Februar 1936 – Zentralisierung der Ortskrankenkassen

AOK Rissener Straße

Zum 01.02.1936 fand ein entscheidender Schritt zur Entwicklung der Krankenkassen statt. So wurden auf Anordnung die bis dahin örtlich geführten Ortskrankenkassen kreisweit zusammengefasst.

Tätig wurden diese einzelnen Einrichtungen erstmalig nach dem Krankenversicherungsgesetz aus dem Jahr 1883. Diese Pflichtversicherung galt für alle Personen, die gegen Gehalt oder Lohn für mehr als eine Woche beschäftigt wurden und nicht bereits in einer der Betriebskrankenkassen versichert waren. Nach dem Gesetz war in jeder Gemeinde, die mehr als einhundert zu versichernde Personen umfasst, somit also auch in Wedel eine Ortskrankenkasse zu gründen. Diese gewährte die ihren zunächst 123 männlichen und 47 weiblichen Mitgliedern folgende Leistungen: Krankengeld in Höhe von 50% nach dem 3. Tage, ärztliche Behandlung, Sterbegeld und Wöchnerinnenunterstützung. Die Wochenbeiträge für die Versicherung, von jeder Ortskrankenkasse individuell festzusetzen, betrugen zunächst für einen erwachsenen Mann 18 Pfennige und für einen Lehrling die Hälfte. Die Mitgliederzahlen stiegen stetig an. Die Ersteinrichtung der Kasse, die sich zunächst vermutlich bei dem Kassenverwalter zu Hause befand, wurde durch die Stadt Wedel übernommen. Die Krankenkasse hatte einen Vorsitzenden, einen Rechnungsführer, einen Beitragserheber und einen Kranken-Kontrolleur. Um 1920 hatten diese Aufgaben der Malermeister Adolf Lauenstein, der Kaufmann Ernst Kaland, der Zimmerer Michael Karp und der Kriegsbeschädigte Johann Schaumann inne. Jene beschaulichen Strukturen wurden 1936 beendigt, die Orts-Krankenkassen kreisweit zusammengefügt und vor Ort nur eine sogenannte Meldestelle belassen. Diese zog in Wedel mehrere Male um. So residierte sie 1936 in der Bahnhofstraße, bezog 1962 ein Gebäude an der Rissener Straße und ist heute im Rosengarten zu finden. Auch die Allgemeine Ortskrankenkasse für den Kreis Pinneberg ist Vergangenheit. Nach den Zusammenschlüssen gibt es nur noch die AOK-Nordwest.

(Text: Stadtarchiv Wedel)

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