März 1943 – Ein kommissarischer Bürgermeister für die zerstörte Stadt

Bürgermeister Georg Jessen

Am 21. März 1943 wurde der 53-jährige Regierungsdirektor Georg Jessen aus Schleswig zum kommissarischen Bürgermeister Wedels ernannt. Bis dahin hatten die stellvertretenden Bürgermeister den Bürgermeister Dr. Harald Ladwig vertreten, der zu dem Zeitpunkt zum Militär eingezogen war und sich an der Ostfront befand. Das waren der erste Beigeordnete Klempnermeister Julius Timmermann, dessen Vertreter, der Ortsbauernführer Hermann Groth und dessen Vertreter, der Kapitän und Redakteur Richard Lemcke. Im August 1942 wurden der Gemeindeaufsichtsbehörde in Schleswig die Wedeler Verwaltungsverhältnisse zu unübersichtlich - schließlich konnte auch ein Klempnermeister den Job nicht so eben nebenbei machen. Man ernannte daher den Rechtsanwalt Dr. Karl Ingwersen aus Niebüll zum kommissarischen Bürgermeister. Dieser trat aber das Amt wegen Krankheit gar nicht erst richtig an. Dann wurde zum September 1942 der erste Beigeordnete Timmermann in den Krieg gerufen, der zweite Beigeordnete Hermann Groth war mit seinem Ehrenamt des Ortsbauernführers bereits überbelastet und daher zurückgetreten. Nun rückte der Kapitän und Redakteur Richard Lemcke auf das Amt nach. Nach den schweren Bombenschäden aber brauchte die Verwaltung nun eine hauptamtliche Führung und man ernannte Jessen zum kommissarischen Bürgermeister. Jessen behielt das Amt über das Kriegsende hinaus, wurde durch die britische Militärregierung bestätigt und anschließend im Dezember 1945 zum Stadtdirektor gewählt. Nach Meinungsverschiedenheiten mit der Stadtvertretung schied er zum 31.03.1947 aus dem Amt. (Text: Stadtarchiv Wedel)

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