Juni 1987 – Mordversuch in der Lindenstraße erschüttert Wedel

[Stadt Wedel] Im Juni 1987 erschütterte ein Mordversuch an einem körperbehinderten 53 Jahre alten Wedeler die Bevölkerung.

Der stille durch eine durchlittene Kinderlähmung geh- und sprachbehinderte Hilfsarbeiter der Firma Schmalbach-Lubeca hatte seine Wohnung in der Lindenstraße. In der Nacht zum Pfingstsonntag 1987 wurde ihm auf dem Nachhauseweg von seiner Stammkneipe am Galgenberg aufgelauert. Er wurde in der Lindenstraße ausgeraubt und niedergestochen. Die Täter zogen den schwer verletzten blutüberströmten Mann zu einem mächtigen Baum, neben dem er stundenlang liegen blieb, bis frühmorgens eine heimkehrende Krankenschwester das Opfer fand. Die Täter hatten ihm schwere Kopf- und Kieferverletzungen zugefügt. Sie stießen ihm mindestens achtmal mit einem Messer in den Rücken und den Hals. Sie erbeuteten etwa 100 Mark. Die Tat konnte durch die Polizei schnell aufgeklärt werden. Drei der Wedeler Polizei nicht unbekannte junge Männer, die bereits wegen anderer Delikte zu mehrjährigen Haftstrafen in verschiedenen Gefängnissen einsaßen, konnten binnen weniger Tage festgenommen werden. Einer der Dreien legte ein Geständnis ab. Zwei der Täter wurden wegen versuchtem Totschlag und gemeinsamen schweren Raubes zu neun bzw. sieben Jahren Gefängnis verurteilt, der Dritte, der den Tätern in seiner Wohnung Unterschlupf gewährte, erhielt eine Bewährungsstrafe. Das Opfer sollte sich nie von den zugefügten schweren Verletzungen erholen und blieb zeitlebens an den Rollstuhl gefesselt. In seinen letzten Lebensjahren wurde er im Pflegeheim der AWO umsorgt und verstarb 1998.

(Text: Stadtarchiv Wedel)

Mit freundlicher Unterstützung von...