September 1987 – Ausgrabung der Hatzburg

Hatzburg

[Stadt Wedel] Am 15.09.1987 begann das Landesamt für Vor- und Frühgeschichte von Schleswig-Holstein die Hatzburg auszugraben. Die Hatzburg war um 1300 nordwestlich von Wedel in der Marsch direkt am Geestrand angelegt worden.

Die damals feuchten und sumpfigen Marschflächen boten zu drei Seiten einen natürlichen Schutz, zur Geest hin bestand nur eine schmale Landverbindung. Die Hatzburg blieb drei Jahrhunderte lang Sitz der regionalen Verwaltung bis sie ab 1710 allmählich verfiel. Erst um 1964 weckte das archäologische Denkmal Hatzburg das Interesse der Landesarchäologen. Zum einen begann ein neugieriger Heimatfreund auf dem Gelände Raubgrabungen durchzuführen, die dem bis dahin unter meterdicken Erdschichten geschützten Denkmal Schaden zufügen konnten. Diese Grabung wurde gestoppt. Einen größeren Schaden hingegen richtete die im gleichen Jahr errichtete Brunnenstation der Hamburger Wasserwerke an. Diese entzog dem Boden so viel Grundwasser, das der Boden austrocknete und absackte. Das Resultat war, dass Jahre später die Pfosten der alten Burganlage aus dem Boden ragten. Diese waren regelmäßig der landwirtschaftlichen Nutzung im Wege und wurden einfach gekappt. Deshalb drängte die Zeit, als über eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme des Arbeitsamtes Elmshorn insgesamt sieben Hilfsarbeiter, ein Grabungstechniker und ein Wissenschaftler für eine fachgerechte Grabung beschäftigt werden konnten. Diese arbeiteten zwei Jahre daran, dem Marschenboden Geheimnisse zu entlocken. Die freigelegten Fundamente zeigten einen Bergfried von 1430 und einen Feldstein-Ziegelstein-Turm von imponierenden Ausmaßen aus den Jahren um 1495. Zahlreiche Funde, insbesondere Siegburger Steinzeug wurde gehoben. Einige der Funde sind heute im Stadtmuseum zu sehen.

(Text: Stadtarchiv Wedel)

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