Grundwasser: Stadt, Kreis und Land informieren Betroffene in GHS

Infoabend war gut besucht. Besucherinnen und Besucher nutzen Fragerunde intensiv.

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Die Infoveranstaltung für Betroffene des Grundwasseranstiegs fand in der Gebrüder-Humboldt-Schule statt. Foto: Stadt Wedel/Kamin
Die Infoveranstaltung für Betroffene des Grundwasseranstiegs fand in der Gebrüder-Humboldt-Schule statt. Foto: Stadt…

In einer gut besuchten Infoveranstaltung für Interessierte und Betroffene haben die Untere Wasserbehörde des Kreises Pinneberg, das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) und die Stadt Wedel gemeinsam mit Hamburg Wasser in der Gebrüder-Humboldt-Schule über Wedel spezifische Grundwassersituation und mögliche Maßnahmen an Gebäuden zum Schutz bei steigenden Grundwasserpegeln  oder Kellervernässungen durch Stauwasser nach Starkregenereignissen informiert. Nach drei Fachvorträgen zur Geologie des Wedeler Untergrunds, der Frage, warum eine von vielen Betroffenen gewünschte zentrale Grundwasserabsenkung praktisch nicht durchführbar ist, und warum Hamburg Wasser keine Perspektive für die Grundwasserförderung im Wedeler Stadtgebiet sieht, stellten sich die Experten den Fragen der Gäste. Zum Abschluss der Veranstaltung wurde eine individuelle Beratung für Betroffene durch Bau-Fachleute angeboten. Zu der Veranstaltung waren alle Wedelerinnen und Wedeler  eingeladen worden, die auf den zweimaligen Aufruf der Stadt hin ein Grundwasserproblem in ihrem Gebäude gemeldet hatten.

Material zu der Veranstaltung (Broschüre „Wie schütze ich mein Haus vor Starkregen“ und eine Liste der Ansprechpartner) finden Sie unter diesen Links: Broschüre, Ansprechpartner 

Zentraler Aspekt der Expertenvorträge war weiterhin die heterogene Bodenstruktur Wedels. Die Grundwasserleiter verliefen nicht in geordneten Schichtungen sondern sind teils verschoben, teils aufgestellt oder durch wasserundurchlässige Schichten voneinander abgeschnitten. Im Ergebnis könne deshalb nicht zweifelsfrei geklärt werden, ob der Grund für durchfeuchtete Keller hochdrückendes Grundwasser ist oder aber zum Beispiel Niederschlagswasser, das sich auf einer wasserundurchlässigen Schicht staut und dann ebenfalls auf Gebäude drücken kann. Durch die Bodenstruktur ist auch, wie die Untere Wasserbehörde darlegte, eine zentrale Grundwasserabsenkung nicht durchführbar, da sich zum Beispiel nicht voraussagen lasse, dass eine Wasserentnahme an einem bestimmten Ort die Absenkung an einem gewünschten anderen bewirke. Gleichzeitig wiesen die Fachleute auf die Möglichkeit hin, bereits vor dem Erwerb einer Immobilie durch Sachverständige mögliche Gefährdungen durch zum Beispiel Grundwasser zu erkennen.

 

Hintergrund: Grundwasser in Wedel

Im Rahmen eines 7-Punkte-Aktionsplans zur Grundwasserproblematik hatte die Stadt Wedel Betroffene der Grundwasserproblematik dazu aufgerufen, sich zu melden, um ein möglichst flächendeckendes Bild über mögliche Zusammenhänge zu erhalten. Die Zahl der gemeldeten Gebäude blieb mit 31 Gebäudekomplexen und 45 betroffenen Personen gering. Nach Auswertung der Meldungen, ließen sich nach wie vor keine groß- noch kleinräumigen Schwerpunkte erkennen. Die meisten betroffenen Gebäudekomplexe sind älterer Bauweise, haben schon länger bauliche Mängel und keine geeigneten baulichen Vorrichtungen und werden den Auswirkungen der geänderten klimatischen Verhältnisse (zum Starkregen mit Stauwasser im Boden) nicht gerecht.

In den intensiven Gesprächen mit den Experten der Unteren Wasserbehörde war deutlich geworden, dass die Idee einer allgemeinen stadtgebietsumfassenden Absenkung des Grundwasserspiegels keine Aussicht auf Erfolg hat. Wegen der heterogenen Bodenstruktur gebe es nach Aussage der Experten von der Genehmigungsbehörde und Hamburg Wasser zum Beispiel keine Garantie dafür, dass das Wasser im Falle einer Wiederaufnahme der Wasserförderung gleichmäßig, d.h. an allen betroffenen Stellen, absinken würde.

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