Zwei Jahrzehnte Engagement für den Klimaschutz

Der Klimaschutzfonds Wedel e.V.feierte 20-jähriges Bestehen in der Bibliothek der Gebrüder-Humboldt-Schule.

in Leben in Wedel, Top-News

1/3
Referent Dr. Philipp Krüger von hySOLUTIONS (v.links), Wedels stellvertretende Stadtpräsidentin Jutta Kross,…
2/3
Drei Männer der ersten Stunde wurden vom Vorsitzenden Michael Koehn (zweiter von rechts) geehrt: Hellmut Metz (v.links),…
3/3
Über den Dächern von Wedel: die vom Klimaschutzfonds initiiterte PV-Anlage auf dem Rathausdach.

Unter dem Motto "Global denken, lokal handeln" hatten sich 1996 14 Wedeler Bürger dazu entschlossen, für den Umweltschutz zu kämpfen. Angesichts von weltweiten Naturkatastrophen und der Erkenntnis, dass der globale Temperaturanstieg und die spürbaren Klimaveränderungen auch in Norddeutschland zu spüren sein wird, wollten engagierte Ehrenamtler nicht länger passiv zuschauen.

Sie gründeten den Klimaschutzfonds Wedel e.V, um in der Region "Verhaltensweisen zu fördern, die für den Klimaschutz wirksam sind", wie es in der Satzung des Vereins heißt. Da als Hauptursache der Erwärmung der Erdatmosphäre die Nutzung von fossilen Brennstoffen, wie Kohle, Erdöl und Erdgas ausgemacht wurden, galt es zunächst Bürger zu informieren und die Akzeptanz in der Bevölkerung von klimaschützenden Maßnahmen zu steigern.

Es wurden Ausstellungen und Vorträge zu erneuerbaren Energien und deren Nutzung in der Rolandstadt durchgeführt und schon 1998 gelang dann dem Verein die aufsehenerregende Errichtung und Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage zur Stomerzeugung auf dem Dach des Rathauses, die mittlerweile 2000 und 2012 noch einmal erweitert wurde. Es folgte die Realisierung einer Wedeler Bürger-Solaranlage auf dem Dach der Steinberghalle. 

Zusätzlich stellt der Verein Materialien und Literatur zum Thema Klimaschutz den Schulen, der Stadtbücherei und dem Stadtmuseum zur Verfügung, unterstützt die Wedeler Schulen bei einer zweitägigen Ausbildung von sogenannten Energieexperten und der Fonds schuf den "Jan-Palm"-Förderpreis für junge Klimaschützer-innen. 2008 konnte der Verein dann "die Wedeler Energietage" in der Rolandstadt initiieren, veranstalten und dann in der Region als feste jährliche Veranstaltung etablieren.

Angesichts dieser Erfolge dankte der aktuelle Vorsitzender Michael Koehn in seiner Begrüßungsrede zunächst den engagierten Mitgliedern, besonders den anwesenden Gründungsmitliedern und den Unterstützern, hierbei vor allem den Stadtwerken Wedel, deren Geschäftsführer Adam Krüppel anwesend war und der Stadt Wedel, die durch die stellvertretende Stadtpräsidentin Jutta Kross vertreten wurde.

Ließ aber auch mahnende Worte folgen, denn obwohl im Oktober diesen Jahres genügend Länder das Pariser Klimaabkommen ratifiziert haben und es im November in Kraft getreten ist, wird es schwer fallen die Treibhausgase so zu reduzieren, dass die Erderwärmung ohne schwerwiegende Folgen bleibt.
"Die Bundesrepublik Deutschland ist der weltweit sechstgrößte Emitent von Co2-Gasen und der drittgrößte PKW-Hersteller. Wir müssen uns unserer Verantwortung stellen. Die Reduzierung der Erderwärmung auf maximal zwei Grad-Celsius müssen wir erreichen. Denn wir wollen alle nicht die Folgen eines Klimawandels unseren Lieblingsmenschen zumuten", erklärte der gelernte Speditionskaufmann.

Passend zu diesem Thema hielt anschließend Dr. Philipp Krüger von der hySOLUTIONS GmbH einen Vortrag mit dem Titel: "Von der Innovation zur Anwendung - Emissionsfreie Mobilität in der Metropolregion Hamburg".
Der promovierte Elektrotechniker stellte das ambitionierte Programm für einen zügig wachsenden Ausbau der Elektro- und Wasserstoffmobilität vor.

"Ziel ist es unter anderem, die Anzahl von Elektrofahrzeugen und Ladesäulen zu erhöhen und damit einen emissionsfreien Transport von Menschen im öffentlichen Nahverkehr zu erreichen", erläuterte der Referent.
In seinen Ausführungen stellte Dr.Philipp Krüger die ganze Bandbreite der Innovationen im Antrieb im Schiffverkehr, bei Flugzeugen und vor allem bei Kraftfahrzeugen insbesondere beim Personennahverkehr vor.
So zum Beispiel teilelektrisch betriebene Busse mit einem Diesel-elektrischen Hybridantrieb und Plug-In-Busse. Darüber hinaus gibt es schon rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge, sogenannte Brennstoffzellenbusse und Batteriebusse, die in Hamburg im Linienverkehr schon seit 2003 im Einsatz sind. Schritt für Schritt soll eine Umstellung in emissionsfreie Techniken erfolgen. In einem Masterplan soll zudem eine flächendeckende Versorgung mit Ladesäulen und Schnellladesäulen, die das Betanken in wenigen Minuten ermöglicht, in der Metropolregion verwirklicht werden.

Nach einem beeindruckenden musikalischen Zwischenspiel mit internationalen Liedern der Wedeler Chansonette Illayda Cizdam überbrachte zum Schluß der Veranstaltung die stellvertretende Stadtpräsidentin Jutta Kross noch Gruß- und Dankesworte für die von den Mitgliedern des Klimaschutzfonds geleistete Arbeit und gab einen hoffnungsvollen Ausblick in die Zukunft des Klimaschutzes in der Region.

"Dank der Spende, dem Eigenanteil, von 30.000 Euro vom Klimafonds Wedel e.V., ist nun der Weg geebnet, auch in Wedel einen Klimaschutzmanager einzustellen, der nachhaltige Projekte auf den Weg bringen und begleiten kann", so die stellvertretende Stadtpräsidentin. (Wolf-Robert Danehl, kommunikateam,22.11.16)   

Mit freundlicher Unterstützung von...