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Ehrenbürger

Dr. med. Jürgen Heinrich Boockholtz* 3.1.1844 Hennstedt, N.-Dithm. + 15.04.1915 Wedel.

Jürgen Boockholtz
Arzt und Ehrenbürger Dr. Jürgen Boockholtz

Ehrenbürger seit dem 19. Juli 1909 "wegen besonderer Verdienste um die Stadt Wedel".

Für den Sohn eines Schmiedemeisters in Dithmarschen war es eher ungewöhnlich im Jahr 1864 die Laufbahn eines Mediziners einzuschlagen. Aber nach dem Studium in Kiel und Tübingen leistete er seinen Wehrdienst als Arzt am schleswigschen Infanterieregiment Nr. 84 ab. 1876 kam er mit der Familie nach Wedel und richtete hier zunächst seine Praxis in der Rolandstraße 5 ein. Die Stadt Wedel verpflichtete ihn als Polizei- und Armenarzt, musste aber kurze Zeit später auf ihn verzichten, da er Wedel wieder verließ. Grund mag der Tod seiner Frau gewesen sein, die an den Folgen der Geburt des Sohnes starb. Als das Kind kurz danach verstarb stand der Arzt allein mit zwei noch nicht schulpflichtigen Mädchen da. Dann verliert sich für einige Jahre seine Spur. Vermutlich ging er als Militärarzt nach Südafrika. 1881 kam er wieder, übernahm gemeinsam mit seiner neuen jungen Ehefrau erneut die Praxisräume in der Rolandstraße. Die Familie verzog dann aber in die Praxis in die Mühlenstraße 29. Das Ansehen Boockholtz wuchs. Er wurde zum Sanitätsrat ernannt, übernahm erneut die Verpflichtungen des Polizei- und Armenarztes. Über seine absonderliche Art, Patienten zu behandeln kursieren mit den Jahren abenteuerliche Geschichten. Die Bürger kolportierten, dass er seine Rechnungen schleppend schrieb, dass er hochherzig und stets hilfsbereit war. Um die Patienten von schmerzhaften Eingriffen abzulenken gab er zur Betäubung ein Abenteuer aus seiner Afrikazeit zum Besten. Für diesen selbstlosen Einsatz wurde er erster Ehrenbürger der Stadt Wedel. Zudem wurde im Dezember 1959 eine Straße nach ihm benannt.

Heinrich Jacob Friedrich Eggers * 5.9.1867 Großensee. Stormarn + 10.05.1945 Wedel

Friedrich Eggers
Bürgermeister und Ehrenbürger Friedrich Eggers

Ehrenbürger seit dem 05. September 1937 wegen "seiner Verdienste um die Stadt Wedel / Holstein" als langjähriger Bürgermeister der Stadt.

Der Sohn eines Bauern verbrachte seine Militärzeit als Zahlmeister und wechselte anschließend in den zivilen Verwaltungsdienst. Um die vorletzte Jahrhundertwende arbeitete er für den Magistrat der Stadt Kiel und als Stadtsekretär in Uetersen. 1902 suchte die Stadt Wedel erstmals ein vergütetes Stadtoberhaupt und Eggers bewarb sich um den begehrten Posten des Bürgermeisters. Er setzte sich gegen zahlreiche Mittbewerber durch und wurde am 21.04.1902 vom Stadtparlament bestätigt. -Seine Arbeit für die Verwaltung qualifizierte ihn für zwei weitere Wahlperioden. Die Stadtvertreter bestätigten ihn bis 20.04.1932 im Amt. Damit war er insgesamt 30 Jahre ununterbrochen im Dienst für die Stadt Wedel. Ein besondere Herausforderung während seiner Amtszeit waren sicherlich die zähen und schwierigen Verhandlungen, die zur Eingemeindung von Schulau nach Wedel führten. Auch in den wirtschaftlich schweren Zeiten des Ersten Weltkrieges und während der Inflationszeit behielt er das Steuer fest in der Hand. Er führte mit der Einrichtung von verschiedenen Institutionen die Stadt in eine moderne Zeit. Unter seiner Ägide gründeten sich die Bücherei, ein Krankenhaus, die Stadtwerke, das Strandbad. Er modernisierte die Feuerwehr und siedelte größere Industriebetriebe an. Daher wurde sein 70. Geburtstag zum Anlass genommen, ihn zum Ehrenbürger zu ernennen. Im November 1954 wurde zudem in dem Neubaugebiet der Gartenstadt Elbhochufer eine Straße nach ihm benannt.

