März 1937 – Der „Wappenträger“ von Hans Lissow kommt ans Rathaus

Wappenträger

Am 03.03.1937 wird am Giebel des Neubaus des Rathauses der „Wappenträger“, eine Skulptur des Wedeler Bildhauers Hans Lissow angebracht.

Die Figur ist aus „Obernkirchener Sandstein“ angefertigt. Dieser Werkstoff, abgebaut in einem Steinbruch am Bückeberg im Landkreis Schauenburg, wurde bereits im 16. Jahrhundert zur Fertigung des Wedeler Rolands genutzt. In manchen Schichten des Sandsteins sind Fossilien eingeschlossen, sogar Schichten mit Dinosaurierspuren konnten im Steinbruch entdeckt werden. Aus den Steinen wurden schon sehr bedeutende Bauten errichtet. So stammen Teile des Aachener und des Kölner Domes, des Schlosses Rosenborg in Kopenhagen, des Katharinenpalastes in Zarskoje Selo bei Sankt Petersburg in Russland oder auch des „Weißen Hauses“ in Washington (D.C.) aus diesem Steinbruch. Der Steinmetz Hans Lissow (1904-1942) wohnte in der Blücherstraße 6, der späteren Beethovenstraße in Schulau und verstarb im Zweiten Weltkrieg in Russland. Neben der Giebelfigur am Rathaus, ein Seemann, der das Stadtwappen in seinen Händen hält, schuf Hans Lissow auch die Ur-Version des Friedrich-Ebert-Gedenksteins.

(Text: Stadtarchiv Wedel)

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