Mut zu Veränderung mit Maß

Neujahrsempfang der Stadt Wedel: Stadtpräsident Ulrich Kloevekorn und Bürgermeister Niels Schmidt setzen auf Diskurs und Wandel

in Rathaus & Politik

Begrüßungskommitee: Heike Jansen (links) und Renate Steinbach empfingen gemeinsam mit Bürgermeister Niels Schmidt (rechts) und Stadtpräsident Ulrich Kloevekorn die Gäste.
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Begrüßungskommitee: Heike Jansen (links) und Renate Steinbach empfingen gemeinsam mit Bürgermeister Niels Schmidt (rechts)…
Volles Haus: Der Ratssaal war bei der Rede von Niels Schmidt gut gefüllt - auch eine Delegation aus der Partnerstadt Wolgast mit Bürgermeister Stefan Weigler war dabei- Foto: Sven Kamin
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Volles Haus: Der Ratssaal war bei der Rede von Niels Schmidt gut gefüllt - auch eine Delegation aus der Partnerstadt Wolgast…
Tolle Stimme, super Sound: "Blizz" begeisterte.
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Tolle Stimme, super Sound: "Blizz" begeisterte., Tolle Stimme, super Sound: "Blizz" begeisterte.
Bürgermeister Niels Schmidt (von links) gratulierte den neuen Ehrennadel-Trägerinnen Annegret Behrmann und Inge Petersen genau so herzlich wie Stadtpräsident Ulrich Kloevekorn.
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Bürgermeister Niels Schmidt (von links) gratulierte den neuen Ehrennadel-Trägerinnen Annegret Behrmann und Inge Petersen…

Super-Musik von "Blizz", zum Nachdenken anregende Redner-Worte und netter Schnack bei Sekt und Selters - das war der Wedeler Neujahrsempfang.  "Stillstand ist Rückschritt" in diesem Schlagwort gipfelte der Wunsch von Stadtpräsident Ulrich Kloevekorn an alle Bürgerinnen und Bürger Verantwortung zu übernehmen, Veränderungen   anzustreben, zu reformieren. Da lag er gar nicht so weit entfernt von Bürgermeister Niels Schmidt, der ebenfalls die Notwendigkeit des Wandels registrierte: "Die Welt verändert sich ständig und deshalb muss auch Politik sich ständig verändern, aber bitte mit Maß, unter Wahrung unseres verfassungsmäßigen Wertekanons und unter angemessener Berücksichtigung dessen was von der Breite der Bevölkerung erwartet wird. Politiker müssen nahe am Bürger sein, das heißt nicht nur bei der eigenen Klientel, sondern gerade auch bei Bevölkerungsgruppen, die einem nicht so nahe stehen."

Rund 200 Besucherinnen und Besucher spürten beim traditionellen Treffen einmal mehr das, was viele Politiker und Medien auch auf Bundesebene konstatieren: Ein "Weiter so" scheint nicht mehr angebracht. Stadtpräsident Kloevekorn warnte davor, es sich zu bequem zu machen und zu schnell zufrieden zu sein: "Wird es mit dem Festhalten am Bestehenden übertrieben, kann das zumindest langweilig wenn nicht gar schädlich sein. Es verhindert nämlich neue Impulse, neue Wege und damit letztendlich hemmt es den Fortschritt." Als Beispiel für mangelnden Erneuerungswillen  nannte er den Bau einer Ampel an der Industriestraße, statt den Mut aufzubringen, auf die eigene Erfahrungswelt statt auf einen Gutachter zu vertrauen und einen Kreisverkehr zu installieren.

Er forderte auf, sich nicht in "Alles gut"-Phrasen zu ergehen, sondernProbleme offen zu bennen. "Meiner festen Überzeugung nach ist das Aussprechen auch von unbequemen Meinungen extrem wichtig für die Demokratie. Denn wenn man das nicht tut, gewinnen die Radikalinskis", sagte er und wünschte sich hohe Beteiligung an der Kommunamwahl am 6. Mai.

Das wünschte sich auch der Bürgermeister. Und vor der Abstimmung sei es wichtig, sich ein fundiertes Bild in serösen Medien zu machen, statt Verzerrungen in bestimmten sozialen Medien unreflektiert zu teilen. "Die virtuelle, digitale Welt kann nicht die analoge Welt mit hinterfragen, differenzieren und echten menschlichen Kontakten ersetzen. Nur wenn ich jemandem in die Augen sehe, kann ich ein Gefühl dafür bekommen, ob mein Gegenüber glaubwürdig ist", so der Bürgermeister.

