20 Monate mit vielen Herausforderungen

Die Corona-Bilanz der verspäteten Jahreshauptversammlung 2020 der Freiwilligen Feuerwehr Wedel

in Leben in Wedel, Top-News, Freiwillige Feuerwehr

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Ein Erinnerungsstück für den scheidenden stellvertretenden Wehrführer Uwe Brandt (rechts)
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Endgültig in die Wehr aufgenommen (von links): Florian Ehrich, Felix Knauffs und Philipp Heimann
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Aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung gewechselt (von links): Nico Ehrlich und Yanek Malyska
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Eine neue Oberfeuerwehrfrau und viele -männer
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Ebenfalls befördert: Volkmar Scholz (Hauptfeuerwehrmann***) und Jens Zwicker (Hauptfeuerwehrmann)
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Gruppenführer im Dienstgrad des Löschmeisters: Florian Naujok
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Die frisch beförderten Ober- und Hauptlöschmeister
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25 Jahre aktiv im Feuerwehrdienst (von links): Kevin Gehrmann und Kai Koch
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In Summe 180 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr
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Geehrt für 50 Jahre aktive Dienstzeit: Dirk Backhaus
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In die Ehrenabteilung verabschiedet: Helge Jape (Mitte)
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Geehrt für seine langjährige Tätigkeit als Gruppenführer: Jörg Kipp (rechts, mit Wehrführer Michael Rein)
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Im Oldtimer zur Wache: Gregor Karpeljuk (rechts, mit Wehrführer Michael Rein)
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Geschenk zum Abschied: Gregor Karpeljuk bannt Wedels Feuerwache auf Leinwand
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Premiere: Das Schlusswort der Veranstaltung spricht Wedels neuer stellvertretender Wehrführer Thomas Grabau

"So etwas hat es noch nie gegeben, oder?" fragte Wedels Wehrführer Michael Rein in Richtung Ehrenabteilung. Das Nicken der altgedienten Kameraden bestätigte Reins These, dass der Corona-bedingte Ausfall der zweiwöchentlichen Übungsdienste eine absolute Neuheit in der jüngeren Geschichte der Feuerwehr darstellte. Rein hatte zu einer ungewöhnlichen Jahreshauptversammlung in die Wedeler Feuerwache geladen. Ungewöhnlich war nicht nur der Zeitpunkt Ende Oktober, sondern auch die Tatsache, dass zu der Veranstaltung keine Gäste zugelassen waren. Einzig Wedels Bürgermeister Niels Schmidt und Olaf Kielmann als Vertreter des Kreisfeuerwehrverbands waren geladen, um Ehrungen und Beförderungen vorzunehmen.

Hygienekonzepte und Abklärungsfälle

Corona war verständlicherweise das beherrschende Thema beim Jahresrückblick. Um die Einsatzbereitschaft auch im Lockdown und bei hohen Inzidenzwerten sicherzustellen, wurde ein Hygienekonzept eingeführt und kontinuierlich weiterentwickelt. Viele Arbeitsabläufe für den Einsatzfall mussten darauf angepasst werden. Bei Alarmierungen mit dem Zusatzstichwort "Abklärungsfall" war beispielsweise besondere Vorsicht geboten, weil nicht sicher war, ob sich die Hilfe suchende Person mit dem Corona-Virus angesteckt hatte. Rettungsdienst und Feuerwehr mussten besonders gut auf den Eigenschutz achten, wenn ein Zugang zur Wohnung eines Abklärungsfalls geschaffen wurde. Diese Türöffnungen machten mit 73 Alarmierungen einen Schwerpunkt der insgesamt 380 Alarmierungen im Berichtsjahr aus. In immerhin 173 Fällen wurde die Feuerwehr Wedel mit dem Stichwort "Feuer" alarmiert.

