Fangnetz und Sprungbrett: „Gründer brauchen Netzwerke“

Informationsveranstaltung Start@Wedel zeigt Anforderungen von angehenden Unternehmern auf.

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Auf dem Kickstart-Workshop „Start@Wedel“ hatten die Studierenden und angehenden Gründer ihrer Prioritäten für den Weg zum Start-Up benannt.
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Auf dem Kickstart-Workshop „Start@Wedel“ hatten die Studierenden und angehenden Gründer ihrer Prioritäten für den Weg zum…
Nadja Sörgel, Managing Director des Startups Tradus mit Sitz in Amsterdam, gab interessante Einblicke in die Gründungsphase und die Strategie ihrer Firma.
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Nadja Sörgel, Managing Director des Startups Tradus mit Sitz in Amsterdam, gab interessante Einblicke in die Gründungsphase…

Sie sind jung, sie haben bahnbrechende Ideen und sie sind heiß begehrt: Gründer sind ein wichtiger Faktor für die Sicherung von Wirtschaftsstandorten. Ein angedachtes Gründungs- und Technologiezentrum könnte Gründer und ihre Unternehmen in Zukunft noch zahlreicher in den Kreis Pinneberg holen.  Die Stadt Wedel und die Fachhochschule Wedel haben bei Ihrem gemeinsamen Kickstart-Workshop „Start@Wedel“ wichtige Einblicke in die Cockpitperspektive von angehenden Unternehmensgründern gewinnen können. „Wir wissen jetzt deutlich besser, worauf es Gründern in der wichtigen Phase zwischen Geschäftsidee und Anlaufphase für ihr mögliches Start-Up ankommt und welche Voraussetzungen für ein dynamisches Gründungsklima geschaffen werden müssen“, sagte Manuel Baehr, Wirtschaftsförderer der Stadt Wedel nach der Auswertung der Workshop-Ergebnisse. Zusammen mit Prof. Dr. Eike Harms von der Fachhochschule hatte Baehr ein Veranstaltungsformat entwickelt, das Ende November angehende Gründer, Wirtschaftsförderer, Fachhochschul-Dozenten und Unternehmer, die selbst erfolgreich gegründet hatten zusammenbrachte.

Ein Video zu der Veranstaltung Start@Wedel finden Sie hier (bitte beachten Sie, dass Sie mit Aktivierung des Links die Seite Wedel.de verlassen und auf eine Seite von Youtube weitergeleitet werden. Dort gelten die Datschenschutzbestimmungen von Youtube)

Herzstück waren drei Workshops, in denen Vertreterinnen und Vertreter aller Gruppen in kleinen intensiven zirkeln zusammenkamen. Drei Fragen standen dabei im Vordergrund: Welches sind die kritischen Hürden für Gründerinnen und Gründer? Welche Angebote für Gründer gibt es in der Region bereits und wie können sie konkret unterstützt werden? Wie können etablierte Unternehmen aus Wedel und der Region sich zum gegenseitigen Nutzen einbringen?

Wie genau alle Beteiligten aus einem derart engen Dialog profitieren, zeigte sich schnell in den Workshopgruppen. Während die Studierenden von den erfahrenen Gründern aus erster Hand auf gefährliche Fallstricke und wichtige Wegmarken bei der Organisation einer Firmengründung hingewiesen wurden, konnten die Vertreter von Fachhochschule und Wirtschaftsförderung entscheidende Fingerzeige erhalten, wie die Beratungs- und Lehrangebote noch besser zugeschnitten werden könnten. Die erfahrenen Gründer ihrerseits profitierten davon, Einblicke in die zum Teil unkonventionellen Ideen der nächsten Gründer-Generation zu erhalten, die innovative technische Konzepte zu ganz neuen Geschäftsideen kombinieren und so noch dichter am Puls der Zeit sind. „Die schon bestehende Vernetzung von Studierenden, Kommunen, der Wissenschaft und Lehre und Unternehmen weiter auszubauen, wird der Schlüssel dafür sein, wie ein Gründungs- und Technologiezentrum im Kreis Pinneberg mit Leben gefüllt werden kann“, fasste Prof. Harms die Eindrücke von „Start@Wedel“ zusammen. Ein Netzwerk rund um das Thema Gründung könne so gleichzeitig Fangnetz in schwierigen Phasen und Sprungbrett zur nächsten Etappe einer Gründung sein.

Als Einstieg in die Diskussion war der Blick in einem „Meetup“ bewusst auf die internationale Perspektive geweitet worden: Denis Gloger, Gründer des größten deutschsprachigen Netzwerkes NeDeNa  junger Professionals in Spanien, berichtete vom Gründen und der Szene in Barcelona. Und Nadja Sörgel, Managing Director des Startups Tradus mit Sitz in Amsterdam ließ die Teilnehmer an den dortigen Entwicklungen teilhaben. Beide waren per Skype zugeschaltet. Moderiert wurde das „Meetup“ von David Patrician, der sich als Regionalreporter in Schleswig-Holstein bestens auskennt und aus dem Gründer-Mutterland USA stammt.

Die Studierenden selbst, die zum Teil bereits mit Unternehmensideen in den Workshop gegangen waren, freuten sich über die sehr konkreten Hinweise, welche Angebote von unterstützendem Know-how es zum Beispiel bei den Wirtschaftsförderern und der WEP im Kreis Pinneberg bereits gibt. Wichtig ist für sie auch die Brückenfunktion, die ein angedachtes Gründungszentrum – ähnlich wie schon jetzt die FH Wedel - für junge Tempomacher aus der Stadt Hamburg hinaus in den Kreis Pinneberg übernehmen kann. Viele der Studierenden der FH Wedel kämen schon jetzt aus der Hansestadt. Sie erlebten dabei durch das auf Gründer ausgerichtete Konzept der Fachhochschule Wedel, dass Innovation und Dynamik nicht am Hamburger Ortsschild endeten, wodurch sie ihren Unternehmerischen Horizont ganz automatisch auch auf den Kreis Pinneberg mit unmittelbarer Einbindung in die Metropolregion bei gleichzeitig guten Angebot an Gewerbeflächen erweiterten.

Welche Innovationskraft von der Fachhochschule Wedel für angehende Gründer ausgeht, zeigte sich in einer wichtigen Auszeichnung Anfang Dezember: Die Fachhochschule Wedel ist unter den Preisträgern des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie initiierten Wettbewerbs EXIST-Potentiale. Für einen Zeitraum von vier Jahren erhält die FH Wedel eine Förderung in Höhe von 750.000 Euro und kann sich nachhaltig als Gründerhochschule entwickeln. Die Fachhochschule Wedel hatte sich in der Kategorie „Potentiale heben“ beworben, um den Anforderungen gründungsinteressierter Studierender entsprechend zukünftig ein systematisches Angebot machen zu können.

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