Der Ort Spitzerdorf

Plakette des Armenvogtes

Der Name des längst in Wedel und zuvor in Schulau eingemeindeten Ortes bedeutet Dorf der Deichbauer und mag wohl aus dem Friesischen kommen.

Spitzerdorf war bis 1892 ein eigenständiges Dorf südlich von Wedel. Dann wurde es von Schulau eingemeindet, dass 1909 wiederum in Wedel eingemeindet wurde. Heute ist der Name nur noch im Straßennamen Spitzerdorfstraße erkennbar.

Die erste Erwähnung des Ortes erfolgte im Jahr 1255 in einer Urkunde der Grafen Johann und Gerhard von Schauenburg. Sie übertrugen den Zehnten der Spitzerdorfer an das Hamburger Domkapitel. 1320 wurde der Ort, der bislang dem Ritter Heinrich von Wedel gehörte, endgültig dem Hamburger Dom übertragen. Der Hamburger Dom erlangte die Gutsherrschaft und die Gerichtsbarkeit über den Ort. Unter dieser Herrschaft verblieb die Ortschaft bis zur Säkularisierung im Jahre 1803, dann kam Spitzerdorf zunächst unter Hamburger Verwaltung, bevor es dann endgültig Holstein zugesprochen wurde. Dort lag es in der Zuständigkeit der Herrschaft Pinneberg und der Kirchspielverwaltung Hatzburg. Nach der kommunalen Neugliederung der Ortschaften Altona und deren westliche Nachbargemeinden war von 1867 bis 1888 die Kirchspielsvogtei Blankenese Verwaltungssitz. Danach gingen diese Aufgaben zum Teil an den Landrat nach Pinneberg.

Der Grundbesitz Spitzerdorfs ist so eng mit dem von Schulau verbunden, dass eine klare Grenzziehung nicht mehr möglich ist. Noch bis ins 17. Jahrhundert war der Ort durch große Eichen der Spitzerdorfer Holzungen geprägt. Die Jagd nahm einen großen Platz ein.

Um 1855 gab es eine gemeinschaftliche Schule mit Schulau, von den 363 Einwohnern waren einige Schiffer. Es gab wenige Handwerker, aber etliche Kleinbauern waren im Nebenerwerb Weber.

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