Meister der Motorsäge

Das Aufgabenspektrum der Feuerwehr umfasst auch das Abwenden von Gefahren nach Unwettern – und die werden nicht seltener. Voraussetzung für das Bedienen von Motorsägen ist eine fundierte Ausbildung.

in Freiwillige Feuerwehr

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Vorbereitende Schnitte für das Fällen eines Baumes
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Sägen unter fachkundiger Aufsicht
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Verdiente Pause und ein zufriedener Ausbilder Marcus Hopf (rechts)
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Hoch hinaus: Oft muss aus dem Korb der Drehleiter gesägt werden
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Akkurat in Schnitt und Länge: Ein fachmännisch zerlegter Baum

Nach einem Unwetter mit Starkregen, Hagel und Sturm ist oft die Feuerwehr gefragt. Deren Hauptaugenmerk liegt auf der Abwehr von Gefahren, die durch das Unwetter entstanden sind: Vollgelaufene Keller schwächen die Statik von Gebäuden, lose Dachpfannen und Äste drohen zu fallen, umgestürzte Bäume blockieren Verkehrs- und Rettungswege.

Muss gesägt werden, dann kommt auch bei der Feuerwehr die handgeführte motorgetriebene Kettensäge zum Einsatz – übrigens nicht nur bei der Beseitigung von Sturmschäden. Die Kettensäge wird zunehmend auch dann genutzt, wenn sich die Feuerwehr schnell einen Zugang zu einer Wohnung verschaffen muss – etwa weil eine in der Wohnung liegende hilfsbedürftige Person nicht mehr in der Lage ist, die Tür zu öffnen. Moderne Türschlösser machen nicht nur Einbrechern das Leben schwer, sondern auch der Feuerwehr.

Während das Sägen eines Türblatts vergleichsweise einfach ist, muss beim Sägen umgestürzter oder umsturzgefährdeter Bäume einiges beachtet werden, damit das Objekt sicher zu Boden gebracht wird. Anders als beim Sägen eines fest stehenden Baumes wirken bei umgestürzten oder hängenden Bäumen verschiedene Zug- und Druckkräfte. Wer die nicht kennt, findet sich im schlimmsten Fall unter dem Baumstamm wieder – oder mehrere Meter davon entfernt, weil ein eingeklemmter Ast während des Sägens plötzlich wie ein Katapult nach vorn schnellt.

Es ist klar, dass Feuerwehrleute den sicheren Umgang mit der Motorsäge auch unter solch schwierigen Bedingungen intensiv lernen und üben müssen. Wohl dem, der einen Jörg Bartelt in seinen Reihen hat. Der Wedeler Feuerwehrmann bildet seit vielen Jahren die Kameradinnen und Kameraden im Umgang mit der Motorsäge aus. Unterstützt wird Bartelt von Marcus Hopf. Der professionelle Baumpfleger und ehemalige Wedeler Feuerwehrmann wohnt mittlerweile nicht mehr in der Rolandstadt, ist seiner ehemaligen Wehr aber immer noch verbunden. Gemeinsam haben sie im Februar und März einer Gruppe Wedeler Feuerwehrleuten das Sägen mit der Motorsäge in Theorie und Praxis nähergebracht.

Bei der ersten praktischen Übung kam das Drehleiterfahrzeug der Wedeler Wehr zum Einsatz. Oft müssen die Feuerwehrleute nämlich hoch hinaus, um den lose hängenden Ast zu erreichen und professionell zu entfernen. Das Sägen im engen und schwankenden Leiterkorb muss man in Ruhe geübt haben, bevor man es zu jeder Tages- und Nachtzeit beherrscht.

Beim zweiten Außentermin im März ging es gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Ottensen/Bahrenfeld nach Niedersachsen. Dort konnten auf einem privaten Waldgelände einige Bäume fachmännisch gefällt werden. Darüber hinaus durften zwei Bäume gesägt werden, die der Sturm bereits gefällt hatte. Hier zählte: genau schauen, die auf den Baum wirkenden Kräfte berechnen, den richtigen Schnitt bestimmen – und erst dann sägen. Die Teilnehmer dieses Lehrgangs sind jetzt um viele Erfahrungen reicher – und berechtigt, zukünftig bei Einsätzen die Motorsäge zu bedienen. Sollten sie das nach einem Unwetter trotz Berechtigung einmal nicht tun, dann hat das seinen Grund: Geht die Gefahr beispielsweise von einem Baum auf einem Privatgrundstück aus, dann wird die Feuerwehr insbesondere in Nebenstraßen und Sackgassen den Gefahrenbereich absperren und dem Eigentümer empfehlen, einen Baumpflegedienst zu beauftragen. Mit der Absperrmaßnahme ist die unmittelbare Gefahr gebannt und die Aufgabe der Feuerwehr erfüllt. (Holger Koschek/Feuerwehr Wedel/2.6.18)

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