Juni 1959 – Mahnung an das geteilte Berlin

[Stadt Wedel] Spenden aus der Bevölkerung machten die Aufstellung des Symbols möglich, dass an die Verbundenheit mit Berlin und dem Deutschland jenseits der „Zonengrenze“ erinnern sollte.

Das Tageblatt berichtete von der mitternächtlichen Feierstunde, in der Bürgermeister Gau den Richtungsweiser der Öffentlichkeit übergab, während die Stadträte Voigt und Jungblut an einer „Opferschale“ neben dem Mahnmal mit Fackeln die „Ehrenwache“ hielten. In einer bewegenden Ansprache erläuterte der Bürgermeister die Geschichte des Feiertages und ließ die Vorgänge des 17. Juni 1953 in Berlin und der Deutschen Demokratischen Republik Revue passieren. Damals war es aufgrund der Verschärfung der Lebensumstände in der DDR (Verknappung der Lebensmittel und Anhebung der vorgegebenen „Arbeitsnormen“) in vielen Städten zu spontanen Arbeitsniederlegungen und Unruhen unter den Beschäftigten gekommen. Die DDR-Regierung flüchtete in die Regierungseinrichtungen, auch die Nationale Volksarmee konnte den Aufstand nicht niederschlagen. Die sowjetischen Behörden hingegen riefen den Kriegszustand aus, ließen 16 Divisionen aus den Kasernen ausrücken und beendeten den Aufstand blutig. Über die Anzahl der Opfer gab es unterschiedliche Angaben. Gab die DDR eine Zahl von 29 Toten an, mutmaßte die Bundesrepublik beinahe 500 Tote. Tatsächlich aber lag die Anzahl der Opfer bei 55. Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland reagierte sofort mit heftigen Protesten und kurze Zeit später wurde der Tag zum gesetzlichen Feiertag erklärt. Dieser wurde zwar mit der Vereinigung vom „Tag der Deutschen Einheit“ am 3. Oktober abgelöst, ist aber heute noch immer nationaler Gedenktag.

(Text: Stadtarchiv Wedel)

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