Mai 1961 – Adieu Bel Ami

[Stadt Wedel] Zum Mai 1961 stellte die Strumpffabrikation der „Bel Ami“-Nylon-Strümpfe den Betrieb ein. Hier an der Feldstraße produzierte der Fabrikant Richard Wieschebrink jahrelang Nylonstrümpfe.

Diese Nylonstrümpfe mit Naht waren ein Muss für die gepflegte Dame der Nachkriegszeit. Begonnen hat der Unternehmer aus dem westfälischen Ochtrup in Wedel zunächst in angemieteten Betriebsgebäuden der Firma J.D. Möller und in einer Scheune in Alt-Wedel. Im Jahr 1954 konnte er im Industriegebiet an der Feldstraße mehrere große Gebäude errichten, in denen bis zu 1.000 Mitarbeiter unter ihnen auch viele Mitarbeiterinnen für ihn tätig waren. Da in Wedel der Wohnraum knapp war, errichtete er „nebenbei“ auch noch 40 Wohnungen am Galgenberg und Häuser an der Goch-Fock-Straße für seine Beschäftigen. Für sich selber erbaute er ein repräsentatives Haus an der Holmer Straße. Weniger bekannt ist, dass der Firmenchef auch Finanzier der Kirchenglocken der katholischen Marienkirche in Wedel war. 1961 war es mit der Expansion vorbei. Der Markt fragte nur noch nach nahtlosen Strümpfen. Um diese zu produzieren, hätte Wieschebrink sämtliche Maschinen austauschen müssen und hierfür reichte sein Kapital nicht aus. Somit verkaufte er den Zweigbetrieb in Schacht-Audorf an den Mitbewerber Margaritoff und Schaffner (Opal-Strümpfe) und legte den Wedeler Betrieb still. Die Fabrikhallen wurden verkauft. In das Verwaltungsgebäude zog die Fachhochschule (PTL) und die Maschinenhallen wurden später von der Firma Lubeca, später Schmalbach-Lubeca genutzt, die hier Weißblechdosen herstellte.

(Text: Stadtarchiv Wedel)

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