Sorgenkind Feuerwache

Corona und seine logistischen, aber auch seelischen Folgen waren nicht die einzige Herausforderung für die Feuerwehr Wedel. Ein Feuerwehrbedarfsplan, von der Stadt Wedel in Auftrag gegeben und von einer Fachfirma erstellt, offenbarte viel Licht, aber auch Schatten. So wurde die Lage der Feuerwache an der Schulauer Straße positiv bewertet, die Ausstattung des Gebäudes hingegen als mangelhaft eingestuft. Auch die Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse Nord, der Unfallversicherungsträger für die Feuerwehren in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, stellte bei einer Begutachtung der Wache zum Teil erhebliche bauliche Mängel fest. Eine durch die politischen Gremien genehmigte Machbarkeitsstudie ist bis heute nicht umgesetzt, monierte Wehrführer Rein. Bürgermeister Schmidt verwies auf die schwierige Finanzlage der Stadt, versprach aber, alles zu tun, was notwendig ist und der Sicherheit der ehrenamtlichen Brandschützer dient. Vorrangig werden die von der Feuerwehr-Unfallkasse festgestellten Mängel behoben, so Schmidt. Eine neue Feuerwache werde es aber innerhalb den kommenden fünf Jahre nicht geben, betonte der Bürgermeister.

Moderne Technik

Da das Jahr 2021 schon fast wieder zu Ende ist, kamen auf der Jahreshauptversammlung auch Themen aus dem laufenden Jahr zur Sprache. So konnten mit Unterstützung des Fördervereins der Feuerwehr neue Wetterjacken für alle Kameradinnen und Kameraden beschafft werden. Das in der vergangenen Woche in Dienst gestellte Wechselladerfahrzeug war der Blickfang dieser Veranstaltung. Zeitgleich durfte sich die Wehr über einen Abrollbehälter "Aufenthalt/Führung" freuen, der als Lagezentrum und für Brandwachen dient, aber auch als Aufenthaltsraum nach Evakuierungen genutzt werden kann. Bereits im Jahr 2020 war ein Abrollbehälter "Löschwasser" in Dienst gestellt worden. Dank der großzügigen Unterstützung eines Wirtschaftsunternehmens verfügt die Feuerwehr Wedel jetzt über eine Drohne mit Wärmebildkamera. Diese hilft der Einsatzleitung dabei, sich schnell ein umfassendes Bild der Lage zu machen. Außerdem wird die Drohne, wie unlängst in Hetlingen, zur Personensuche eingesetzt.

Personelle Veränderungen und ein Abschied

Die Feuerwehr verändert sich – auch personell. So wurde im Rahmen der Jahreshauptversammlung der ehemalige stellvertretende Wehrführer Uwe Brandt aus seinem Amt entlassen. Wehrführer Rein betonte die gute Zusammenarbeit mit Brandt, der das Amt des stellvertretenden Wehrführers seit 2009 innehatte. Die ungewöhnliche Kombination aus Gerätewart einerseits und Wehrführer andererseits sei nicht immer einfach gewesen, zumal Brandt oft mehrmals täglich die Rolle wechselte. "An der Kleidung habe ich immer erkennen können, in welcher Rolle Uwe gerade unterwegs ist", so Rein schmunzelnd, "Weißes Hemd: Wehrführung. Arbeitskleidung und Öl an den Fingern: Gerätewart." Zwanzig Jahre lang war Brandt zudem Mitglied des Beschaffungsausschusses und hat in dieser ehrenamtlichen Funktion die Ausschreibungen für viele Fahrzeuge vorbereitet – "beginnend mit der heutigen Drehleiter, endend mit der neuen Drehleiter, die wir 2022 bekommen", so Rein. Brandt bedankte sich für die warmen Worte und die gemeinsame Zeit. Nun freut er sich darauf, in der Reserveabteilung etwas kürzer zu treten und mehr Zeit für sein Hobby zu haben: Ausgedehnte Wohnmobil-Touren quer durch Europa.

