Frist verlängert: Grundwasser-Betroffene können sich weiter melden

Stadt setzt Sieben-Punkte-Aktionsplan fort. Bis 1. Oktober können noch weitere Gebäude benannt werden.

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Die Stadt Wedel setzt ihren 7-Punkte-Aktionsplan konsequent weiter um, der betroffenen Bürgerinnen und Bürgern Informationen über mögliche Lösungen der jeweils vorliegenden Grundwasser-Probleme liefern soll. Im März waren deshalb Betroffene von der Verwaltung auf dem Internetportal der Stadt (www.wedel.de) und über die Tagespresse aufgerufen worden, ihr Problem bei der Stadt zu melden.

Um noch weiteren Wedelerinnen und Wedelern, die Chance zu geben, ihren Fall zu schildern und zur Auswertung zu bringen, wurde die Meldefrist bis zum 1. Oktober 2019 verlängert. Der zeitliche Ablauf des Aktionsplans verschiebt sich deshalb nach hinten. Dieses Vorgehen ist mit den Vertretern der politischen Parteien abgestimmt.

Ziel des Aufrufes ist es, einen gesicherten Überblick darüber zu bekommen, wie viele und welche Gebäude im Stadtgebiet von einem gestiegenen Grundwasserspiegel betroffen sind, damit, zusammen mit den Eigentümern mögliche Lösungen des Problems ausgelotet werden können.

Unter der E-Mailadresse grundwasser(at)stadt.wedel.de können sich Eigentümerinnen und Eigentümer melden, die von dem jüngsten Grundwasseranstieg seit etwa 2016 betroffen sind. Die Daten können auch postalisch an die Leitstelle Umweltschutz, Rathausplatz 3-5, 22880 Wedel übermittelt werden.
 
Folgende Informationen sind dafür wichtig:

1)    Welches Gebäude oder welcher Gebäudeteil ist betroffen? (Adresse)
2)    Welches Problem liegt vor?
3)    Gibt es eine Vermutung über die Ursache des Problems und, wenn ja, welche?
4)    Seit wann tritt das Problem auf?
5)    Gibt es bereits ein Gutachten zu dem vorliegenden Problem?
6)    Verfügt das Gebäude über technische Schutzeinrichtungen gegen eindringendes Grundwasser (Drainage, weiße/schwarze Wanne o. ä.)
7)    Wer ist der Ansprechpartner?

Die Daten werden selbstverständlich vertraulich behandelt. 

In den intensiven Gesprächen mit den Experten der Unteren Wasserbehörde war deutlich geworden, dass die Idee einer allgemeinen stadtgebietsumfassenden Absenkung des Grundwasserspiegels aller Wahrscheinlichkeit nach keine Aussicht auf Erfolg hat. Wegen der heterogenen Bodenstruktur gebe es nach Aussage der Experten von der Genehmigungsbehörde zum Beispiel keine Garantie dafür, dass das Wasser im Falle einer Wiederaufnahme der Wasserförderung gleichmäßig, d.h. an allen betroffenen Stellen, absinken würde.  Es könne zudem äußerst schwierig werden, das geförderte Wasser in die Elbe abzuleiten. Es müssten Leitungen gebaut werden. Ob der Umweltschutzgedanke, der Schutz und die sparsame Verwendung des Grundwassers bei einem solchen Projekt berücksichtigt würden, sei ebenfalls fraglich.

Die Stadt Wedel will deshalb Betroffenen Informationen liefern, wie das jeweilige Problem angegangen werden kann. Grundlage dafür ist der 7-Punkte-Plan zur Information über Grundwasserschäden:

Die Schritte im Einzelnen:

Schritt eins:
Sichtung aller der Stadt und dem Kreis gemeldeter Wasserschäden an Gebäuden und Auswertung hinsichtlich der kleinräumigen Gegebenheiten, dem Zeitpunkt der Meldung, der Auflagen und Genehmigungstatbestände, die aus den vorhandenen Bauakten zu ersehen sind.

Schritt zwei:
Vorortbesichtigung ausgewählter Objekte unter Heranziehung baulich technischen Sachverstands und Sichtung der von den Eigentümern zur Verfügung gestellten Gutachten.

Schritt drei:
Wie von den Betroffenen gewünscht erfolgt ein Aufruf, sich bei der Stadt Wedel zu melden bei Wasserschäden an Gebäuden mit Nennung des Zeitpunktes und genauen Ortes des Auftretens und ggf. Zur-Verfügung-Stellung möglicher vorhandener Gutachten. Diese Wasserschäden werden wie unter Schritt eins untersucht.

Schritt vier:
Erstellung eines Raummodells, dessen Aufgabe es ist, räumliche Konzentrationen von Wasserschäden im Stadtgebiet Wedel aufzuzeigen.

Schritt fünf:
Die kleinräumigen Konzentrationen von Wasserschäden werden in einem weiteren Schritt untersucht (Topographie, Veränderungen der Bodenbeschaffenheit aufgrund von Bautätigkeiten, ggf. Sichtung von Wasserständen in Messstellen).

Schritt sechs:
Diese Ergebnisse, d.h. Ermittlung der derzeitigen Wasserschäden an Gebäuden und Auswertung der jeweiligen Gegebenheiten, die Erarbeitung eines Raummodells um räumliche Konzentrationen im Stadtgebiet lokalisieren zu können und die Untersuchung der kleinräumlichen Determinanten werden je nach Rückmeldungen und Bearbeitungsaufwand frühestens  Mai/Juni 2019 im Umwelt-‚ Bau- und Feuerwehrausschuss vorgestellt.

Schritt sieben:
Nach der Vorstellung im Umwelt-‚ Bau- und Feuerwehrausschuss wird eine Informationsveranstaltung angeboten. Hier sollen die oben genannten Ergebnisse präsentiert werden und konkrete Beratungen für individuelle Lösungen angeboten werden. Hierzu werden neben den Fachbehörden, der Verwaltung und Stadtentwässerung auch Sachverständige für Gebäudewasserschäden eingeladen, der die genannte Beratung durchführt. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.

Dieser Aktionsplan war am 7. März den Mitgliedern des Umwelt-, Bau, und Feuerwehrausschusses vorgestellt worden. Die Veröffentlichung dieses Aufrufes erfolgt über den Presseverteiler der Stadt Wedel und auf Wedel.de. Einwohnerinnen und Einwohner, die diesen Aufruf lesen und Betroffene kennen, werden gebeten, diese auf diesen Aufruf hinzuweisen. (14. Juni 2019, Stadt Wedel/Kamin)

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