1850 – Ein Imker aus Leidenschaft produziert in Schulau Ersatzkaffee

Im Jahr 1850 gab in Schulau Christoph Philipp Suden, ein ehemaliger Jäger, ein kleines bemerkenswertes Büchlein heraus.

Mit den einleitenden Sätzen „ Ich wurde Imker aus Langeweile…“ beschrieb der nun in die Jahre gekommene Christoph Philipp Suden seine Leidenschaft für das fleißige Bienenvolk. Aber Suden war nicht nur Imker, er erhielt 1828 die Genehmigung zum ersten größeren Gewerbebetrieb in der aufstrebenden Gemeinde Schulau. Auf dem heutigen Grundstück Elbstraße 9-11 produzierte er in einem Fabrikgebäude Kaffee-Ersatz aus der Pfahlwurzel der Zichorie. Dazu wurden die Wurzeln der Pflanze, die auch den Namen Gemeine Wegwarte führt, gereinigt, getrocknet, geröstet, fermentiert und anschließend gemahlen. Diesen Arbeitsvorgang, zunächst aufwändig mit der Hand durchgeführt, erledigte ab 1850 ein Pferdegöpelwerk. Die Zichorienfabrik florierte und wurde nach dem Tode von Christoph Philipp Suden 1851 zunächst von seinen Söhnen weitergeführt, die das Geschäft dann ab 1889 an John Meyn verkauften. J. Meyn sollte den Betrieb noch weiter ausbauen, sogar ein Kontor in Hamburg konnte er eröffnen. Dennoch kam das Aus des Betriebs 1928. Das Gelände wurde von einer Kopenhagener Asphaltfabrik gepachtet, aber auch diese stellte die Produktion bald ein. Seit 1934 wurde auf dem Gelände ein Wohnhaus errichtet. Die Leidenschaft für die Bienen aber, so scheint es, ging auch an die Nachbarn über, so stand seit 1915 auf dem Gelände Elbstraße 7 auch ein Bienenhaus. Die Begeisterung für die fleißigen Tiere also ist ungebrochen.

(Text: Stadtarchiv Wedel)

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