Licht und Schatten der aktuellen Lage benannte der Verwaltungschef:  "Positiv zu bewerten ist, dass wir auf dem Weg zurück zu geordneten Finanzen einen weiteren Schritt vorangekommen sind. Seit 2015 ist der Ergebnishaushalt wieder im Plus, 2017 schließt nach heutigem Stand sogar mit einem Plus von rund zwei Millionen Euro ab. Die soziale und Bildungsinfrastruktur konnte in 2017 auf ihrem hohen Niveau erhalten und teilweise sogar ausgebaut werden. Investitionen im Schulbau, bei der Feuerwehr und im Straßenbau konnten planmäßig realisiert werden. Und auch zum Stadthafen gab es eine positive Nachricht. Der Grundstücksverkauf für den Hotelneubau am Hafen wurde beschlossen, so dass die Realisierung des Projektes in 2018 begonnen werden kann. Sozialer Frieden und ein gutes Miteinander waren auch in 2017 prägende Merkmale unserer Stadt", beschrieb Niels Schmidt.

Aber er kehrte auch Rückschläge nicht unter den Teppich: "m Business-Park hätte ich gerne an einem ersten Spatenstich für die „Elb-Cubes“ teilgenommen. Neue Arbeitsplätze und Steuereinnahmen hätten unserer Stadt gut getan. Aber leider hat das Oberverwaltungsgericht Schleswig in einem Eilverfahren den vom Rat beschlossenen Bebauungsplan komplett und nicht teilweise und mit Auflagen außer Vollzug gesetzt, was ich bis heute nicht nachvollziehen kann.  Die Stadt hat jedenfalls Ihre Lehre aus der juristischen Niederlage im Eilverfahren gezogen, die Lärmkontingentierung überarbeitet und hierüber mit den Klägern sogar eine Einigung erzielt.  Allerdings stehen einer einvernehmlichen Erledigung der Klage noch weitere Forderungen der Klägerseite entgegen, die erheblich in die Planungshoheit der Stadt eingreifen. Die Gremien werden sich im Januar hierzu abschließend positionieren. Die Stadt wird dafür Sorge tragen müssen, dass Einzelinteressen kein Übergewicht im Verhältnis zum Interesse der Allgemeinheit bekommen. Gemeinwohl muss Vorrang haben."

Sowohl der Stadtpräsident als auch der Bürgermeister bedankten sich herzlich bei allen ehrenamtlich Aktiven in Wedel, die das Antlitz der Stadt menschlicher und sicherer machen. Zwei herausragende Vertreterinnen wurden dabei mit der Wedeler Ehrennadel ausghezeichnet:

Annegret Behrmann ist seit 2002 Vorstandsmitglied beim DRK Wedel. Hier übt sie seitdem das Amt der Gemeinschaftsleiterin aus. ln dieser Funktion ist sie zuständig für den umfangreichen Betrieb der DRK Begegnungsstätte mit 20 unterschiedlichen DRK-Gruppen, der Organisation der Kleiderkammer und für externe Veranstaltungen. Nachdem die inzwischen leider verstorbene stellvertretende Leiterin des DRK, Ursula Kissig, ihre umfangreichen Aufgaben krankheitsbedingt nicht mehr wahrnehmen konnte, hat Frau Behrmann diese Aufgaben größtenteils zusätzlich übernommen. Insbesondere das „Aushängeschild“ des Wedeler DRK, die DRK-Seminarreihen, liegen Annegret Behrmann am Herzen. Sie organisiert und leitet diese Veranstaltungen und konnte dadurch die große Lücke, die Frau Kissig hinterließ, schließen. Frau Behrmann ist nahezu täglich in der Begegnungsstätte. Ihr Engagement und ihre umfangreichen Kenntnisse über den Ortsverein machen sie für das DRK unverzichtbar.  Daneben war Frau Behrmann 16 Jahre für den Seniorenbeirat der Stadt Wedel tätig, davon acht Jahre als stellvertretende Vorsitzende.

Inge Petersen musste sich mit der Alkoholkrankheit eines Angehörigen auseinandersetzen. Zufällig bekam sie in dieser Zeit Kontakt zur Wedeler Guttempler — Gesprächsgruppe, die sie regelmäßig besuchte.1983 gehörte sie dann zu den Gründungsmitgliedern der Wedeler Guttempler — Gemeinschaft „Roland- Wedel“, in der sie von Anfang an für die Finanzen verantwortlich war. Sehr wichtig waren ihr aber auch die Hilfen für die Angehörigen von Suchtkranken. Mit diesen führte sie unzählige Einzel- und Gruppengespräche. Über 25 Jahre stand sie jeden Freitag Betroffenen in den Gesprächsgruppen zur Seite und ebenso lange nahm sie jeden Montag an den Gemeinschaftsabenden der Guttempler teil. 

Zu Ehrennadel dazu gab es auch je einen Blumenstrauß und die Anerkennung des Publikums durch kräftigen Applaus - und wedel.de gratuliert natürlich auch! (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 6.1.2018)

 

 

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