Wedels älteste Bürgerin verstorben

Edeltraud Hauck ist mit 107 Jahren friedlich eingeschlafen.

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Ein erfülltes Leben ist zuende: Edeltraut Hauck war die älteste
Ein erfülltes Leben ist zuende: Edeltraut Hauck war die älteste, Ein erfülltes Leben ist zuende: Edeltraut Hauck war die…

In der Kursana Residenz Wedel, in der Edeltraud Hauck seit 17 Jahren lebte, war sie eine Institution: Durch ihre kommunikative, zugewandte Art hatte sie zu vielen der  knapp 150 Mitbewohnern Kontakt, kannte jeden mit Namen und nahm sich immer Zeit für ein freundliches Wort. Heute Nacht ist Wedels älteste Bürgerin mit 107 Jahren in der Senioreneinrichtung friedlich eingeschlafen. Edeltraud Hauck war ein großer Familienmensch, zu jedem Geburtstag kamen Kinder, Enkel und Urenkel aus verschiedenen Ländern angereist. So war es ein Geschenk, dass in den letzten Tagen nicht nur Tochter Christa Hess an ihrer Seite war. Auch der Sohn kam rechtzeitig von Korsika angereist, um von seiner Mutter Abschied zu nehmen.

Edeltraud Hauck war eine moderne Frau, die 1961, mit 50 Jahren, in eine beispielhafte Karriere startete: Die dreifache Mutter begann zu einer Zeit, als die Ehemänner noch der Berufstätigkeit ihrer Frau zustimmen mussten, als Interviewerin in der Marktforschung zu arbeiten. Zwei Jahre später war sie schon die Leiterin der Abteilung und koordinierte die Einsätze von fünfzig Kolleginnen in ganz Deutschland. „Die Kinder waren aus dem Haus, mir fiel die Decke auf den Kopf“, sagte die alte Dame, die nach dem Krieg mit der Familie in Kaiserslautern sesshaft geworden war, in einem Interview. Ihr Mann, Diplom-Landwirt und Kaufmann, hat dort die Molkerei-Zentrale aufgebaut. „Da fiel mir per Zufall eine Anzeige des Unternehmens Nestlé in die Hände, das Interviewerinnen für den Einsatz in ganz Deutschland suchte. Das sprach mich an, ich wollte gern herumkommen und gestalten.“

Fortan pendelte sie zwischen dem Haus in Kaiserslautern und einer kleinen Wohnung in Frankfurt und führte über einige Jahre zwei Haushalte. Später zog der Ehemann zu ihr nach Frankfurt. Und als Edeltraud Hauck 1971 pensioniert wurde, folgte er ihr nach Baden-Baden, das sie während ihrer Reisen als Altersruhesitz ausgesucht hatte. „Hier war es ruhig und friedlich, und ich bin viel im Schwarzwald wandern gewesen – das waren meine besten Jahre“, schwärmte Edeltraud Hauck, die 1977 Witwe wurde. Sie fühlte sich in ihrem großen Freundeskreis geborgen und begleitete ihre Kinder auf Urlaubsreisen nach Irland, Kreta, Marokko, Mexiko oder in den Libanon.

In der Residenz lebte sich Edeltraud Hauck schnell ein und nahm lange Jahre rege an Mal- und Singkreisen, an Gedächtnisübungen und vielen Kulturveranstaltungen teil. Anfang 2018 zog sie vom Appartement in den stationären Pflegewohnbereich der Senioreneinrichtung um. „Dank ihrer Selbstdisziplin, ihres enormen Durchhaltevermögens, ihres Glaubens und ihres Humors verstand es meine Mutter auch im hohen Alter, aus jeder Situation das Beste zu machen. Sie war ein echtes Stehaufmännchen“, sagt Christa Hess. „Sie konnte in den letzten Jahren zwar kaum noch hören, aber sie wollte immer noch wissen, was in der Welt vor sich geht und was ich so erlebe.“

„Wir verneigen uns in großer Achtung vor Edeltraud Hauck, die das familiäre Miteinander in unserem Haus stark geprägt hat“, sagen die ehemalige Direktorin Anne Schnieber und die aktuelle Direktorin Petra Tiedemann. „Sie war eine starke Persönlichkeit mit einer klaren Haltung. Uns persönlich hat besonders beeindruckt, mit wie viel Würde und Gelassenheit sie die Schwächen des Alters angenommen hat.“ (Martina Petersen/kommunikateam GmbH, 23.8.2019)

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