Rudolf Höckner * 28.07.1864 Gut Hilmersdorf + 22.04.1942 Bad Mergentheim

Rudolf Höckner
Maler und Ehrenbürger Rudolf Höckner

Woldemar Rudolph - genannt Rudolf Höckner ist Ehrenbürger seit dem 28. Juli 1939 wegen besonderer "Verdienste um die Kunst und die liebevolle Schaffung zahlloser Werke mit Motiven aus unserer engeren Heimat und damit die Pflege des Heimatgedankens."

Aufgewachsen auf einem Rittergut im Erzgebirge lernte er durch seine kunstinteressierte Mutter die Liebe zur Malerei. Nach dem Abitur studierte er zunächst Theologie, wechselte dann nach Weimar, wo er ein Malereistudium aufnahm. Er orientierte sich an der Malerei des deutschen Impressionismus, erhielt ein Stipendium und machte anschließend Reisen durch Süddeutschland und Italien. Auf Reisen entdeckte er seine Leidenschaft für die norddeutsche Landschaft. Nach der Hochzeit mit Brigitte Ebsen lebte das junge Paar zunächst in Flensburg. Aus wirtschaftlicher Notlage bemühte sich Höckner, eine sichere Anstellung zu ergreifen und versuchte sich u. a. als Journalist. Einer Stellung an einer Tageszeitung in Hamburg folgend, verzog er 1905 nach Niendorf. Diese Tätigkeit gab er wenige Jahre später auf, um sich als freier Künstler zu versuchen. 1915 ließ sich das Ehepaar im beschaulichen Wedel nieder und lebte hier eher schlecht als recht von wenigen Ausstellungen und Auftragsarbeiten. Der Bevölkerung war seine Notlage bekannt und so finden sich noch heute in manchen Wedeler Haushalten die Gemälde, die er als Gegenleistung für Lebensmittel oder ärztliche Behandlungen gab. Auf Initiative des Bürgermeister Dr. Harald Ladwig wurde er am 75. Geburtstag zum Ehrenbürger der Stadt Wedel ernannt. Nach dem Tode seiner Frau am Jahreswechsel 1940/41 verließ Rudolf Höckner Wedel und ging auf Reise durch Kurbäder im Süden Deutschlands, bis er am 22.04.1942 in Bad Mergentheim a. d. Tauber verstarb. In Wedel wurde am 19.02.1948 eine Straße nach ihm benannt.

Johanna Hedwig Lucas geb. Schulz * 08.12.1910 Hansdorf / Schlesien + 14.07.2002 Wedel

Johanna Lucas
Johanna Lucas

Ehrenbürgerin seit 29. November 1984 für "30-jährige ehrenamtliche Tätigkeit für die Stadt Wedel und wegen ihres Engagement beim Aufbau sozialer Einrichtungen unserer Stadt."

Aufgewachsen in Schlesien schlug sie zunächst die Ausbildung zur Lehrerin ein, beendete diese aber nach der Eheschließung. Sie gebar drei Kinder, mit denen sie zum Kriegsende 1945 aus Schlesien Richtung Westen flüchtete. Unter der Flucht verlor sie eine Tochter bei einem Tieffliegerangriff auf den Treck. Es schlug die Familie zunächst nach Seeth bei Elmshorn. Dort begann Hanna Lucas mit der Tätigkeit für die Arbeiterwohlfahrt und die Kommunalpolitik. 1951 verzog die Familie nach Wedel, da ihr Ehemann Wilhelm hier Schulrektor der wurde. Nun begann ihre aktive Tätigkeit in zahlreichen städtischen Gremien und im Rat der Stadt Wedel. Zudem gehörte sie 20 Jahre dem Kreisausschuss an und war vier Jahre stellvertretende Kreispräsidentin. Sie übernahm den Vorsitz der Arbeiterwohlfahrt im Ortsverein Wedel und war 24 Jahre Vorsitzende des Kreisverbandes der AWO Pinneberg. Ihrer Initiative sind mehrere Kinder- und Alteneinrichtungen der AWO in Wedel zu verdanken - der Kindergarten in der Pulverstraße trägt ihren Namen. Für ihren Dienst am Menschen hat sie zudem die Marie-Juchacz-Plakette der AWO, die Freiherr-vom-Stein-Medaille und das Bundesverdienstkreuz erhalten.

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