Die Würde des Menschen ist unantastbar

Ministerpräsident Torsten Albig Ehrengast bei Einbürgerungsfeier – Fünf Wedeler sind jetzt Deutsche

in Rathaus & Politik

Landrat Oliver Stolz (von links) mit Melford Ovi Ekelemu, Stefano King-Beck, Bahar Camirtasi. Ayşen Ciker (1. Stellvertretende Stadtpräsidentin von Wedel), Ljumnije Fejza, Nargiz Bagirova und Ministerpräsident Torsten Albig.
Landrat Oliver Stolz (von links) mit Melford Ovi Ekelemu, Stefano King-Beck, Bahar Camirtasi. Ayşen Ciker (1.…

Es war eine ganz besondere Zeremonie mit einem ganz besonderen Ehrengast. Bei der 60. Einbürgerungsfeier des Kreises Pinneberg, bei der 75 Menschen aus 32. Herkunftsländern die deutsche Staatsbürgerschaft erhielten, war Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) als Festredner ins Elmshorner Kreishaus gekommen.

Der schleswig-holsteinische Landesvater stellte den Artikel 1 des Grundgesetzes in den Mittelpunkt: Die Würde des Menschen ist unantastbar. „An diesem Satz wollen wir uns messen lassen“, so Albig, der Probleme in der Flüchtlingsfrage nicht verhehlte, aber ebenso deutlich machte. Deutschland seien nicht jene Menschen, die am Tag der Deutschen Einheit die Kanzlerin und den Bundespräsidenten beschimpfen würden, nicht die Nörgler und nicht jene, die Ängste schüren würden, sondern jene „herzensguten Männer und Frauen“, die in den vergangenen 70 Jahren und in der Zukunft die Demokratie leben und sich an den ersten Artikel des Grundgesetzes halten und diesen mit Inhalt füllen würden.

Integration sei eine Frage des Willens, sich auf den Weg zu machen,. und nicht das Ergebnis eines Tests. „Das bedeutet aber nicht, dass sie vergessen sollen, wo sie herkommen“, sagte Albig an die Neubürger gewandt. Zum Ende seiner Rede fand der Ministerpräsident dann eine humorvolle Wende: „Sie können alles werden, was sie wollen. Auch Ministerpräsident. Vielleicht nicht nach der nächsten Wahl, aber irgendwann.“

Zu den aufmerksamen Zuhörern gehörte auch der Wedeler Stefano King-Beck, der von Landrat Oliver Stolz die Einbürgerungsurkunde und ein Grundgesetz sowie von der 1. Stellvertretenden Stadtpräsidentin Ayşen Ciker eine Büchergutschein erhielt. Der 70-Jährige, der aus England stammt und in seinem aktiven Berufsleben seine eigene Süßwarenimportfirma geführt hat, gab unter anderem den Brexit als Grund dafür an, jetzt Deutscher zu werden. „Und Deutschland hat viel für mich getan.“ An Wedel schätzt der Neubürger, der sich im Lionsclub Elbmarsch engagiert, die Elbe, den Klövensteen und die Nähe zu Hamburg. Auf die Frage, welchen Fußballclub seiner Heimatstadt Manchester er favorisiert, antwortete er sehr britisch: „United, of course.“

Gemeinsam mit King-Beck wurden auch Nargiz Bagirova (Aserbaidschan), Bahar Camirtasi (Türkei), Melford Ovi Ekelemu (Nigeria) und Ljumnije Fejza (Kosovo) eingebürgert. Die feierliche Zeremonie klang mit dem Singen der Nationalhymne (unterstützt durch die Schülerband „Creative Names“) aus. (©Flomm/kommunikateam GmbH für Stadt Wedel, 3.11.2016)

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