März 1962 – Strafe für angetrunkenen Ratsherr auf Bewährung ausgesetzt

[Stadt Wedel] Im März 1962 kam ein pikantes Verfahren vor den Richter des Wedeler Amtsgerichtes. Ein 39jähriger Journalist, der auch Mitglied der Stadtvertretung war, hatte sich am Neujahrstag nach dem traditionellen Neujahrsempfang beim Bürgermeister betrunken.

Er hatte dem Neujahrssekt so zugesprochen, dass er die Kontrolle über sich verlor. Er verscheuchte durch lautes Reden die Gäste der Wedeler Weinstube, so dass der Wirt die Polizei rief. In dem dann folgenden Handgemenge vor dem Wirtshaus verletzte der angetrunkene Ratsherr die herbeigerufenen Polizeibeamten durch Faustschläge ins Gesicht und beschimpfte diese aufs Übelste. In der Gerichtsverhandlung wurden dem Stadtvertreter jedoch mildernde Umstände wegen Bewusstseinsstörung anerkannt und er nur zu sechs Wochen Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Der Richter legte ihm nahe, von seinen Ehrenämtern zurückzutreten, denn „solche Dinge darf sich ein Mann im öffentlichen Leben nicht leisten“. Dies konnte er wohl doch, denn sein kommunalpolitisches Engagement endete erst im Jahr 1985.

(Text: Stadtarchiv Wedel)

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