"Mit der Feuerwehr geht es abwärts!"

... so könnte man den vergangenen Übungsabend mit einem Augenzwinkern beschreiben. Das Lernziel: Rettung von Personen aus einem Schacht.

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Blick in Wedels Unterwelt
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Gut gesichert: Übungsobjekt Revisionsschacht
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Patientengerechter Liegendtransport mit Schleifkorbtrage und Rollgliss (Fotos: Jens Buhr/Feuerwehr Wedel)

Die Aufmerksamkeit der Passanten und Autofahrer war dem Team um Gruppenführer Kai Koch sicher, als es sich am vergangenen Dienstagabend um den mit Blitzleuchten und Warnkegeln gesicherten Regenwasser-Revisionsschacht versammelte. "Ganz schön tief!" war die erste Erkenntnis dieses Dienstabends, den der freiwillige Feuerwehrmann Lucas Sandweg mit Unterstützung von zwei Kameraden ausgearbeitet hatte. Sandweg erläuterte seinen Kolleginnen und Kollegen die Grundlagen der Schachtrettung. Dann wurde aus Steckleiterteilen ein Bock gebaut, in den das sogenannte Rollgliss-Gerät eingehängt wurde – ein Rettungs- und Abseilgerät, das nach dem Prinzip des Flaschenzugs funktioniert. Ausgerüstet mit einem Auffanggurt ließ sich der erste Brandschützer in den Flaschenzug einklinken – und ab ging es in die Wedeler Unterwelt.

Nachdem alle Teilnehmer die Funktion des Rollgliss ausprobiert hatten, rüstete sich einer von ihnen mit einer Pressluftflasche aus, wie sie beim Einsatz unter Atemschutz genutzt wird. Sollte eine Personenrettung aus einem Schacht erforderlich sein, in dem sich gefährliche oder erstickend wirkende Gase befinden, müssen die Rettungskräfte auf ihre Atemschutzgeräte zurückgreifen. Der eben noch recht einfache Einstieg in den Revisionsschacht gestaltete sich jetzt schon schwieriger. Die dicke Einsatzschutzkleidung, darüber der Auffanggurt, darüber wiederum die Schultergurte der Pressluftflasche und die Flasche selbst – "das trägt ganz schön auf!" Hier waren die umsichtigen Blicke und helfenden Hände der Kameraden gefragt, um Mensch und Gerät sicher durch die Einstiegsöffnung zu bugsieren. Fazit: Funktionert – muss aber geübt werden.

Das Rollgliss-Gerät kann noch mehr. Das durfte Feuerwehrfrau Katharina Beracz ausprobieren. Sie nahm in der Schleifkorbtrage Platz, die dem Liegendtransport verletzter Personen dient. Gut gesichert wurde die Trage mit vier Karabinern im Rollgliss befestigt. Jetzt ging es nicht nach unten (dafür war der Revisionsschacht zu klein), sondern ein Stück nach oben – dank des Flaschenzugs mit überschaubarem Kraftaufwand.

Auf dem Weg zurück in die Feuerwache, wo der im 14-Tages-Rhythmus stattfindende Dienstabend offiziell beendet wurde, waren alle Freiwilligen wieder ein Stück schlauer. Und Koch war zufrieden, dass es seinem Team erneut gelungen war, einen lehr- und abwechslungsreichen Übungsabend in Eigenregie zu organisieren. (Holger Koschek/Feuerwehr Wedel/15.3.17)

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