekt auf die fremden Kulturen zu, bin neugierig und lerne dabei selbst viel".
Bescheiden lehnte er in der Vergangenheit so manche Ehrung für seine soziale Tätigkeit ab. So sollte ein Bergbaustollen in Sri Lanka seinen Namen bekommen und mit einer Tafel versehen werden. Dies lehnte er ab und entschied, dass das Geld lieber für die Ausbildung der Kinder vor Ort verwendet werden sollte.
Voller Tatendrang arbeitet der Pensionär weiter. Neben seiner Unternehmer- und Beratungstätigkeit und dem Schreiben satirischer Bücher sammelt er auch Spenden durch den Verkauf von afrikanischen Steinskulpturen und Bildern und hofft, dass viele Wedeler ihn auch in der Zukunft bei seinen Projekten unterstützen werden.
(Wolf-Robert Danehl, kommunikateam, 13.1.18)

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