Gedenken an Bombardierung Wedels dieses Mal ohne Öffentlichkeit

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Zerstörung nach der Bombennacht vom 3. März 1943 in der Bahnhofstraße auf Höhe des Kinos. Foto: Stadtarchiv Wedel
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Zerstörung nach der Bombennacht vom 3. März 1943 in der Bahnhofstraße auf Höhe des Kinos. Foto: Stadtarchiv Wedel
Wegen der Corona-Beschränkungen gedachten diesmal nur Stadtpräsident Michael Schernikau und Renate Steinbach vom Wedeler Heimatbund der Opfer des Bombardements vom 3. März 1943. Foto: Stadt Wedel/Kamin
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Wegen der Corona-Beschränkungen gedachten diesmal nur Stadtpräsident Michael Schernikau und Renate Steinbach vom Wedeler Heimatbund der Opfer des Bombardements vom 3. März 1943. Foto: Stadt Wedel/Kamin
Der Gedenkstein für die Toten der Jahre 1933 bis 1945 auf dem Wedeler Friedhof. Foto: Stadt Wedel/Kamin
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Der Gedenkstein für die Toten der Jahre 1933 bis 1945 auf dem Wedeler Friedhof. Foto: Stadt Wedel/Kamin

Das Gedenken an die Opfer der Bombardierung Wedels am 3. März 1943 fand coronabedingt in diesem Jahr in einem anderen, kleineren Rahmen statt.

Die traditionelle Kranzniederlegung durch den Stadtpräsidenten Michael Schernikau am Mittwoch, 3. März 2021, um 11 Uhr am Gedenkstein auf dem Friedhof Breiter Weg fand ohne geladene Öffentlichkeit statt.

Das Stadtarchiv Wedel hat unter diesem Link Informationen zur Bombardierung Wedels zusammengetragen.

 

Im Gedenken an die Opfer richtete sich der Stadtpräsident Michael Schernikau mit folgendem Text auf diesem Wege an die Wedelerinnen und Wedeler.

 

Liebe Mitbürgerinnnen und Mitbürger,

liebe Wedelerinnen und Wedeler,

die Stadt Wedel hat in ihrer mehr als 800-jährigen Geschichte bereits viele Krisen und Bedrohungen er- und überleben müssen.

Während des Zweiten Weltkriegs, in der Nacht vom 3. auf den 4. März 1943, die sich heute zum 78. Mal jährt, flogen die Bomber der alliierten Streitkräfte einen gezielten Angriff auf Wedel im Kampf gegen die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten. 

37 Tote und 157 Verletzte und zahlreiche zerstörte Gebäude – so lautet die Bilanz dieser Nacht. Jeder von uns kennt noch jemanden aus dieser Zeit oder hat sogar unmittelbare Betroffenheiten hierzu in der Familie, und jede Familie könnte hierüber berichten, auch wenn die Zeitzeugen hierüber praktisch nicht sprechen. So viel Leid.

Das Leid des Krieges. Es schien, dass das von unserem Land in die Welt getragene Leid in dieser Nacht in unsere Stadt zurückkehrte.

Wir gedenken daher hier und heute in Wedel allen Opfern dieser Nacht – in Wedel und überall an den anderen Orten, wo die Herrschaft des Naziregimes seine Opfer gefordert hat.

Die erste Lehre aus dieser Nacht war sicherlich, dass so etwas nie wieder passieren darf; die Erkenntnis, dass das friedliche Miteinander der Völker die Grundlage für eine sichere Zukunft ist.

Die zweite Lehre aus dieser Nacht ist die Gewissheit; wo Leid und Sorge und Zerstörung herrschen, da kommt es auf den konkreten Zusammenhalt der Menschen an, die miteinander in einer Stadt leben und diese wieder mit Leben erfüllen, mit Zuversicht, Vertrauen und Tatkraft.

Niemand wird die Auswirkungen eines Weltkrieges objektiv mit denen einer weltweiten Pandemie vergleichen. Und doch gibt es Parallelen von damals zu heute.

Leid ist vor allem subjektiver Natur, und viele Menschen leiden unter dem Verlust von Angehörigen und Freunden, die das Virus viel zu früh aus dem Leben gerissen hat; stehen mit ihrer Existenz durch den Lockdown unter enormem Druck; suchen nach der Kraft, sich selbst, ob mental, physisch oder auch wirtschaftlich, aus dieser Krise wieder zu befreien oder zumindest das Geschaffene zu erhalten und wieder zurück zu einer, vermutlich neuen, Normalität zu kommen.

 

Und das wird gelingen. Zusammen. Das hat die Kriegsgeneration uns vorgemacht, indem sie Wedel wieder aufgebaut hat und wie dies auch andernorts geschehen ist.

 

Vergessen wir nicht, dass wir es sind, die die sozialen Bindungen in dieser Stadt durch Kreativität, Tatkraft und Vertrauen ineinander stärken müssen; die den stark von den Einschränkungen betroffenen Einzelhändlern und Restaurants und Treffpunkten unserer Stadt mit zusätzlicher Unterstützung durch die Krise helfen können; die Wedel durch die Krise bringen müssen. Auch das kann man aus dem 3. März 1943 gelernt haben.

 

Herzlichst,

Ihr Stadtpräsident

Michael Schernikau

 

 

Mit freundlicher Unterstützung von...