März 1961 – Die Reepschläger in Wedel – Ein Handwerk stirbt aus

Carl Heinrich Nicolas Warncke

[Stadt Wedel] Am 10.03.1961 wurde der Seilermeister Carl Heinrich Nicolas Warncke auf dem Wedeler Friedhof zur letzen Ruhe gebettet.

Die Bevölkerung nahm regen Anteil an dem Begräbnis des hochbetagten Reepschlägers, der gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Johannes Carl Louis das urige Haus an der Schauenburger Straße bewohnte. Beide waren echte Wedeler Originale und hatten das Seilerhandwerk von ihrem Vater Johann Warncke erlernt. Dieser war Mitte des 19. Jahrhunderts aus dem mecklenburgischen Crevitz nach Wedel gekommen und hatte die Tochter des hier ansässigen Reepschlägers Petersen geheiratet. Die beiden Warncke-Brüder, beide waren nie verheiratet, betrieben gemeinsam das alte Handwerk des Taumachens auf ihrer Reeperbahn bis ins hohe Alter von 92 bzw. 85 Jahren. Nachdem der jüngere Bruder im November 1964 verstarb, stand das alte Haus, das bereits 1758 erbaut wurde, leer und verfiel zusehends. Der Eigentümer – die Stadt Wedel – wollte das Haus sogar verkaufen oder abreißen, bis eine Privatinitiative das Gebäude letztlich rettete und somit das Kleinod für die Nachwelt erhielt.

(Text: Stadtarchiv Wedel)

Weiterführende Links:

Geschichte des Reepschlägerhauses

Mit freundlicher Unterstützung von...