Wedels Denkmäler - Eine Spurensuche von Dr. Thies Bitterling

Zwei Schiller-Steine, nie gebaute Ehrenmale, Gedenkplätze, die in Vergessenheit geraten sind: Dr. Thies Bitterling erforschte für wedel.de die Geschichte der jüngeren Denkmäler in Wedel.

Thies Bitterling war ein Altsprachler – durch und durch. Und nicht wenige Wedeler werden ihre ganz eigenen Erinnerungen an ihn pflegen – als Latein-, Griechisch und Geschichtslehrer und Studiendirektor für die Mittelstufe am Johann-Rist-Gymnasium. 
Er war auch als Historiker auf Spurensuche in seiner Wahlheimat Wedel und hat sich vor einigen Jahren mit Denkmälern in Wedel beschäftigt. Hier hat er intensiv geforscht, wochenlang im Stadtarchiv recherchiert und hat sich seine eigenen Gedanken zu Orten gemacht, die an Menschen und Ereignisse in der Rolandstadt erinnern.
Thies Bitterling, 1933 in Neumünster geboren, verließ nach dem Abitur 1953 seine Heimatstadt, um zu studieren: In Göttingen und Tübingen. Nach seiner Promotion kehrte er als Referendar zurück nach Schleswig-Holstein, unterrichtete an Gymnasien in Flensburg und in St.Peter-Ording, verbrachte ein Jahr an der Ludwig-Meyn-Schule in Uetersen, bevor er 1968 begann, Wedeler Schüler zu unterrichten. „Ich war sehr gerne Lehrer“, resümierte Thies Bitterling. „Der ganz normale Unterricht hat mir Freude bereitet“. Das, wovor sich heute so manch ein Lehrer fürchtete, war sein Ding: „Die Klassentür zumachen, 45 Minuten mit den Schüler alleinesein und ihnen etwas beibringen. Das war das beste an meinem Beruf“. Dem Rist-Gymnasium blieb Thies Bitterling bis zur seiner Pensionierung im Jahr 1997 treu.
Ruhestand hieß für Bitterling nicht „zur Ruhe setzen“. Der Historiker arbeitete ehrenamtlich für das Museum für Kunst  und Gewerbe in Hamburg, leitete dort Führung. Für die Naturfreunde Wedel, bei denen Thies Bitterling und Ehefrau Mitglied war, war er so was wie der Kulturbeauftragte. „Ich organisiere meist unsere Museumsbesuche.“ Zudem machte er Musik. Beinahe 30 Jahre lang spielte er die Bratsche im Kammerorchester Wedel.
„In Wedel gibt es jede Menge Denkmäler, die teils für zu ihrer Zeit bekannte Wedeler Bürger errichtet worden sind. Kaum ein Mensch beachtet sie“, sagte Thies Bitterling. Das sei für ihn der Grund gewesen, sich intensiver mit ihnen zu beschäftigen. „Ich wollte wissen: Welche Geschichte steckt dahinter?“ Bei seiner Spurensuche konzentrierte Bitterling sich auf Denkmäler aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Bis zu seinem Tode im Dezember 2017 zeigte er diese Denkmäler den interessierten Bürgern gern persönlich bei einem Stadtrundgang. Seine hinterlassenen Texte werden hier in dieser Reihe vorgestellt. (KT)

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