April 1942 – Der Ehrenbürger Rudolf Höckner verstirbt

Rudolf Hoeckner

[Stadt Wedel] Am 22.04.1942 verstarb der hier in der Mühlenstraße in Wedel lebende Maler Rudolf Höckner während eines Kuraufenthaltes in Bad Mergentheim a. d. Tauber.

Höckner, geboren am 28.07.1864 auf dem Rittergut Hilmersdorf bei Wolkenstein / Erzgebirge, wurde in der Kunstschule Weimar ausgebildet. Er orientierte sich an der Malerei des deutschen Impressionismus, erhielt ein Stipendium und machte anschließend Reisen durch Süddeutschland und Italien.

Nach der Hochzeit mit Brigitte Ebsen lebte das junge Paar zunächst in Flensburg. Aus wirtschaftlicher Notlage bemühte sich Höckner, eine sichere Anstellung zu ergreifen und versuchte sich u. a. als Journalist. Einer Stellung an einer Tageszeitung in Hamburg folgend, verzog er 1905 nach Niendorf. Diese Tätigkeit gibt er wenige Jahre später auf, um sich als freier Künstler zu versuchen. 1915 ließ sich das Ehepaar im beschaulichen Wedel nieder und lebte hier eher schlecht als recht von den wenigen Ausstellungen und den Auftragsarbeiten. Der Bevölkerung war seine Notlage bekannt und so finden sich noch heute in manchen Wedeler Haushalten die Gemälde, die er als Gegenleistung für Lebensmittel oder ärztliche Behandlungen gab. Auch die Bürgermeister der Stadt Wedel sorgten sich um den Künstler. So sorgte Friedrich Eggers persönlich dafür, dass bei städtischen Aufträgen auch ein Auftrag an Höckner abfiel und Bürgermeister Dr. Harald Ladwig ernannte ihn an seinem 75. Geburtstag am 28.07.1939 zum Ehrenbürger der Stadt Wedel. Nach dem Tode seiner Frau am Jahreswechsel 1940/41 verließ Rudolf Höckner Wedel und ging auf Reise durch die Kurbäder im Süden Deutschlands, bis er am 22.04.1942 in Bad Mergentheim a. d. Tauber verstarb. Er wurde am 29.04.1942 in Wedel auf dem Friedhof Breiter Weg beigesetzt. Sein Grab ist dort heute noch zu finden.

(Text: Stadtarchiv Wedel)

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