Bauprojekt Doppeleiche: Das ist der Siegerentwurf

Preisgericht kürt Konzept von "Fusi & Ammann Architekten". Transparenz durch Bürgerbeteiligung.

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Der geplante Bau am südlichen Ende der Bahnhofstraße soll auf dem Grund der derzeit leerstehenden Sparkassen Filiale…
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Professor Paolo Fusi erläuterte bei der Präsentation seines Siegerentwurfes das Konzept hinter dem achtgeschossigen Baus, der…
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Die Leiterin des Fachbereiches 2 „Bauen und Umwelt“ der Stadt Wedel, Gisela Sinz, zeigte sich äußerst zufrieden mit dem…
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Wichtiges bauliches Scharnier zwischen Bahnhofstraße und Hafen: Der Entwurf der Architekten Professor Paolo Fusi und Stefanie…

Die Neugestaltung des südlichen Endes der Bahnhofstraße ist einen wichtigen Schritt vorangekommen. Nach der Sitzung des Preisgerichts am Donnerstag, 20. Juni, präsentierten die Stadt Wedel und die Stadtsparkasse Wedel jetzt den Siegerentwurf für den geplanten Neubau, der die derzeit leerstehende Sparkassen-Filiale ersetzen soll. Der Entwurf des Hamburger Büros „Fusi & Ammann Architekten“ setzte sich in einem so genannten Planungswettbewerb gegen die Entwürfe dreier anderer Architektenbüros durch.

Der insgesamt achtgeschossige (sieben plus Staffelgeschoss) Bau mit Tiefgarage soll als Eingangstor in die Bahnhofstraße wahrgenommen werden und so das städtebauliche Scharnier zum Hafen bilden. Wie Professor Fusi erläuterte, sei die Hauptmasse des Baus, der 30 Wohnungen umfasst, davon jeweils sechs für Einpersonen- und Zweipersonenhaushalte, in den südlichen Bereich gesetzt worden. So bleibe im nördlichen Bereich an der Schnittstelle zum benachbarten Hochhaus genug Raum für die Gestaltung eines Platzes als Begegnungsmöglichkeit. Durch die geplante Bauweise mit speziellen Fertigelementen könne, so Fusi, die Bauzeit um einige Monate verringert werden.

Der Bauherr, die Stadtsparkasse Wedel, hatte den Planungswettbewerb auch auf Wunsch der Stadt Wedel durchgeführt, die für den Bau an exponierter Stelle einen transparenten Planungsprozess eingefordert hatte. Der Stadtsparkassen-Vorstandsvorsitzende Marc Cybulski verriet auf der Präsentation des Siegerentwurfes, dass er ein Wettbewerbsverfahren, zu dem auch eine öffentliche Informationsveranstaltung für die Anwohner zählte (Protokoll hier), auf den ersten Blick als für zu umständlich bewertet hätte, nun allerdings von dem Ergebnis mehr als beeindruckt sei: „Das Verfahren hat am Ende zu einer deutlich besseren Qualität des Entwurfes geführt.“

Die Leiterin des Fachbereiches 2 „Bauen und Umwelt“ der Stadt Wedel, Gisela Sinz, lobte die konstruktive und professionelle Zusammenarbeit zwischen Stadtsparkasse, Planungsbüros, Jury und dem freien Stadtplaner Daniel Luchterhandt, dessen Planungsbüro den Architektenwettbewerb begleitet hatte. Moritz Schneider, der Vorsitzende des Preisgerichts, hob die hohe Transparenz des Verfahrens hervor, mit der die Stadt Wedel, auch durch das Einbinden von Bürgerinnen und Bürgern, so manche Großstadt im norddeutschen Raum abgehängt habe. Alle Entwürfe sollen zeitnah (detailliertere Ankündigung folgt) im Rathaus der Stadt Wedel ausgestellt werden.    

Ein Zeitplan für die Umsetzung des Entwurfes kann noch nicht exakt aufgestellt werden, da dem eigentlichen Bau noch zwei wichtige Schritte vorgelagert sind, deren Dauer nicht mit letzter Sicherheit vorausgesagt werden kann. Zunächst muss die Stadtsparkasse Wedel als Bauherr noch ein Grundstück von der Stadt Wedel erwerben, das an jenes Sparkassen-Grundstück angrenzt, auf dem die bisherige Filiale steht. Hierfür ist die Zustimmung der politischen Gremien notwendig. Anschließend muss der Entwurf das normale Genehmigungsverfahren durchlaufen. Auch der Abriss des bestehenden Gebäudes erfordere eine gewisse Zeit, so Cybulski.  

Fast 70 Interessierte, darunter zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohner, hatten im Januar die Chance genutzt, um sich über das Bauvorhaben und den Ablauf des geplanten Verfahrens zu informieren. Zwei von ihnen waren per Los als Beisitzer dem Preisgericht zur Seite gestellt worden.

Die Jury bestand aus vier stimmberechtigten Fachpreisrichtern oder Fachpreisrichterinnen (eine/r von der Stadt Wedel plus drei freie Architekten/Architektinnen) und drei stimmberechtigten Sachpreisrichtern (zwei Vertretende der Stadtsparkasse und eine vertretende Person aus dem Planungsausschuss), sowie ohne Stimmrecht deren Stellvertretenden, weiteren Sachverständigen und Gästen. Als Gäste wurden zum Abschluss der Informationsveranstaltung im Januar zwei Interessierte aus dem Publikum ausgelost, die die Entscheidungsfindung durch die Jury begleiteten, wenn auch ohne eigenes Stimmrecht. (25. Juni, Stadt Wedel/Kamin)

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