Februar 1982 – Albert Vietor und die „Neue Heimat“

[Stadt Wedel] Im Februar 1982 geriet ein Wedeler Bürger in die Schlagzeilen der bundesdeutschen Medien. Der langjährige Vorstandsvorsitzende der gewerkschaftseigenen Baugesellschaft „Neue Heimat“ Albert Vietor, stand unter Verdacht.

Er stand unter dem Verdacht, sich aus dem Vermögen der „Neue Heimat“ bereichert zu haben. Die durch einen Bericht in der Zeitschrift Spiegel aufgeworfenen Vorwürfe veranlassten den Deutschen Gewerkschaftsbund dazu, den Vorstand der „Neue Heimat“ zu entlassen. Nach weiterführenden Untersuchungen wurde die hohe Verschuldung des Konzerns bekannt. Vietors Versuche, auf dem Gerichtswege eine Rehabilitation zu erreichen, hatten keinen Erfolg. Im Gegenteil, ein Hamburger Gericht wies seine Klage zurück und stellte 1984 seine Mitschuld am Schaden, der sich auf über 100 Mio. DM bezifferte, fest. 1986 wurde der gesamte Wohnungsbestand des Konzerns über einen Treuhänder verkauft. Auch in Wedel wurden die Wohnhäuser, die meisten lagen am Elbhochufer, verkauft. Nach anfänglichen Überlegungen der Stadt, die Gebäude zu übernehmen, fanden sich für den Wohnraumbestand mehrere private Investoren. Albert Vietor erlebte dies nicht mehr, er verstarb im November 1984 in der Schweiz. 

(Text: Stadtarchiv Wedel)

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