März 1966 – Räumung der letzten Barackenlager

Beksberg Baracken

[Stadt Wedel] Im März 1966 wurden die letzten Baracken, die den Vertriebenen, Zugewanderten und Sowjetzonenflüchtlingen während des Krieges und in der Nachkriegszeit zur Behausung dienten, durch das Wohnungsamt geräumt und abgerissen.

Durchgeführt wurde die Aktion durch den Leiter des Wohnungsamtes Hermann Oppermann. 1901 geboren, war er bereits in den Jahren 1929–1933 in der KPD aktiver Kommunalpolitiker. Unter dem NS-Regime war er schweren Repressalien ausgesetzt, nach dem Zweiten Weltkriege wurde er durch die Militärregierung zum Ratsherrn bestellt. Diese Stellung musste er abgeben, nachdem er im November 1945 Leiter des städtischen Wohnungsamtes wurde. Es war keine leichte Aufgabe in der schweren Zeit. Schließlich musste die in der Vorkriegszeit 8.400 Einwohner zählende Stadt, die 1943 durch Bombenabwürfe schwer zerstört wurden, eine große Menge von Flüchtlingen, Vertriebenen und Zugewanderten aufnehmen, so dass sie 1946 auf 14.140 Einwohner wuchs. Die Wohnraumsituation war entsprechend beengt. Beispielsweise musste ein vierköpfiger Wedeler Privathaushalt, der über eine Wohnfläche von 80 m² verfügte, bis zu 11 Personen aufnehmen. Zusätzlich zur Enge verschärfte der große Mangel an Bau- und Abdichtungsmaterialien die Wohnraumsituation insbesondere in den Baracken. Die letzte Räumung der Baracken erfolgte 1966 in der Barackensiedlung „Steinberg“. Auch für den Leiter des städtischen Wohnungsamtes Oppermann war nun der Dienst beendet. Er trat kurz danach in den wohlverdienten Ruhestand.

(Text: Stadtarchiv Wedel)

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