Frühjahrsputz: Aktions-Abschluss und Anstoß für mehr?

Immer mehr Wedeler sammeln Müll aus der Natur ein.

in Rathaus & Politik, Top-News

Dreistigkeit To-Go: Immer wieder warf eine Person über Wochen ihre leeren Papp-Kaffeebecher an derselben Stelle in die Natur. Die Wedeler Gregor und Vera Karpeljuk sammelten sie immer wieder ein. Die Stadt Wedel sagt Danke für diesen Einsatz. Foto: Gregor Karpeljuk
Dreistigkeit To-Go: Immer wieder warf eine Person über Wochen ihre leeren Papp-Kaffeebecher an derselben Stelle in die Natur. Die Wedeler Gregor und Vera Karpeljuk sammelten sie immer wieder ein. Die Stadt Wedel sagt Danke für diesen Einsatz. Foto: Gregor Karpeljuk

Die Stadt Wedel bedankt sich bei allen Müllsammelnden, die in den vergangenen Tagen auf ihren täglichen Wegen das Stadtgebiet vom achtlos weggeworfenen Abfall befreit haben. „Nicht mein Müll, ABER MEIN WEDEL“ unter diesem Motto waren Wedelerinnen und Wedeler sieben Tage lang (8.-14. März) aufgerufen, Müll aus der Natur und Wegesrändern in Abfalleimer zu bugsieren. Die Aktion war als Ersatz für die verschobene Aktion „Unser sauberes Schleswig-Holstein“ von der Stadt Wedel gestartet worden.

Eine konkrete Bilanz gestaltet sich auch durch die Offenheit der Aktion zwangläufig schwierig. Wie viele Teilnehmende gab es? Wie viel Müll wurde eingesammelt? Das ist schlicht nicht zu sagen. Was aber feststeht: Jedes Abfallstück – jeder To-Go-Becher, jede Plastiktüte, jede Maske und jedes Schokoriegelpapier – das nun nicht mehr herumliegt, hilft im Kampf gegen den in der Natur entsorgten Müll. Jedes Teil, das nun nicht mehr an der Wedeler Au zu Mikroplastik zerfallen kann, und so gar nicht erst in die Nahrungskette gelangt, ist ein Erfolg.

Die Stadt Wedel hofft zudem, dass die Aktion bei einigen Wedelerinnen und Wedelern einen Anstoß gegeben hat, auch nach Aktionsabschluss einfach weiter zu sammeln – oder auch das eigene Müllentsorgungsverhalten zu überdenken.

Beispielhaft: Eine gute Idee zieht Kreise

Ein tolles Beispiel, wie Beharrlichkeit und eine gute, einfache Idee, auf lange Sicht viel mehr erreichen können als ein einmal gesammelter Sack Müll, können aufmerksame Rolandstädter täglich beobachten: Vor etwa zehn Jahren begann ein Wedeler Bürger, umherliegenden Müll einzusammeln und in Abfallbehälter zu werfen. Es war nicht sein Müll, aber es war und ist sein Wedel. Seit seinem Ruhestand vor fünf Jahren hat er seine fast täglichen Sammelrunden noch erweitert. Zu dem Müll, den er selbst sammelt, kommt seit einiger Zeit aber auch noch der Müll hinzu, den inzwischen auch andere Wedelerinnen und Wedeler – durch sein Beispiel angespornt -  nun auf ihren eigenen Spaziergängen einsammeln. Auch die Aktion „Nicht mein Müll, ABER MEIN WEDEL“ geht auf sein Positivbeispiel zurück. Im Rahmen der Aktion hat die Stadt Wedel Kontakt zu Wedels unermüdlichstem Sammler – der anonym bleiben möchte – aufgenommen und sich auch im Namen der Bürgerinnen und Bürger für den selbstlosen Einsatz bedankt.   

Zwei von denen, die von diesem Einsatz inspiriert wurden, selbst aktiv zu werden, sind Gregor und Vera Karpeljuk aus Wedel. Mit großer Energie ziehen sie gegen den wild entsorgten Müll zu Felde. Was sie dabei entdecken, macht sie manchmal selbst sprachlos: Auf der Strecke zwischen dem Krankenhaus und Lülanden kommen leicht zwei 30-Liter-Säcke voll Unrat zusammen. „Es ist schon traurig, wie sorglos viele Bürger ihren kleinen und großen Müll in der Öffentlichkeit entsorgen. Egal, ob es Papiertaschentücher, Bonbonpapier, kleine Schnapsflaschen und neuerdings auch Gesichtsmasken sind, die werden einfach fallen gelassen, auch wenn der nächste Mülleimer nicht weit weg ist“, sagt Gregor Karpeljuk. Besonders dreist: Am Wespenstieg sammelte Karpeljuk über Wochen insgesamt 60 To-Go-Kaffeebecher auf, die jemand dort offensichtlich regelmäßig nach erfolgter Kaffee-Pause in die Natur wirft. Auch bei Gregor und Vera Karpeljuk bedankt sich die Stadt Wedel auf diesem Weg für den ehrenamtlichen Kampf gegen den Müll.

Die sieben Aktionstage von „Nicht mein Müll, ABER MEIN WEDEL“ sind nun vorbei. Aber vielleicht haben sie einen kleinen Anstoß gegeben, der auf lange Sicht einen großen Unterschied macht.       

 

Alle bisherigen Info-Blöcke finden Sie gesammelt unter diesem Link.


Infos zur Aktion kompakt: (Alle Informationen finden Sie unter diesem Link)

 

Mit freundlicher Unterstützung von...