Wippen zwischen Kippen?

Einige umweltbewusste Kinder haben den Spielplatz in ihrer Nähe genau unter die Lupe genommen

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13 Kinder, drei davon gepixelt, posieren mit Gartengeräten zum Müllsammeln.
Sie haben den Spielplatz zwischen Pulverstraße und Elbhochufer ein wenig schöner gemacht. Foto: Michael Koehn

Gut zu wissen: Eine einzige Zigarette enthält laut Weltgesundheits-Organisation (WHO) bis zu 7000 verschiedene Chemikalien, wovon viele giftig für die Umwelt und mindestens 50 krebserregend sind. Aus einem Stummel können – beispielsweise durch Regen – knapp zwei Milligramm Nikotin in Böden und Gewässer gespült werden. Der Zerfall einer Zigarettenstummel dauert etwa 15 Jahre (im Süßwasser), die Zerfallsprodukte von fabrikneuen Filtern reduzieren zudem die Keimfähigkeit und das Wachstum von Gras und Klee.

Um so entsetzter waren die Jungen und Mädchen der Klasse 4c, das war bis zu den Ferien die Giraffenklasse der Albert-Schweitzer-Schule (ASS), dass sie bei ihrem Besuch auf dem Spielplatz zwischen Pulverstraße und Elbhochufer zahlreiche Kippen entdeckten. Intensiv hatten sich die Kinder im Unterricht mit dem Themen Umwelt, Abfall und Klima beschäftigt. So hatten sie beispielsweise eine Müllverbrennungsanlage besichtigt.

Und nun wollten sie sehen, wie es in der direkten Umgebung um die Sauberkeit bestellt ist. Ausgerüstet mit einer Strichlichte, Müllsäcken und Greifern ging es zum Spielplatz. Als Erstes fiel auf, dass die Wiese nicht gemäht worden war, außer einem Streifen am Wanderweg: „Das ist gut für die Schmetterlinge und Bienen“, kommentierte Lillian.

Auf dem Spielplatz selbst zeigte sich ein nicht so schönes Bild. Obwohl es dort mehrere Mülleimer gibt, die regelmäßig vom Bauhof geleert werden, fand sich viel Abfall auf den Spielflächen. Allerdings kein kindlicher Müll! Anstatt Eisverpackungen, Gummibärchen-Tüten oder ähnlichem fanden die Kinder 14 Kronkorken sowie mehrere Scherben von Bierflaschen, Zigarettenschachteln - und mehr als 80 Kippen!

„Da ist ganz viel Gift drin und die gehen erst in 1.000 Jahren kaputt“ sagte Anvar entsetzt, „warum tun die Erwachsenen die nicht in den Mülleimer?“ Auch, wenn die Kippen keine 1000 Jahre brauchen, ist das eine wirklich sehr gute Frage. Nach dem Aufräumen war noch genügend Zeit, die tollen, individuellen Spielgeräte zu nutzen. (Michael Koehn/Michael Rahn, kommunikateam)

Letzte Änderung: 26.07.2022

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