Gedenktag: Breites Bündnis mahnt am 27. Januar mit zwei Aktionen

Erinnerung an Opfer des NS-Regimes und Aufruf zu Wachsamkeit gegen Rechtsradikalismus und Faschismus.

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Das vielseitige Gedenkprogramm „Jugend im NS-Staat“ beginnt am Montag, 27. Januar, ab 19 Uhr in der Stadtbücherei.
Das vielseitige Gedenkprogramm „Jugend im NS-Staat“ beginnt am Montag, 27. Januar, ab 19 Uhr in der Stadtbücherei.

Der 27. Januar, der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, wird in Wedel gleich mit zwei Aktionen begangen. Ein breites Bündnis aus vielen Bereichen der Stadtgesellschaft will damit zur Wachsamkeit vor Faschismus und Gewaltherrschaft mahnen und ein lebendiges Zeichen für Demokratie und Vielfalt setzen.

 

17 Uhr: Lesungen am KZ-Gedenkstein an der Rissener Straße

Für 17 Uhr am Montag, 27. Januar 2020, laden der „Arbeitskreis der Stadt Wedel gegen Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit“, die „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten“ (VVN-BdA) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zu einem Treffen mit Lesungen an den KZ-Gedenkstein an der Rissener Straße ein. Die Organisatoren bitten die Teilnehmenden darum, Windlichte oder Laternen mitzubringen.

 

19 Uhr: Gedenkveranstaltung „Jugend im NS-Staat“ in der Stadtbücherei Wedel

Um 19 Uhr beginnt am Montag, 27. Januar 2020, 19 Uhr der Gedenkabend „Jugend im NS-Staat“ mit vielseitigem Programm aus Schülerbeiträgen, Zeitzeugenerinnerungen und Musik in der Stadt Stadtbücherei Wedel am Rosengarten 6.
Als Resonanz auf das Programm von 2018 (Bitte beachten Sie: durch den Link verlassen sie die Seite  und wechseln zu YouTube. Dort gelten die Datenschutzstandards von YouTube), bei dem Jugendliche, die sich in Widerstand zum NS-Regime gesetzt hatten, im Mittelpunkt standen, soll diesmal gezeigt werden, wie das System die so genannten „arischen“ Kinder und Jugendliche formte und auf sein Menschenverachtendes Weltbild einschwor.

Die Erinnerungen der Wedeler Zeitzeugin Marianne Wilke, die als Halbjüdin den Repressalien des Staates ausgesetzt war und nur von mutigen Mitmenschen geschützt werden konnte, sollen zeigen, wie das System auch in Wedel von Grund auf in jeden Lebensbereich eindrang.

Schülerinnen aus der neunten Klasse von Lehrerin Dana Gora von der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule (EBG) wollen mit einem selbstgedrehten Film auf Zeitreise gehen.
Dazu werden „Humboldts Helfer“ - Schülerinnen und Schüler der Gebrüder Humboldt Schule unter Leitung von Lehrerin Sonja Strecker – aus dem Buch „Neger, Neger, Schornsteinfeger“ von Hans Jürgen Massaquoi lesen, das autobiographisch über das Leben als dunkelhäutiges Kind im Dritten Reich berichtet. „Humboldts Helfer“ wollen an diesem Abend auch ihr Projekt Stolperschwelle vorstellen, das sie zusammen mit dem Stolperstein-Künstler Gunter Demnig in der Nähe des KZ-Gedenksteins realisieren wollen.

Auf der Liste der Rednerinnen und Redner stehen für diesen Abend neben Organisatorin Irmgard Jasker auch Aysen Ciker als stellvertretende Stadtpräsidentin, Sabine Lüchau als Vorsitzende der Amschlerstiftung und Wolfgang Kahle als DGB-Ortsvorsitzender.

Für die musikalische Umrahmung sorgen die „Elbsound 5“ mit Swing-Musik aus den 1930er Jahren und vielleicht haben sie sogar eine kleine musikalische Überraschung im Gepäck. Das Team der Stadtbücherei Wedel wird in den Pausen zudem Sachbücher und Literatur zum Thema vorstellen. Der Eintritt zu der Abendveranstaltung ist frei.
 

Hintergrund 27. Januar als Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus:

Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten das Vernichtungslager Auschwitz im besetzten Polen. Im Hauptlager in Auschwitz (Oświęcim), das auf einem ehemaligen Barackengelände der polnischen Armee errichtet wurde, belief sich die Zahl der Insassen zeitweise auf mehr als 20.000. Dazu kamen mehr als 90.000 Häftlinge, die in dem noch größeren Lager im drei Kilometer entfernten Birkenau (Brzezinka) untergebracht waren. Auf dem später auch Auschwitz II genannten Gelände ließ Hitlers Schutzstaffel (SS) Anfang 1942 die ersten Gaskammern errichten. In den Lagern von Auschwitz wurden insgesamt schätzungsweise mehr als eine Million Menschen umgebracht.

Im Januar 1996 richtete sich der damalige Bundespräsident Roman Herzog, der am 10. Januar dieses Jahres verstarb, mit einem klaren Appell an die Deutschen: "Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen." Mit diesen Worten erklärte Herzog den 27. Januar zum zentralen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. 2005 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen, den Tag auch international zum Holocaust-Gedenktag zu machen.

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