Corona: Stadtpräsident zieht Zwischenbilanz

Dank und Mahnung an Wedelerinnen und Wedeler: Lob für Zusammenhalt in der Krise.

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Der Wedeler Stadtpräsident Michael Schernikau. Foto: Stadt Wedel/Kamin
Der Wedeler Stadtpräsident Michael Schernikau. Foto: Stadt Wedel/Kamin

Liebe Wedelerinnen und Wedeler,

die allgemeine Situation hat viel an Normalität zurückgewonnen und doch Vieles verändert oder ist teilweise schon selber zur (neuen) Normalität geworden, sodass man es manchmal fast vergessen könnte: Noch immer leben wir in besonderen Zeiten – in jeder Hinsicht.

Zu Beginn der „Corona- Krise“ – als die Welle der Corona-Infektionen auch Wedel und den Kreis Pinneberg erreicht hatte – habe ich von den drei Phasen gesprochen, die uns als Wedelerinnen und Wedeler im Allgemeinen und den politischen Gremien im Besonderen nun bevorstehen würden.

Die erste Phase beschrieb die Zeit, bis die Eindämmungsmaßnahmen greifen und die Infektionszahlen wieder sinken. Die zweite Phase beschrieb diejenige Zeit, die wir, das meint Politik und Verwaltung, brauchen werden die bis dahin eingetretenen Folgen zu bewerten und erste Lösungen für die aufscheinenden Probleme anzubahnen und damit umzugehen. Diese Phasen haben wir im Wesentlichen durchstanden und hinter uns.

Denn der Kreis Pinneberg und damit auch Wedel sind seit Wochen ohne neue Infektionen. Das liegt an Ihnen allen, Ihrem verantwortungsvollen Handeln und dem Handeln der Institutionen und der Wirtschaftsbetriebe in Wedel. Für diesen disziplinierten gesellschaftlichen Kraftakt zur Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen mit allen schmerzlichen Einschnitten bedanke ich mich auch im Namen der Politik und der Verwaltung bei Ihnen allen ausdrücklich!

Ohne Ihre Hilfe und die dadurch rasch eintretende Reduzierung der Infektionszahlen hätte die Politik ihre reguläre Arbeit nicht wieder aufnehmen können. Zunächst in Videokonferenzen aber inzwischen auch wieder in fast normalen Sitzungen (unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln), haben wir erste wichtige Weichen stellen können. Wichtige Weichen für die dritte Phase, an deren Beginn wir nun stehen.

Sicher ist, die Krise ist nicht überwunden; sie fängt wohl gerade erst an und wird die ganze Gesellschaft – hier in Wedel und überall sonst – spürbar verändern und vor neue Herausforderungen stellen!

Um das Ziel der dritten Phase zu erreichen, nämlich Wedel in seinem Bestand als lebens- und liebenswerte Stadt zu erhalten, wird eine Herausforderung darin bestehen, die Kräfte zu bündeln und damit im demokratischen Wettstreit die besten Ideen zu entwickeln und zu deren Umsetzung an einem Strang zu ziehen, vor allem in die gleiche Richtung! Das ist der Weg, um letztlich die Zukunft für Wedel aktiv zu gestalten.

Die Herausforderungen dabei sind groß. Die realen Zwänge nicht mehr zu übersehen: Der Haushalt unserer Stadt ist in einem desolaten Zustand. Bereits mit einem negativen Ergebnis in die Coronakrise gestartet, haben wir mit bereits feststehenden coronabedingten Einnahmeausfällen von mehr als 3,5 Millionen Euro keine Chance mehr ein positives Jahresergebnis zu erreichen. Mit der gleichen Kreativität mit der wir alle zu Zeiten der Kontaktsperre Wege zueinander gefunden haben, müssen wir nun gemeinsam eine Idee für eine neue Wedeler Stadtgesellschaft entwickeln, deren Bedürfnisse mit der finanziellen Leistungsfähigkeit unserer Stadt im Einklang steht. Bei diesem neuen gesellschaftlichen Miteinander, in das alle Kräfte bis hin zu den Vereinen und privaten Initiativen eingebunden werden müssen, darf und muss es auch um Geld gehen, aber nicht nur. Denn Wedel, das hat gerade die Coronakrise gezeigt, hat eine wertvolle Ressource, auf die es in Krisenzeiten zurückgreifen kann: den Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft der Wedelerinnen und Wedeler, wenn es darum geht die Orte und Einrichtungen zu stärken, die Wedel lebenswert machen – eine starke Gastronomie, eine vielseitige Kulturszene und attraktive Treffpunkte an denen die Menschen zusammenfinden. Der Hilfsfonds Wedel, aber auch die anderen Hilfsangebote in der Rolandstadt, können hier als gutes Beispiel gelten bei dem Firmen und Bürgerinnen und Bürger, benannt und unbenannt, zum Teil fünfstellige Euro-Beträge gespendet haben, um bedrohten Betrieben durch die erste dramatische Krisenphase zu helfen. Auch die oft nachbarschaftlich organisierten Einkaufshilfen haben die Wedelerinnen und Wedeler noch enger zusammenrücken lassen. All das hat gezeigt, Wedel hat Substanz und die Kraft und den Willen aus dieser Substanz Angebote für die Zukunft zu entwickeln.

Das müssen wir dann aber auch alle miteinander tun!

Aus meiner persönlichen Sicht ist es daher erforderlich, dass alle miteinander sich auf die jeweils eigenen Kompetenzen besinnen und sich damit auf das wesentliche Ziel konzentrieren und sich nicht auf dem Weg zum Ziel schon in den Details verlieren. Das impliziert einen notwendigen Konsens und gilt im Großen, wie im Kleinen und natürlich auch für die Politik und die Wedeler Ratsversammlung. Denn gerade hierum wird es im Rahmen der unmittelbar für die Sommerpause bevorstehenden Haushaltskonsoldierungsrunden gehen.

In Anbetracht der sich erneut häufenden Corona- Fällen und jüngst erneut beschlossenen lokalen Lockdown- Maßnahmen hoffe ich, dass unsere Bemühungen vor Ort weiter erfolgreich bleiben und wir mit „neuen Normalität“ einen für alle wunderbaren Sommer haben. Zudem hoffe ich nach der politischen Sommerpause darauf, dass es gelingt, in großer Einigkeit durch die Krise und am besten auch schnellstmöglich aus der Krise heraus zu steuern, indem wir die die strukturelle Entwicklung Wedels stärken und fördern und so die Rolandstadt lebenswert in die Zukunft führen.

Also, bleiben Sie gesund und guter Laune!

Herzlichst,

Ihr Stadtpräsident

Michael Schernikau

Mit freundlicher Unterstützung von...