Dezember 1971 – ein neues Heim für Wedeler Obdachlose

[Stadt Wedel] Im Dezember 1971 wurden die sogenannten Schlichtwohnungen im Winkel erstmalig bezogen. Das Gebäude hatte sechs Zweizimmerwohnungen und nahm zunächst obdachlose Familien aus einer Baracke am Katharinenhof auf.

Im 19. Jahrhundert und im frühen 20. Jahrhundert wurden kranke und alte Menschen ohne Obdach in dem Werk- und Armenhaus an der Gärtnerstraße untergebracht. 1929 entschloss sich die Stadt Wedel das erste Wohnhaus für Familien zu bauen, die bereits obdachlos waren oder vom Vermieter auf die Straße gesetzt wurden. Der Doppelbungalow wurde aus Stein erbaut, mit Dachpappe abgedeckt und jede Wohneinheit umfasste rund 26 m² und stand auf dem Gelände Blücherstraße 5, der späteren Beethovenstraße. Während des Zweiten Weltkrieges und in der Zeit danach war die Wohnungsnot so groß, dass in vielen Ecken Wedels Barackensiedlungen aufgebaut wurden. Als diese durch die entstehenden Neubauten nach und nach geräumt werden konnten, verblieben nur noch Personen in den Baracken am Katharinenhof, aber auch am Bullenseedamm. Für die Bewohner am Bullenseedamm wurden 1968 24 neue Unterkünfte erbaut. Die letzten Bewohner der Baracken am Katharinenhof verließen in November 1974 die Unterkunft. Heute sind sowohl die Gebäude im Winkel als auch am Bullenseedamm durch Neubauten ersetzt.

(Text: Stadtarchiv Wedel)

Mit freundlicher Unterstützung von...