Grüne Landtagsabgeordnete schwärmt nach Wedel aus

Ines Strehlau und Kommunalpolitiker bei Bürgermeister Niels Schmidt – Schwerpunktthema „Verkehr“

in Rathaus & Politik, Top-News, BusinessPark Elbufer

Die Grünen und der Verwaltungschef: Rainer Hagendorf (von links), Niels Schmidt, Karin Holzapfel, MdL Ines Strehlau und…

„Wedel ist ein wichtiger Ort“, konstatierte Ines Strehlau, für Wedel zuständige Landtagsabgeordnete der Grünen. Gleich mehrmals im Jahr verlassen die Landespolitiker ihrer Fraktion die Büros in Kiel, um an die Basis „auszuschwärmen“, jeweils mit einem Schwerpunkt-Thema. Diesmal drehte sich ihre Aktion um „Verkehr“ und weil in der Rolandstadt so einiges im Fluss ist, schauten die Halstenbekerin und ihre kommunalen Mitstreiter und Mitstreiterinnen Rainer Hagendorf, Hellmut Metz und Karin Holzapfel auch beim Wedeler Verwaltungschef Niels Schmidt vorbei.  

„Im Fluss“ – das versteht sich fast im Wortsinne. Denn die Abgeordnete zeigte großes Interesse an dem Fährprojekt „elblinien“, das den neuen BusinessPark Elbufer mit dem alten Land verbinden soll. „Ich sehe den Plan positiv, weil hier Mobilität anders gedacht wird als sonst“, sagte sie. Dazu zähle der umweltfreundliche Antrieb der Schiffe mit verflüssigtem Erdgas aber auch Car-Sharing-Konzepte und Elektro-Bikes im Umfeld der Fähranleger, die vermeiden sollen, „dass immer nur eine Person in einem Auto auf den Straßen unterwegs ist“ (Strehlau).

Die Landtagspolitikern sieht einen großen Vorteil darin, dass die Elbe als trennender Fluss überwunden werden könne, um so den Standort Wedel für Arbeitskräfte von der anderen Seite interessanter zu gestalten und für Wedeler auch Wohnmöglichkeiten in Niedersachsen besser zu erschließen. Sie versprach dem Bürgermeister, im Land zu prüfen, inwieweit das Vorhaben unterstützt werden kann und wo sich Förderchancen auftun.

Bürgermeister Niels Schmidt freute sich über den Zuspruch, denn auch die Wedeler Gremien sehen das Vorhaben des Unternehmens Becker Marine Systems wohlwollend – allerdings unter der Voraussetzung, dass einige Klippen überwunden werden können. Dazu zählt die Sicherstellung der Finanzierung ohne Mittel aus der jetzt schon arg strapazierten Stadtkasse, die Lösung der Probleme des an- und abfließenden Verkehrs sowie die Sicherstellung einer auch zukünftigen Nutzung der Lühe-Schulau-Fähre. „Es gibt Chancen und Risiken und die müssen jetzt gegeneinander abgewogen werden“, so Schmidt.

Bei den örtlichen Grünen steht noch nicht fest, in welche Richtung man insgesamt gehen möchte. Fraktionschef Olaf Wuttke bezeichnete zwar die Fähre als „außerordentlich charmante Idee von überörtlicher Bedeutung“, wie einige Fraktionskollegen sieht jedoch auch er noch diverse Widrigkeiten, insbesondere in Bezug auf das mögliche Autoaufkommen, das die Stadt und die Zubringerstraßen noch weiter belasten könnte. Rainer Hagendorf erinnerte daran, dass Grüne-Verkehrspolitik eigentlich darin bestehen sollte, den Wohnort, die Arbeit und die Erholung auf möglichst kurzen Wegen zu verbinden. Die Schaffung einer neuen Verkehrsverbindung durch eine Autofähre würde dem Ziel der Vermeidung von motorisiertem Individualverkehr nicht gerecht. Karin Holzapfel wünscht sichd Optimierung der Lühe-Schulau-Fähre mit Anschluss an ÖPNV, Leihfahrrädern und besserem Fahrplan "anstelle der neuen Autofähre mit so vielen Fragezeichen".

 

Alle einig sind sich wiederum in der Meinung von Ines Strehlau, dass es insgesamt einer besseren Abstimmung und Zusammenarbeit mit Hamburg bedürfe, eine gemeinsame Landesplanung der beiden Nord-Länder sei wichtig, um Konflikte zu verhindern, wie sie jetzt um den BusinessPark Elbufer ausgebrochen sind. Wie berichtet will Wedel gegen einen Bebauungsplan der Hamburger klagen, weil er den Betrieb des neuen Gewerbegebiets über die Maßen einschränken würde. „Wir müssen uns zu Gesprächen treffen und nicht vor Gericht“, sagte sie.

Unterdessen ließ Becker Marine Systems verlauten, dass man derzeit intensiv an den Hausaufgaben arbeite, die der Firma seitens der Stadt vorgegeben wurden und Finanzierbarkeit und verkehrliche Auswirkungen intensiv prüft.

Natürlich packte Bürgermeister Schmidt den Besuch als Gelegenheit beim Schopf, auch noch auf weitere Probleme hinzuweisen, die auf Landesebene gelöst werden müssen. Dazu zählen die Planungssicherheit der Stadt als Schulträger sowie Widrigkeiten, die bei der Durchführung von Bürgerbegehren ans Tageslicht getreten waren. Obwohl sich das nicht unter das Ausschwärm-Tag-Leitmotiv „Verkehr“ subsummieren ließ, versprach die Abgeordnete, sich auch dieser Sachen anzunehmen (Jörg Frenzel/kommunikateam, 17.2.2015)   

 

 

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