Kreis Pinneberg zieht die Notbremse ab 1. April

Landrätin Elfi Heesch kündigt weitere Einschränkungen bis vorerst 11. April an.

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Vom 1. bis zum 11. April gelten im Kreis Pinneberg verschärfte Corona-Einschränkungen. Foto: Stadt Wedel/Kamin
Vom 1. bis zum 11. April gelten im Kreis Pinneberg verschärfte Corona-Einschränkungen. Foto: Stadt Wedel/Kamin

Der Kreis Pinneberg hat am Montag 29. März 2021 über das weitere Vorgehen gegen die Corona-Pandemie informiert. Der Kreis zieht nach tagelanger überscheitung der 7-Tage-Inzidenz von 100 die Notbremse und kündigt weitere einschränkungen ab Donnerstag, 1. April 2021, an.

Es gelte, der Ausbreitung der Infektionen nun entschlossen entgegenzutreten: „Genau deshalb ist es wichtig jetzt schnell die weiteren - und gerade jetzt über Ostern die familiären Kontakte - weiter einzuschränken. Weihnachten haben wir genau andersherum argumentiert. Die Konsequenzen haben wir deutlich im Januar zu spüren bekommen. Dazu soll es über Ostern nicht kommen. Wir müssen jetzt die Notbremse ziehen“, erklärt Landrätin Elfi Heesch.  

 

Die Erklärung im Wortlaut:

Hinweis: Die unten stehende Medininformation vom 29.03. wurde am 30.03. um die FETT gekennzeichneten Inhalte ergänzt.

Wie von Ministerpräsident Daniel Günther angekündigt, werden im Kreis Pinneberg vom 1. bis 11. April weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gelten.

Im Kreis Pinneberg findet ein auffallend großer Anteil der Infektionen mit dem Coronavirus innerhalb der Familie, im engeren privaten Umfeld oder am Arbeitsplatz statt. Es sind  inzwischen 24 Schulen und 8 Kindertagesstätten von Viruseinträgen - häufig mit der britischen Mutation - betroffen. In zwei Fällen haben sich daraus weitere Personen im Umfeld der betroffenen KiTas infiziert. Dieses führt dazu, dass seit einigen Wochen die Infektionszahlen im Kreis zunehmend steigen. Die Erfahrungen aus den vergangenen Wochen lassen darauf schießen, dass dieser Trend zunächst anhalten wird. Dem gilt es mit erhöhten Anforderungen jetzt entschlossen entgegen zu treten.

„Genau deshalb ist es wichtig jetzt schnell die weiteren - und gerade jetzt über Ostern die familiären Kontakte - weiter einzuschränken. Weihnachten haben wir genau andersherum argumentiert. Die Konsequenzen haben wir deutlich im Januar zu spüren bekommen. Dazu soll es über Ostern nicht kommen. Wir müssen jetzt die Notbremse ziehen“, erklärt Landrätin Elfi Heesch.  

Der Erlass zur Regelung ergänzender Maßnahmen bei Überschreitung der 7-Tage-Inzidenz von 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern wird umgesetzt werden und in einer Allgemeinverfügung geregelt. Sie wird morgen veröffentlicht.

Das heißt im Einzelnen:
  • Ansammlungen und Zusammenkünfte im öffentlichen und privaten Raum zu privaten Zwecken nur noch mit Personen des eigenen Haushalts oder mit einer weiteren Person; ausgenommen Kinder unter 14 Jahre der jeweilige Haushalte oder Personen, die die Betreuung pflegebedürftiger Personen sichererstellen.
  • Einzelhandel schließt; ausgenommen: Lebens- und Futtermittelangebote, Wochenmärkte, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Poststellen, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Zeitungsverkauf, Tierbedarfsmärkte, Buchhandel, Blumenläden, Gärtnereien, Gartenbaucenter, Baumärkte sowie Lebensmittelausgabestellen (Tafeln). Im Falle von Mischsortimenten sind die überwiegenden Sortimentsteile maßgeblich. Click&collect ist zulässig; Zutritt jeweils nur mit einer Person je Haushalt möglich – auch auf Wochenmärkten (ausgenommen: Kinder unter 14 Jahre und Assistenzen).
  • Dienstleistungen mit Körperkontakt sind zulässig, wenn der Kunde eine Bescheinigung über ein negatives Testergebnis vom selben Tag oder Vortag vorlegt oder vor Ort einen solchen Test macht. Das gilt nicht für medizinisch und pflegerisch notwendige Dienstleistungen sowie Friseure und Nagelstudios.
  • Freizeit- und Kultureinrichtungen schließen.
  • Sport: nur noch allein oder gemeinsam mit im selben Haushalt lebenden Personen oder einer anderen Person; außerhalb geschlossener Räume ohne Körperkontakt in festen Gruppen von bis zu 5 Kindern bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres.
  • Fahrschulen: Theorie als Fernunterricht.
  • Hundeschulen: in Gruppen bis zu 5 Personen zulässig.
  • Angebote der Kinder- und Jugendhilfe: maximal 5 Personen in Präsenz.
  • Kindertagesbetreuung in Kindertageseinrichtungen: Notbetreuung ist zulässig; maximal 10 Kinder in einer Gruppe. Die Notbetreuung ist vorgesehen für Kinder mit besonderem Schutzbedarf, von Mitarbeitenden aus kritischer Infrastruktur, wenn ein Elternteil dazugehört, mit einem täglich hohen Pflege- und Betreuungsaufwand und/oder heilpädagogischen Förderbedarf; der Anspruch ist in der Einrichtung zu dokumentieren.
  • Während der Osterferien wird dieser Bestandteil des Erlasses nicht angewendet. In der Zeit von 1. bis 16. April ist unterrichtsfreie Zeit.
  • Schulen:
    • Jahrgangsstufen 1 bis 6: Lernen in Distanz; Notbetreuung
    • Abschlussjahrgänge: Präsenzangebote möglich; vorgesehene Prüfungen werden durchgeführt
    • Berufsbildende Schulen: Lernen in Distanz

 

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