Uwe Harms setzt Kurs Ruhestand

Leiter der Stadtentwässerung Wedel scheidet aus dem Unternehmen aus - und will mehr segeln

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Der Schreibtisch wird schon aufgeräumt: Uwe Harms verlässt seinen Posten als Leiter der Stadtentwässerung Wedel.
Der Schreibtisch wird schon aufgeräumt: Uwe Harms verlässt seinen Posten als Leiter der Stadtentwässerung Wedel., Der…

Sein Reich war der Wedeler Untergrund. Für rund 21 Jahre kümmerte sich Uwe Harms verantwortlich um die Entwässerung der Stadt - jetzt geht der Leiter des Eigenbetriebes in den Ruhestand. Mit Wasser - wenn auch auf etwas andere Art - wird er aber auch künftig zu tun haben: Uwe Harms ist leidenschaftlicher Segler.

In den vergangenen Jahrzehnten hat er immer den selben Job erledigt - und dabei drei verschiedene Arbeitgeber gehabt. Als Uwe Harms begann, machte er das noch als Mitarbeiter des städtischen Bauamtes. 1997 sollte die Verwaltung schlanker werden, die Stadtentwässerung wurde als eine Abteilung in die Stadtwerke eingegliedert mit Harms als Leiter. Im Jahr 2000 wurde das wieder revidiert, seitdem funktioniert die Stadtentwässerung als Eigenbetrieb.

Uwe Harms ist dabei als Allrounder geschätzt. Denn der Bauingenieur war nicht allein auf Kanäle konzentriert, sondern fuchste sich in seiner Karriere in so ziemlich jede Aufgabe ein - von Kinderspielplätzen bis Straßenbau. So etwas half prächtig, wenn mal über den Tellerrand der Stadtentwässerung hinausgedacht werden musste - also so ziemlich immer. 

Denn das 17 Personen starke Entwässerungs-Team lebt ja nicht in einem eigenen Universum, sondern insbesondere wenn's um Baustellen geht, ist Abstimmung angesagt. Uwe Harms: "Wenn gebuddelt wird, bemühen wir uns immer, auch andere Versorger oder Telekommunikationsunternehmen mit ins Boot zu holen, um möglichst viel in einem Aufwasch zu erledigen. Vielleicht sind wir nicht perfekt, aber schon viel besser als früher."

Rund 190 laufende Kilometer Schmutz- und Regenwasserleitungen, dazu technische Anlagen und Vorfluter und und und - man mag oberirdisch nicht allzu viel bemerken, doch die Stadtentwässerung "bewegt" Jahr um Jahr zwischen fünf und 5,5  Millionen Euro bei etwa zwei Millionen allein für Investitionen in das Netz. Es ist deshalb gut in Schuss, im Umfeld hat die Stadtentwässerung Wedel einen guten Ruf.

Und Uwe Harms trug in den vergangenen Jahrzehnten einiges dazu bei. Kanalsanierungen waren immer ein großes Thema - Harms leitete den Umschwung vom Rohraustausch hin zur Inliner-Sanierung, wo immer möglich. Bei Bauten erlebte er so manche Überraschung, wenn plötzlich Rohre an Stellen entdeckt wurden, wo sie von den Vorfahren im Unternehmen niemals dokumentiert wurden. "Wenn man erst nachforschen muss, sobald eine Baugrube geöffnet ist, sorgt das natürlich für unglückliche Verzögerungen." Uwe Harms überstand den Hickhack um vom Land geforderte Dichtigkeitsprüfungen und die immer schärferen Umweltauflagen.

Ein ganz großes Problem konnte zwar von ihm nicht gelöst werden, aber zumindest ein Anfang ist gemacht. Stichwort "Starkregen". Uwe Harms: "Diese Ereignisse haben in den vergangenen Jahren zugenommen und wir haben reagiert." Gemeinsam mit dem Bauamt wurden in B-Plänen verstärkt Sammelflächen und -gräben vorgeschrieben - nicht unbedingt zur Freude von Grundstückseignern und Investoren, die deshalb bebaubare Fläche einbüßten, aber für die Sicherheit der Kommune.

Viel Wasser, allerdings "von unten" wird weiterhin bei Uwe Harms eine wesentliche Rolle spielen. "Meermaid" heißt seine große Liebe neben Ehefrau Bine. Mit dem Segelboot und Hund Abby stehen jetzt verstärkt Ostsee-Törns an, und zwar noch ein bisschen entspannter als früher. Denn einen festen Urlaubs-Ende-Termin gibt es nun nicht mehr. (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 21.3.2018)

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