September 1980 – Wedel neue Heimat für „boatpeople“

[Stadt Wedel] Im September 1980 zogen die ersten Familien aus Vietnam in das sogenannte Dröge-Haus in der Rolandstraße, in das Haus Rissener Straße 17 und in die Bauamts-Baracke am Mühlenteich ein.

Hintergrund der Maßnahme war der Beschluss des Magistrats der Stadt Wedel auch hier einige von den sogenannten „Boatpeople“ aufzunehmen, die zu Tausenden in Deutschland um Asyl baten. Grund für diese Massenflucht über See war die Angst vor Hunger und Repressalien, die die Menschen aus der Republik Vietnam trieb. Dieses Land wurde seit dem Ende des Vietnamkriegs 1975 kommunistisch regiert. Die in Wedel angekommenen Flüchtlinge waren im Juni 1980 in einem Boot vor dem politischen Regime in Saigon auf das offene Meer geflohen und von dem deutschen Schiff „Cap Anamur“ aufgenommen worden. Dieser Frachter wurde durch das Hilfskomitee des Journalisten Rupert Neudeck zu einem Lazarettschiff umgebaut und nahm jahrelang Flüchtlinge auf. Die insgesamt 13 Frauen, Männer und Kinder im Alter zwischen 16 Monaten und 55 Jahren, die im September 1980 in Wedel Unterkunft fanden, erhielten Intensiv-Sprachprogramme durch die Wedeler Volkshochschule und wurden durch das DRK betreut.

(Text: Stadtarchiv Wedel)

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