Mai 1919 – Betriebsaufnahme Lühe-Schulau-Fähre

Lühe-Schulau-Fähre 1919

Im Februar 1918 fanden die Verhandlungen zur Gründung einer Gesellschaft, die eine regelmäßige Fährverbindung mit dem niedersächsischen Ufer anbietet, ihren Abschluss.

Bereits zwei Jahre zuvor, im November 1916, fanden sich Bürger aus dem Lühegebiet und den Städten Wedel und Hamburg zusammen, um eine Schiffsverbindung zwischen dem Alten Land und dem Schulauer Ufer voranzutreiben. 12 Bürger, unter ihnen der Ratmann und Hofbesitzer Hieronymus Körner III und der Kapitän Hermann Christopher Woltmann sen., beide aus Schulau, gründeten am 25.03.1918 mit einem Stammkapital von 50.000 Mark die Lühe-Schulau-Fähre GmbH. Nachdem die nötigen Genehmigungen der Wasserbauämter eingeholt waren, wurde das Schiff „Cäcilie“ erworben, das den Namen „Lühe-Schulau I“ tragen sollte. Doch bereits vor der geplanten Aufnahme des Fährbetriebes sank die Lühe, die Besatzung rettete sich glücklicherweise. In einer schnellstmöglich eingeladenen Aufsichtsratssitzung beschlossen die Verantwortlichen, das gewünschte zweite Boot sofort zu erwerben, das gesunkene Schiff von Tauchern heben zu lassen und wieder instand zu setzen. Im April 1919 erwarb die Gesellschaft das Motorschiff „Meteor“, benannte sie „Schulau“ und hoffte, nun bald mit dem Betrieb zu beginnen. Am 10.5. notierte Bürgermeister Eggers, dass die Lühe zwar wieder fertig sei, aber der Motor nicht funktionieren würde und man daher nicht zur Kirschblüte käme. Der erste Geschäftsführer gab daraufhin seinen Posten ab. Zwei Wochen später fuhr die „Schulau“ endlich, die Lühe hingegen musste erneut in die Werft, da bei der Instandsetzung falsche Materialien verwendet wurden. Ab 22. Mai 1919 konnte nun endlich ein fahrplanmäßiger Fährverkehr mit beiden Schiffen aufgenommen werden. Die Gesellschaft aber kämpfte mit weiteren Problemen. Durch die Erhöhung von Energiekosten mussten die Fahrpreise stetig erhöht werden, zudem zogen sich umfangreiche Baumaßnahmen an der Schulauer Anlegestelle hin. Darüber hinaus gab es Schwierigkeiten mit dem Geschäftsführer, der, so war es zumindest die Meinung des Wedeler Bürgermeisters, regelrecht Sabotage am Unternehmen betrieb. Auch einer der Fährführer der ersten Jahre stand in der Kritik. So gab es gefährliche Anlegemanöver und Berichte über Beinahe-Zusammenstöße, von denen Passagiere der Geschäftsleitung berichteten. Dennoch gedieh das Fährgeschäft nach einiger Zeit, die „Kinderkrankheiten“ wuchsen sich aus. Noch heute pendelt ein Fährschiff, „Dat ole Land“ regelmäßig zwischen Lühe und Schulau und lädt insbesondere zur Zeit der Kirschblüte Hunderte von Ausflüglern zu der schönen Schifffahrt über die Elbe ein.

(Text: Stadtarchiv Wedel)

Mit freundlicher Unterstützung von...