Dezember 1989 – Bildhauerin Vilma Lehrmann-Amschler verstirbt

[Stadt Wedel] Am 23.12.1989 verstarb in Wedel die Künstlerin Vilma Lehrmann-Amschler. Die 1910 in Serbien geborene Bildhauerin Wilhelmine Lehrmann zeigte schon früh ihre Begabung.

Sie erwarb ihre Ausbildung in der Kunstgewerbeschule in Graz und ging 1930 an die spätere Staatliche Hochschule für bildende Künste in Berlin. Dort belegte sie Kurse für angewandte Kunst und Baukunst zunächst bei dem Bildhauer Waldemar Raemisch. Dieser unterrichtet sie auch in der Silberschmiedekunst. Etliche Kleinplastiken und Portraitplastiken – aber auch Schmuck entstanden zu dieser Zeit. Daneben erhielt die junge Bildhauerin bereits die ersten öffentlichen Aufträge im In- und Ausland. So erarbeitete sie u.a. ein Kirchenportal für eine französische Kirche und sie gestaltete eine Brunnenplastik und ein Wappenrelief für das heute unter Denkmalschutz gestellte Gebäude der Jugoslawischen Gesandtschaft in Berlin. Weitere Arbeiten im zeittypischen Stil entstanden. Nach dem Zweiten Weltkrieg verschlug es sie und ihren späteren Mann, den aus Würzburg kommenden Kunstmaler Alfred Amschler zunächst nach Rissen. Beide übernahmen wieder Aufträge zur Gestaltung öffentlicher Bauten und erarbeiten zahlreiche „Kunst am Bau“- Aufträge von Städten und Kirchengemeinden.

So entstanden u.a. „Lesender Junge“ für die Schule am Iserbarg, „Kind mit Hund“ für eine Polizeiwache in der Hamburger Silcherstraße oder z.B. „Tageszeiten“, drei Wandbilder für eine Grundschule in Pinneberg und vieles andere mehr. Nach dem Tode ihres Mannes 1978 übernahm Vilma, die seit 1955 in einem Wohnhaus mit Atelier in Wedel, An der Aue 1 wohnte, keine Aufträge mehr. Schwer krank verlebte sie ihre letzten Lebensjahre im Pflegeheim. In ihrem Testament überließ sie ihr Vermögen der Stadt Wedel. Mit diesem Geld richtete der Rat der Stadt Wedel 1995 die „Stiftung zur Förderung von Kunst und Kultur – Amschlerstiftung -“ ein, aus der Projekte für Kunst, Kultur sowie Denkmalpflege gefördert werden. Zudem zieren seitdem mehrere ihrer Frei- und Großplastiken das Wedeler Stadtgebiet, z.B. auf dem Gelände der VHS in der ABC-Straße.

(Text: Stadtarchiv Wedel)

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