Große Resonanz für die Wedeler Sportentwicklungsplanung

Steuerungsgruppe tagt erstmals. Sporthallen und Bewegung im öffentlichen Raum sind wichtige Aspekte.

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Prof. Dr. Michael Barsuhn stellte auf dem ersten Treffen der Steuerungsgruppe Sportentwicklungsplanung im Wedeler Ratssaal die Ergebnisse der Bürgerbefragung vom Sommer vor. Foto: Stadt Wedel/Kamin
Prof. Dr. Michael Barsuhn stellte auf dem ersten Treffen der Steuerungsgruppe Sportentwicklungsplanung im Wedeler Ratssaal…

Die von der Stadt Wedel angestoßene Sportentwicklungsplanung ist bei den Einwohnerinnen und Einwohnern der Rolandstadt auf herausragendes Interesse gestoßen. Mit einer Rücklaufquote von 25 Prozent liegt Wedel damit deutlich über dem Ergebnis vergleichbarer anderer Kommunen in Schleswig-Holstein. Das war eines der Ergebnisse, die Prof. Dr. Michael Barsuhn vom Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung (INSPO) an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam auf der ersten Sitzung der Steuerungsgruppe der Sportentwicklungsplanung im Wedeler Ratssaal vorstellte.

Die Stadt - also die Straßen, Wege, Waldwege und öffentlichen Grünflächen wird zum Sport und Bewegungsraum - das sei eine wichtige Erkenntnis aus der Befragung der Bürgerinnen und Bürger. Diese Entwicklung müsse bei künftigen Raum und Stadtplänen eine Rolle spielen, so der Sportwissenschaftler. Dennoch bleibe der Druck auf die vorhandenen Sporthallen und Sportplätze groß. Das  zeigten die Zahlen der Befragung. Nun sei eine zielorientierte Planung gefragt, um diese Erkenntnisse in gezielte Maßnahmen umzusetzen.

Hauptinvestitionswünsche der Bürger seien der Bau weiterer Radwege und die Modernisierung und Neubau von Sporthallen. Durch attraktivere Hallen und mehr Hallenkapazitäten könnten auch die Sportvereine, die die Hallen vordringlich nutzen, noch attraktiver werden.  Die Mitglieder der Steuerungsgruppe nutzten die Zeit nach der Präsentation der Ergebnisse für eine Aussprache, in der auch über die mögliche Sanierung der Steinberghalle sowie die zukünftige Verknüpfung von Stadt- und Bewegungsangebotsplanung gesprochen wurde. Auch der durch Burkhard Springer vertretene Fachdienst Bildung, Kultur und Sport der Wedeler Verwaltung nahm die Hinweise dankbar auf.

Weitere Sitzungen der Steuerungsgruppe werden sich in den kommenden Monaten (als nächstes Anfang Dezember) zum Beispiel mit Angebotsstrukturen in Kitas und Schulen und einer generellen Bedarfsermittlung beschäftigen. Auch stehen noch Workshops für Interessierte auf dem Programm, an denen ausdrücklich auch Personen teilnehmen können, die nicht der Steuerungsgruppe angehören. Die Erstellung der Sportentwicklungsplanung für die Stadt Wedel wird durch das Land Schleswig-Holstein finanziell gefördert.

Hintergrund Bürgerbefragung:
Bewegen Sie sich gern? Wo treiben sie Sport und welche Sport- oder Bewegungsformen bevorzugen Sie? Wo sehen Sie in der Stadt Wedel noch Verbesserungsmöglichkeiten? Welche Wünsche und Vorstellungen in Sachen Sport und Bewegung haben Sie?

Diese und viele weitere Fragen waren Bestandteil einer großen Umfrage, die im Juni 2019 in der Stadt Wedel startet. Insgesamt 4.000 per Zufall ausgewählte Bürgerinnen und Bürger wurden anonym zu ihrem Sport- und Bewegungsverhalten befragt.

Die Befragung liefert einen wichtigen Teil der Grundlagen für eine Sportentwicklungsplanung in der Rolandstadt. Im Ergebnis lagen der Stadtverwaltung mehr als 1000 ausgefüllte Fragebögen vor, die durch das beauftragte Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung (INSPO) an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam ausgewertet wurden.

Auf Grundlage der Fragebögen hatte das INSPO ermittelt, wie aktiv die Wedelerinnen und Wedeler sind, was die präferierten Sportarten sind, welche Sport- und Bewegungsräume vorrangig genutzt werden und welche Investitionsbedarfe aus Bürgersicht, aber auch aus Vereinssicht im Fokus stehen. Daher wurden zusätzlich Sportvereine, Schulen und Kindertagesstätten in eigenen Umfragen beteiligt.

Die wissenschaftlichen Analysen werden durch das von der Stadtverwaltung beauftragte Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung (INSPO) an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam durchgeführt und fachlich begleitet.  Prof. Dr. Michael Barsuhn, wissenschaftlicher Leiter des INSPO betont, dass eine effektive Planung die lokalen Wünsche und Bedürfnisse der Menschen berücksichtigen müsse, schon allein um mögliche Fehlinvestitionen zu vermeiden.

Die Ergebnisse der empirischen Erhebungen bilden die Basis für die derzeit laufende kooperative Planungsphase. Im Rahmen öffentlicher Workshops werden die wissenschaftlichen Ergebnisse den Expertinnen und Experten aus der Fachverwaltung und Politik sowie den Vertreterinnen und Vertretern der Sportvereine, Schulen und Kindertagesstätten vorgestellt und gemeinsam weiterentwickelt. (29. Oktober 2019, Stadt Wedel/Kamin)

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