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Juli 1985 – Vom preußischen Schutzhafen zur städtischen Sportboot-Heimat

schulauer Hafen

[Stadt Wedel] Im Juli 1985 beschloss die Ratsversammlung der Stadt Wedel vom Land Schleswig-Holstein den Schulauer Hafen zu übernehmen.

Der Hafen wurde 1898/1899 durch den Preußischen Staat als Schutz- und Fischereihafen in der Einmündung des Liethflusses in der Gemeinde Schulau erbaut. Mit der Versicherung des Geheimen Oberregierungsrates Just vom Preußischen Landtag, „dass mit nennenswerten Unterhaltungskosten überhaupt nicht zu rechnen sei“, verpflichtete sich die Gemeinde Schulau dazu, 25 % der ungedeckten jährlichen Unterhaltungskosten des Hafens zu übernehmen.

Nach der Eingemeindung Schulaus trat die Stadt Wedel als Rechtsnachfolgerin in den kostspieligen Vertrag ein. Das größte Problem sah man zunächst nicht in den Kosten, sondern in der fehlenden Einflussnahme bei der Gestaltung und Verpachtung des Hafens. So wurde der potentielle Touristenmagnet Schulauer Hafen durch die Landesverwaltung kurzerhand in einen Kiesumschlagsort bzw. eine Öl-Bunkerstation verwandelt. 1947 stand die Stadt Wedel erstmals vor der Entscheidung, das Gelände selbst zu übernehmen. Damals wurde der Staat Preußen förmlich aufgelöst und die ehemals preußischen Häfen, zu denen auch der Schulauer Hafen gehörte, kamen in das Eigentum des Landes Schleswig-Holstein. Zu dem Zeitpunkt riet das Land der Stadt Wedel vehement davon ab, Miteigentümer des Hafens zu werden, da die Unterhaltungskosten die Einnahmen deutlich überschreiten würden.

Ein interner Vergleich der bis dahin zu leistenden anteiligen Kosten nach dem Vertrag aus dem Jahr 1898/1899 bestätigte dies. Dabei warf der Hafenbetrieb im Schulauer Hafen zu dieser Zeit tatsächlich Einkünfte ab. Allein im Winter 1947 wurden 30 – 35 Liegeplätze für Fracht- und Fischereifahrzeuge in Anspruch genommen. Der Hafen verblieb in Landeseigentum. Jahre später, etwa seit 1974, bemühte sich das Land erneut kräftig darum, den Hafen loszuwerden. Schließlich hatte sich die Schifffahrt so verändert, dass nun kein Schutz- und Fischereihafen mehr von Nöten war, sondern nur noch Freizeitkapitäne den Hafen für ihre Sportboote brauchten und der Betrieb dem Land keinen Nutzen, sondern nur sehr hohe Kosten brachte.

In den Beschlüssen von 1976, 1981 und 1982 lehnte die Ratsversammlung die Übernahme des Hafens noch ab, da die Folgekosten nach Prüfung durch mehrere Gutachter unübersehbar hoch waren. 1984 aber machte das Land Schleswig-Holstein ernst, drohte mit der Schließung des Hafens, winkte aber zeitgleich mit einer hohen Sanierungsentschädigung. Wedels Skipper wurden unruhig. Um den Sportbootbetrieb in Wedel nicht zu gefährden, willigte die Ratsversammlung letztlich in die Übernahme ein.

Zum 27.11.1986 wurde die Stadt Wedel Eigentümerin des Schulauer Hafens, übergab aber zeitgleich den Hafen zur Pacht an den Segel-Verein Wedel-Schulau, der die volle Sanierungsentschädigung des Landes als Zuschuss erhielt, um davon die Kosten für die notwendige Unterhaltung zu tragen. Diese waren – wie sollte es denn anders sein – viel höher als geplant und machten seitdem immer wieder Zuschüsse der Stadt nötig. Dessen ungeachtet feierte der SVWS nach Abschluss der vorläufigen Sanierungsarbeiten im August 1988 eine große „Hafeneinweihungsfeier“. (Text: Stadtarchiv Wedel)

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