November 1970 – Damals wie heute zu wenig Kindergartenplätze

[Stadt Wedel] Im November 1970 war die Betreuung von Kindern in der Stadt Wedel ein sehr ernstes Problem. So gab es nur zwei Kindergärten im Ort.

So gab es ausschließlich die Einrichtungen der ev. luth. Kirchengemeinde in der Hafenstraße und der Kindergarten der katholischen Kirche in der Feldstraße, die sich um rund 140 Kinder kümmern konnten. Die Wartelisten waren lang, gab es doch um 1970 rund 2.800 Kinder in Wedel, die unter 6 Jahre alt waren. Zudem machte das damalige Schulsystem – mal zur 2. Unterrichtsstunde hin, mal früher nach Hause – eine Betreuung auch für schulpflichtige Kinder nötig. Auch private Einrichtungen konnten dem großen Bedarf an Betreuungsplätzen nicht mehr nachkommen, nachdem die Landesbehörden strengere gesetzliche Bestimmungen erließen. Einige Einrichtungen mussten daher sogar geschlossen werden. Die verzweifelten Eltern liefen Sturm, nachdem nun auch im Herbst 1970 Personalprobleme in einem der kirchlichen Kindergärten auftraten, die ein Weiterbestehen der Einrichtung in Frage stellten. Durch Krankheitsfälle fehlten zwei der vier Kindergärtnerinnen und die beiden letzten Mitarbeiterinnen, die für die Betreuung von insgesamt 107 Kindern verantwortlich waren, kündigten. Durch Mithilfe aus der Elternschaft als persönliche Unterstützung für die Kindergärtnerinnen durch konnte eine Schließung der Einrichtung aber noch verhindert werden. Zudem erkämpften sich die Eltern mit Protestmärschen und Demonstrationen für mehr Kindergartenplätze in Wedel mehr Beachtung in den politischen Gremien und in den sozialen Einrichtungen. Mit Zuschüssen der Stadt Wedel und des Kreises Pinneberg eröffnete dann auch im Januar 1971 zunächst ein provisorischer Kindergarten der AWO in der Bekstraße. Die Freikirche in der Boockholtzstraße, das DRK und auch der Verein Lebenshilfe konnten ihre Einrichtungen 1972 eröffnen.

(Text: Stadtarchiv Wedel)

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