30 Jahre Seniorenbeirat der Stadt Wedel- Rede vom 2. Oktober

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30 Jahre Seniorenbeirat/ Foto: S. Bossen (Stadt Wedel)
30 Jahre Seniorenbeirat/ Foto: S. Bossen (Stadt Wedel), 30 Jahre Seniorenbeirat/ Foto: S. Bossen (Stadt Wedel)

1984 wurde der 1.Seniorenbeirat in Wedel gegründet und heute feiern wir schon den 30. Geburtstag.

Wie schnell ist die Zeit vergangen!

Wir, der Seniorenbeirat, gratulieren daher allen ehemaligen und heutigen Seniorenbeiräten zu diesem besonderen Ereignis und bedanken uns für die erbrachte Arbeit. Wir danken auch der Stadt Wedel, dass sie seitdem die Arbeit der Seniorenbeiräte (zumindest) finanziell und organisatorisch unterstützt. Dies ist nicht immer selbstverständlich in Schleswig-Holstein.

Wir bedanken uns auch bei allen Leiterinnen und Leitern des Seniorenbüros, die in den vergangenen 30 Jahren uns hervorragend unterstützt haben. Besonders möchten wir uns bei Frau Rawald bedanken, ohne die diese Feier zum 30-jährigen Jubiläum nicht möglich gewesen wäre.

Warum gibt es einen Seniorenbeirat

In Wedel leben heute mehr als 10 000 Senioren, das ist etwa ein Drittel der Wedeler Bewohner.

Die Senioren haben in ihrem langen Leben viele Kämpfe bestanden sowie positive und negative Erfahrungen gesammelt, in der Gesellschaft werden sie meist jedoch nicht gehört und auch nicht wahrgenommen.

Sie können die Nöte, die Schwierigkeiten und Widrigkeiten des Lebens der älteren Menschen eher erkennen und verstehen. Sie haben mehr Zeit und Muße, um anderen Menschen zuzuhören. Es fehlt ihnen oft jedoch die Möglichkeit, diese Erfahrungen und die Beobachtungen zu nutzen, um auf die Möglichkeit von Verbesserungen hinzuweisen oder die Beseitigung von Missständen zu fordern.

Ein von den Senioren frei und direkt gewählter Seniorenbeirat gibt den Senioren Vertrauen, ihre Probleme zu benennen oder auch auf Verbesserungen und Abhilfe von Schäden hinzuweisen oder auch um Hilfe zu bitten.

Die Mitglieder des Seniorenbeirates bringen diese Lebenserfahrungen ebenfalls in die Seniorenarbeit ein und setzen sich nach ihren Möglichkeiten auf vielfältige Weisen für sie ein.

Auch Politikersenioren meinen häufig für die Senioren zu sprechen, aber ein „Parteifilter“ ist fast regelmäßig vorgeschaltet!

In unserer jetzigen Arbeit hat sich mit der Zeit herausgestellt, dass die Seniorenarbeit nicht nur den Senioren sondern allen Bürgern der Stadt Wedel nutzt. Aus diesen Gründen haben wir unsere Arbeit unter folgenden Titel zusammen gefasst:

Wedel soll generationenfreundlicher werden!

Wir setzen uns ein für:

  • Wohnungen bezahlbar für alle sowie besonders für Senioren barrierefrei.
  • Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs insbesondere die Umsteigmöglichkeiten
  • Sicherheit auf Straßen und Fußwegen
  • Verhinderung/Bekämpfung von Armut, besonders aber der Altersarmut und Einsamkeit
  • Gründung von Wohn-Pflege-Gemeinschaften

In den 30 Jahren Arbeit von den Seniorenbeiräten Wedels für Senioren sind viele größere Projekte, die ebenfalls generationenübergreifend sind, verwirklicht worden:

  • Die Tanztee-Nachmittage (seit 30 Jahren aktiv, jetzt aber unabhängig)
  • regelmäßige Reinigung und Wartung der öffentlichen Toiletten (jetzt Aufgabe der Stadt)
  • Beleuchtung des Weges an der S-Bahn
  • Hospizgruppe Wedel (jetzt selbständig)
  • Zeitzeugenbörse (jetzt selbständig)

Der jetzige Seniorenbeirat ist ebenfalls sehr aktiv. Wir überlassen aber den nachfolgenden Seniorenbeiräten die Wertung unserer Arbeit.

Da es üblich ist, dass das „Geburtstagskind“ zum Geburtstag Wünsche äußern darf, möchte ich dies jetzt am Ende meiner Rede tun:

Wir wünschen uns von den Parteien und der Verwaltung, dass wir gehört und nicht überhört werden.
Wir wünschen uns, dass wir aktiver in den Ausschüssen und im Rat mitarbeiten dürfen:

Wir sind nicht „alte Schwätzer“, wir können schweigen und sind auch zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Wir wünschen uns, mehr an den nichtöffentlichen Teilen der Ausschüsse und des Rates teilnehmen zu dürfen. Hier werden Zugeständnisse und Forderungen der Gemeinde mit Investoren behandelt und zum Wohle des Gemeinwohls geregelt.

Eine enge Auslegung auf sog. „Seniorenrelevante Themen“ greift zu kurz. Ist nicht die Förderung von bezahlbaren 2 –Zimmer-Wohnungen ein Angebot für Senioren und für junge Menschen, vielleicht sogar für dringend benötigte Pflegekräfte?

Hilft nicht die Absenkung von Bordsteinen Menschen mit Gehhilfen und jungen Müttern mit Kinderwagen?

Werden nicht in den Haushaltsberatungen konkrete Projekte besprochen und gegeneinander abgewogen?

Wir wünschen uns, dass unsere Arbeit für die Stadt Wedel von der Verwaltung und den Parteien wahrgenommen wird.

Wir wünschen uns mündliche oder auch schriftliche Antworten auf unsere Anregungen oder auch auf unsere Kritik.

Wir wünschen uns aber besonders eins, dass es auch bei kleinsten Verbesserungen nicht immer heißt: „Dazu haben wir aber kein Geld“!

Trotz allem,der heutige Seniorenbeirat freut sich aber auch auf die Fortsetzung und Intensivierung einer konstruktiven Zusammenarbeit

  • mit Politik,
  • mit Verwaltung und
  • mit den verschiedenen bürgerschaftlich tätigen Organisationen  sowie
  • mit einzelnen Bürgerinnen und Bürgern

zum Wohle unserer aller Mitbürger und unserer schönen Stadt Wedel.

Mit freundlicher Unterstützung von...