Innenministerium unterstützt Sanierung des Frauenhauses Wedel

Innenministerin Sütterlin-Waack: Unterbringung und Betreuung werden verbessert

in Rathaus & Politik, Top-News

Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack übergab den Förderbescheid digital. Foto: Innenministerium
Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack übergab den Förderbescheid digital. Foto: Innenministerium

Das Innenministerium unterstützt die Sanierung und die Erweiterung des Frauenhauses Wedel mit 202.767 Euro. Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack hat heute (19. März 2021) anlässlich der virtuellen Förderbescheidübergabe die Bedeutung sicherer Notunterkünfte für von Gewalt bedrohte Frauen betont.

„In unseren Frauenhäusern sollen die Betroffenen zur Ruhe kommen, Kraft schöpfen und den Mut für einen Neubeginn sammeln können. Eine gute Ausstattung dieser Frauenhäuser hat deshalb eine sehr große Bedeutung. Ich freue mich deshalb sehr, dass wir mit den Mitteln aus dem IMPULS-Programm des Landes auch den Standort Wedel unterstützen können“, erklärt die Ministerin.

Für den Bürgermeister der Stadt Wedel, Niels Schmidt, sind die vorgesehenen Baumaßnahmen ein wesentlicher Beitrag zum Schutz vor häuslicher und sexualisierter Gewalt: „Ich freue mich sehr, dass die gemeinsamen Bemühungen der Stadt Wedel und des Vereins „Frauen helfen Frauen“ nun nicht zuletzt durch die Unterstützung des Landes zum Ziel geführt haben. Und dieses ist: Der Schutz von bedrohten Frauen in einer würdigen Umgebung. Die Förderung ermöglicht es uns, für die Frauen und ihre Kinder mehr Privatsphäre im Haus zu schaffen. Zusätzlich verbessern wir die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Ehrenamtlichen des Vereins, die den Betrieb des Frauenhauses Wedel seit vielen Jahren mit aufopferungsvollem Einsatz sicherstellen. Die Einrichtung eines modernen Büros hilft ihnen dabei, ihre wichtigen Aufgaben für den Schutz der Frauen und Kinder in akuten Notsituationen noch besser erfüllen können.“

Anke Stöckl vom Vorstand des Vereins „Frauen helfen Frauen e.V“, der das Frauenhaus Wedel betreibt, bedankte sich für die Förderzusage und schilderte, wie die Landesmittel entscheidend zur Realisierung des Projektes beigetragen haben: „Aus der Idee, die Räumlichkeiten im Frauenhaus zu verbessern, um angemessene und zeitgemäße Lebensbedingungen für die dort lebenden Frauen und Kinder sowie bessere Arbeitsbedingungen für die vor Ort agierenden Mitarbeiterinnen zu schaffen, ist nunmehr Realität geworden. Die IMPULS-Förderung hat hierfür entscheidenden Aufwind gegeben. Ernsthaft müssen wir uns ab und zu noch einmal kneifen, weil wir es noch nicht glauben können. Wir sind nun für die Zukunft mit gestärktem Fundament gerüstet. Vielen Dank.“

Ministerin Sütterlin-Waack dankte ausdrücklich der Stadt Wedel, die einen Großteil der Baukosten von rund einer Million Euro selbst trägt: „Frauenhäuser sind unverzichtbar. Sie sind oft der letzte Rettungsanker in der Not. Gerade auch jetzt, in Zeiten der Corona-Pandemie. In belasteten Partnerschaften hat sich der Druck noch einmal massiv erhöht. Die Zunahme partnerschaftlicher Gewalt bestätigen die offiziellen Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik. 2020 wurde ein Anstieg von 3,7 Prozent registriert. Dahinter verbergen sich 180 Betroffene mehr, als im Vorjahr.“

Für den Vorstandsvorsitzenden der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH), Erk Westermann-Lammers hat das Projekt eine große Bedeutung:
„Frauenhäuser sind leider immer noch ein unverzichtbarer Teil unserer sozialen Infrastruktur. Die Stadt Wedel hat mit der Sanierung und Erweiterung ihres Frauenhauses einen wichtigen Beitrag geleistet, um Frauen besser vor häuslicher Gewalt zu schützen. Wir freuen uns darüber, dass wir dies unterstützen konnten.“
 

Hintergrund

Das Land fördert aus Mitteln des Sondervermögens IMPULS 2030 über die IB.SH auch Sanierungs- und Ausbaumaßnahmen in Frauenhäusern. Insgesamt stehen für Investitionen in Frauenhäuser 10,3 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. Seit Ende 2020 stehen diese Mittel ebenfalls für Baumaßnahmen in vom Land geförderten Frauenfacheinrichtungen zur Verfügung.

Hilfe finden betroffene Frauen unter folgenden Kontakten

  • Das Bundeshilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist rund um die Uhr unter der Nummer 08000 116 016 und via Online-Beratung erreichbar. Hier finden Betroffene aller Nationalitäten, mit und ohne Behinderung Unterstützung.
  • Die Nummern der Frauenfachberatungsstellen und Notrufe in Schleswig-Holstein sind unter www.lfsh.de/beratungsstellen abrufbar.
  • Männer und Frauen, die befürchten selbst gewalttätig zu werden oder bereits gewalttätig sind, finden Beratungsangebote unter www.soziale-strafrechtspflege.de oder unter 0431 / 26097648
  • Seit kurzem steht darüber hinaus mit „text us!“ in SH eine sichere Online-Beratung zur Verfügung, bei der entweder per Email-Nachricht oder per Chattermin Kontakt zu den teilnehmenden Frauenberatungsstellen aufgenommen werden kann. www.lfsh.de/textus

Für von Gewalt Betroffene besteht die Möglichkeit, ihre Verletzungen kostenlos und vertraulich rechtsmedizinisch untersuchen und gerichtsverwertbar dokumentieren zu lassen. www.vertrauliche-spurensicherung-sh.de

Mit freundlicher Unterstützung von...