Juni 1970 – Es brennt an allen Ecken und Enden der Stadt

[Stadt Wedel] Es brennt an allen Ecken, war der Eindruck, den der Wedeler erhielt, als er am 29.06.1970 morgens zwischen 6 und 8 Uhr auf die Straßen ging. An 20 Abfackelpunkten wurde im Stadtgebiet Stadtgas entzündet, das rund zwei Stunden lang meterhoch abbrannte.

Nötig war dieser Feuerzauber, da die Stadtwerke Wedel die gesamte Gasversorgung der Stadt der allgemeinen Entwicklung folgend von Stadtgas auf Erdgas umstellte. Dabei wurde das Erdgas in die Versorgungsleitungen gedrückt und das darin befindliche Stadtgas einfach abgefackelt. Die Vorteile des Erdgases waren, dass es günstiger bezogen werden konnte und nicht so giftig wie das Stadtgas war, dass mittels Kohlevergasung hergestellt wurde, einen hohen Kohlenmonoxydgehalt hatte. Die Umstellung aller Haushalt in Wedel dauerte rund dreieinhalb Jahre und war kostenintensiv. Insgesamt hatte die Umstellung auf Erdgas rund eine Million D-Mark gekostet. Nicht eingerechnet wurden die mehreren tausend D-Mark, die am 29.06.1970 einfach so abgefackelt wurden. Die wurden von „Hein Gas“ der Stadt Wedel als „Morgengabe“, so schmunzelte der Verantwortliche des Hamburger Gasunternehmens, geschenkt.

(Text. Stadtarchiv Wedel)

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