Januar 1991 – Krieg um Öl ängstigt die Menschen

[Stadt Wedel] Im Januar 1991 vielen Menschen der Atem. Es ging um nichts anderes als um das Öl am Golf. Kuwait erhöhte die Ölfördermengen, senkte somit die Ölpreise und brachte den Irak in einen finanziellen Engpass.

Dann reichte ein lange glimmender Grenzkonflikt zu einer Überreaktion des Irak und die Konfrontation am Golf nahm bedrohliche Formen an. Der Irak marschierte nach Kuwait ein und nachdem im Januar 1991 eine von den Vereinigten Staaten angeführte Koalition militärische Gegenmaßnahmen einleitete, begann der eigentliche Golfkrieg. Auch in Wedel fühlten die Menschen die herannahende Bedrohung und reagierten prompt und in großer Zahl. Viele Menschen gingen bei Friedensdemonstrationen auf die Straßen. Die Kirchen luden ihre Gläubigen zu Friedensgebeten ein, es gab Mahnwachen und Diskussionsveranstaltungen. Schüler drückten ihr Entsetzen über den Feldzug mit selbstgestalteten Transparente aus und gingen auf die Straßen. In Wedel pflanzten Schüler nach dem lutherischen Motto „wenn morgen die Welt unterginge, pflanzte ich heute einen Apfelbaum“ einen Friedensbaum und eine Schülerdelegation zog mit einer Petition für den Frieden zum Bürgermeister Jörg Balack. Andere Reaktionen spürten die Öllieferanten. Es gab eine deutliche Nachfrage nach Heizöl und die Tankstellen meldeten Hamsterkäufe. Am 12.04.1991 endete nach einem offiziellen Waffenstillstand der Golf-Krieg. Das erste Opfer des Krieges, so sagt man, ist die Wahrheit. Das galt besonders für den Golf-Krieg, wo die Öffentlichkeit nur spärliche Informationen erhielt. Darum gibt es bis heute unklare Zahlen über die Opfer. Ausgehen kann man aber von mindestens 25.000 getöteten Soldaten auf beiden Seiten.

(Text: Stadtarchiv Wedel)

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