Thomas Grabau, Brandts Nachfolger im Amt des stellvertretenden Wehrführers, dankte seinem Vorgänger für die gute und kollegiale Übergabe der Amtsgeschäfte. In seinem Schlusswort knüpfte Grabau an die Frage von Wehrführer Rein an, wie es gelingen kann, die ehrenamtlichen Feuerwehrleute auch in Zukunft zu motivieren. Ungeachtet der guten Ausstattung und der professionellen Technik sind es am Ende immer Menschen, die mit ihrem Engagement darüber entscheiden, ob Hilfsfristen eingehalten werden und die Einsatzbereitschaft sichergestellt werden kann. Deshalb zeigte sich Grabau zutiefst beeindruckt, dass in den vergangenen 20 Monaten viele Menschen den Weg zur Feuerwehr Wedel gefunden haben. Einige sind bereits ausgebildete Feuerwehrleute, andere sind ganz neu in diesem Ehrenamt. Sein Appell an die Mannschaft, die Neuen gut in ihre Mitte aufzunehmen, war kaum erforderlich: Wenn man an diesem Abend in die Runde schaute, dann stellte man fest, dass Jung und Alt, Anwärterin und langjähriger Feuerwehrmann Seite an Seite zusammensaßen und ein Zusammengehörigkeitsgefühl vermittelten, das dem manchmal altmodisch klingenden Begriff "Kameradschaft" neues Leben einhauchte. Diese Zusammengehörigkeit hat sogar die Zeit erzwungener Distanz überdauert.

Zum Schluss hieß es, Abschied zu nehmen von einem Kameraden, der in mehr als fünf Jahrzehnten in der Feuerwehr einiges erlebt hat. Gregor Karpeljuk zieht gemeinsam mit seiner Frau aus Wedel nach Westaustralien, wo deren Tochter mit ihrer Familie lebt. In seiner Laudation nannte Hans Rudolf Lefs acht gute Gründe, nicht nach Australien zu reisen – um sogleich acht gute Gründe nachzuschieben, warum dieses Land doch eine Reise wert ist. Karpeljuk bedankte sich für die abwechslungsreiche Zeit in der Feuerwehr Wedel und für die Überraschung seiner Kameraden aus der Ehrenabteilung. Die hatten ihn vor der Versammlung mit dem Oldtimer der Feuerwehr zu Hause abgeholt und zur Wache gefahren. Dort standen alle Kameradinnen und Kameraden ihm zu Ehren in Reih und Glied – ein besonderer Empfang zu einem besonderen Anlass. (Holger Koschek/Feuerwehr Wedel/30.10.21)

Beförderungen

  • Übernahme in die Feuerwehr nach dem Probejahr und Beförderung zum Feuerwehrmann: Fuad Abdullah, Florian Ehrich, Philipp Heimann, Felix Knauffs
  • Übernahme aus der Jugendfeuerwehr und Beförderung zum Feuerwehrmann: Nico Ehrlich, Yanek Malyska
  • Beförderung zur Oberfeuerwehrfrau / zum Oberfeuerwehrmann: Christopher Genz, Tim Grawert, Julius Kipp, Niklas Konetzny, Kim Luca Krüger, Tom Kuhlmann, Susanne Lustig, Paul Nütz, Vincent Schütte, Niklas Winks
  • Beförderung zum Hauptfeuerwehrmann: Matthias Behrmann, Pascal Krebs, Jens Zwicker
  • Beförderung zum Hauptfeuerwehrmann*** (Drei Sterne): Volkmar Scholz
  • Beförderung zum Löschmeister: Kai Krüll, Florian Naujok, Martin Vazquez
  • Beförderung zum Oberlöschmeister: Thomas Grabau, Ulrich Heiseke, Andreas Pols, Matthias Schäfer, Jan Struve
  • Beförderung zum Hauptlöschmeister: Sven Kühn

Ehrungen

  • Zehn Jahre Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr: Jan Struve
  • 30 Jahre Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr: Karsten Fligg, Kai Koch, Martin Konetzny, Michael Rein, Dennis Renk, Stefan Schlüter
  • Brandschutz-Ehrenzeichen in Silber (am Bande) für 25-jährige aktive Dienstzeit: Kevin Gehrmann, Kai Koch
  • Brandschutz-Ehrenzeichen in Gold (am Bande) für 40-jährige aktive Dienstzeit: Volker Tiede
  • Brandschutz-Ehrenzeichen in Gold (am Bande) für 50-jährige aktive Dienstzeit: Dirk Backhaus
  • Deutsches Feuerwehr-Fitnessabzeichen: Jens Benölken, Christopher Genz, Holger Koschek

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