Wedeler Waldkapelle übergeben

Besonderer Ort zum Abschiednehmen auf dem Waldfriedhof wird am 20. November mit einem Gottesdienst eingeweiht

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Schlüsselübergabe: Gerald Kappelmann und Kolja Harms (von links, beide Planungsbüro accollage), Gisela Sinz (Fachbereichsleiterin „Bauen und Umwelt“), Friedhofsleiter, Karsten Hoffmann, Fatima Goncalvez (Fachbereich „Bauen und Umwelt“), Werner Ballendat vom Kirchenvorstand und Pastorin Susanne Huchzermeier-Bock. Foto: Stadt Wedel/Kamin
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Schlüsselübergabe: Gerald Kappelmann und Kolja Harms (von links, beide Planungsbüro accollage), Gisela Sinz (Fachbereichsleiterin „Bauen und Umwelt“), Friedhofsleiter, Karsten Hoffmann, Fatima Goncalvez (Fachbereich „Bauen und Umwelt“), Werner Ballendat vom Kirchenvorstand und Pastorin…
Durch das unbehandelte Tannenholz ist der Aussegnungsraum der neuen Waldkapelle deutlich heller als beim Vorgängerbau. Foto: Stadt Wedel/Kamin
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Durch das unbehandelte Tannenholz ist der Aussegnungsraum der neuen Waldkapelle deutlich heller als beim Vorgängerbau. Foto: Stadt Wedel/Kamin
Ein kleiner Raum neben dem Eingang steht zur Vorbereitung der Trauerfeiern zur Verfügung. Foto: Stadt Wedel/Kamin
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Ein kleiner Raum neben dem Eingang steht zur Vorbereitung der Trauerfeiern zur Verfügung. Foto: Stadt Wedel/Kamin
Die äußere Form des Vorgängerbaus wurde bei der Rekonstruktion der Waldkapelle wieder aufgenommen. Foto: Stadt Wedel/Kamin
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Die äußere Form des Vorgängerbaus wurde bei der Rekonstruktion der Waldkapelle wieder aufgenommen. Foto: Stadt Wedel/Kamin
Auch eine vollwertige Pfeifenorgel konnte in die neue Waldkapelle integriert werden. Foto: Stadt Wedel/Kamin
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Auch eine vollwertige Pfeifenorgel konnte in die neue Waldkapelle integriert werden. Foto: Stadt Wedel/Kamin

Die Stadt Wedel hat große Anstrengungen unternommen, um Wedelerinnen und Wedelern weiterhin einen besonderen, weil naturnahen Ort zum Abschied von ihren Verstorbenen zu bieten. Nach halbjährlicher Bauzeit, immer wieder unterbrochen durch die Auswirkungen der Coronapandemie, übergab die Stadt Wedel nun die neue Waldkapelle am Waldfriedhof an die Kirchengemeinde Wedel. Bei einer kleinen Zeremonie überreichte Gisela Sinz, Leiterin des Fachbereiches 2 „Bauen und Umwelt“ den symbolischen Schlüssel an Pastorin Susanne Huchzermeier-Bock und den Friedhofsleiter Karsten Hoffmann. Der neue Bau, der etwa 400.000 Euro gekostet hat, ersetzt in Wiederaufnahme der außergewöhnlichen Architektur die erste Waldkapelle. Zusätzlich zur offiziellen Übergabe soll die neue Waldkapelle mit einem Gottesdienst der Kirchengemeinde Wedel eingeweiht werden. Dieser ist für Sonnabend, 20. November, um 15 Uhr, geplant – also für den Vortag des Ewigkeitssonntags, der traditionell für Trauernde einen besonderen Stellenwert im Kirchenjahr hat.

Die 1981 nach den damaligen Überlegungen für einen Zeitraum von fünf Jahren als Provisorium errichtete erste Waldkapelle musste 2017 wegen Baufälligkeit geschlossen werden. Vor allem die gläserne Rückfront, die den Blick auf das große hölzerne Kreuz und den Wald selbst öffnete, war jedoch von vielen Menschen als Naturerfahrung in Momenten der Trauer und des Abschiedes als besonders trostspendend empfunden worden, weshalb die Schließung der alten Waldkapelle auch emotional eine Leerstelle hinterließ. Die neue Waldkapelle nimmt als Rekonstruktion des Erstbaus mit einer noch helleren Gestaltung des Innenraumes und einer ebenfalls gläsernen Rückfront diese zentrale Element der Öffnung in die Natur wieder auf. Durch das Vorversetzen der Frontseite stehen nun 20 Quadratmeter mehr Fläche innerhalb der Waldkapelle zur Verfügung.

Nicht zuletzt wegen der nicht unerheblichen Kosten, bei einer gleichzeitig funktionstüchtigen Hauptfriedhofskapelle auf dem Friedhof am Breiten Weg, hatten Politik und Verwaltung sich Zeit für intensive Diskussionen genommen, an deren Ende das Votum für eine Rekonstruktion und damit eine Wiederbelebung dieses besonderen Ortes gestanden hatte.  

Das Planungsbüro acollage, das die Rekonstruktion entworfen hat, beschreibt die neue Waldkapelle wie folgt: „Die Figur der Kapelle auf dem Waldfriedhof bei Wedel ergibt sich aus dem Raum, der sich aus zwei sich gegenüberliegenden gleichschenkligen Dreiecken mit unterschiedlichen Seitenlängen entwickelt. Daraus folgt eine konoide Form, die sich den Besuchenden von der Eingangsseite her geschlossen zeigt und sich nach Betreten im Innern durch eine raumhohe Verglasung zur gegenüberliegenden Seite mit Blick auf das Kreuz hin öffnet. Bei der Auswahl der Materialien wurde die Reduktion fortgesetzt: Als Dachoberfläche wurde eine rautenförmige anthrazitfarbene Metalleindeckung gewählt, das innenseitige Dach- und Wandmaterial besteht aus Holzmehrschichtplatten, welche innen in heller Tanne Verwendung finden.“

Zugunsten von mehr Breite für die beiden Räume links und rechts der Eingangstür, die zur Lagerung von Material und zur Vorbereitung auf die Trauergottesdienste dienen, wurde die Eingangstür im Vergleich zum Vorgängerbau leicht verringert. Die Abläufe beim Hinausgeleiten von Särgen bei Trauerfeiern wurden deswegen angepasst, künftig werden die Särge nicht mehr von Sargträgern hinausgetragen, sondern, wie es auch im Vorgängerbau schon bei besonders breiten Särgen üblich war, mit einem modernen Bahrwagen ruhig und würdig hinausgefahren. Bei Urnenbestattungen, die zahlenmäßig inzwischen den weitaus größten Teil der Trauerfeiern ausmachen, spielt die Türbreite für den Ablauf ohnehin keine Rolle. (Stadt Wedel/Kamin/4.11.2021)

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