Schlichten statt richten: Wedel sucht stellvertretende Schiedsperson

Bewerbung für das Ehrenamt bis 31. März möglich. Schiedsfrau Ilona Fitschen steht mit Rat und Tat zur Seite.

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Die Stadt Wedel sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine stellvertretende Schiedsperson. Noch bis zum 31. März können sich…
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Mit Schiedsfrau Ilona Fitschen an der Seite kann die neue Schiedsperson mit guter Unterstützung in das Ehrenamt…

Eines der angesehensten Ehrenämter der Stadt Wedel ist frei und wartet auf Bewerberinnen und Bewerber. Zum nächstmöglichen Termin sucht die Stadt eine stellvertretende Schiedsperson, die die langjährige Schiedsfrau Ilona Fitschen bei ihrem Amt unterstützt. Durch die enge Zusammenarbeit mit Fitschen, die das Amt seit inzwischen rund drei Jahrzehnten ausübt, hat die neue stellvertretende Schiedsperson ideale Bedingungen um in das verantwortungsvolle Amt hineinzuwachsen.

„Schlichten statt richten“ lautet das Motto der Schiedspersonen, die in den meisten deutschen Bundesländern als feste Instanz die Gerichte schon im Vorfeld  entlasten, indem sie so zwischen den Beteiligten moderieren, dass im  Optimalfall einen tragfähigen Konsens aus eigener Kraft erreicht wird. Oft werden Schiedspersonen bei klassischen Nachbarschaftsstreitigkeiten zu Rate gezogen. Aber auch Schmerzensgeld- und sonstige Schadensersatzansprüche und Fälle leichter Körperverletzung, Hausfriedensbruch, Beleidigung oder Sachbeschädigung können von Schiedsleuten geschlichtet werden. Auf Basis der Schiedsordnung des Landes Schleswig-Holstein sowie des Schleswig-Holsteinischen Landesschlichtungsgesetzes (LSchliG) versuchen Schiedsleute unparteiisch und unabhängig, eine für beide Parteien akzeptable Lösung zu finden.

Schiedspersonen sind ehrenamtlich tätig und werden vom Rat der Stadt für die Dauer von 5 Jahren gewählt. Für dieses Ehrenamt können sich Bürgerinnen und Bürger aus Wedel bewerben, wenn sie mindestens 30 Jahre alt und nach ihrer Persönlichkeit und ihren Fähigkeiten für das Amt geeignet sind. Sie dürfen nicht unter Betreuung stehen und müssen die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter haben.

Als Organ der Rechtspflege muss die Schiedsperson stets unabhängig sein und sich neutral verhalten. Sie hat die Interessen aller Betroffenen zu beachten. Eine Anteilnahme an den zu verhandelnden Sachen, eine ausgeprägte Bereitschaft zum Zuhören sowie Freue und Geschick an und in der Verhandlungsführung sind weitere wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Tätigkeit.

Darüber hinaus sollte die Schiedsperson über die Fähigkeit verfügen, ein Schiedsamt zu organisieren, notwendige Formulare anzuwenden und sich diesbezüglich innerhalb des Schiedsamts regelmäßig fortzubilden. Daher ist die Teilnahme an fachgerechten Aus- und Fortbildungsmaßnahmen sowohl im Rahmen von Schiedsamtsseminaren als auch regional unerlässlich.

Kosten, die im Rahmen Ihrer Tätigkeiten als Schiedsperson entstehen, werden auf Grundlage der gesetzlichen Vorgaben übernommen.

Auf schriftliche Bewerbungen von Interessierten bis zum 31. März 2019 freut sich die Stadt Wedel. die Bewerbung ist zu richten an:

Stadt Wedel
Fachdienst Interner Dienstbetrieb
Rathausplatz 3-5
22880 Wedel

Bei Fragen steht Ihnen Frau Griehl im Rathaus, Zimmer 103, zur Verfügung.
Tel. 04103/707370, E-Mail: a.griehl(at)stadt.wedel.de 

Hintergrund Schiedswesen: 
Die Idee, Streitigkeiten durch Schlichtung beizulegen, ohne sogleich einen Richter zu bemühen, ist modern und hat dennoch Tradition. Die Institution der vorgerichtlichen Streitschlichtung durch Schiedsmänner und Schiedsfrauen wird am 13. Oktober 2007 schon 180 Jahre alt.

Bereits 1827 wurde das Schiedsmannswesen, beschränkt auf zivilrechtliche Streitigkeiten,  zunächst für die Provinz Preußen eingeführt. Streitigkeiten wegen Geldforderungen konnten nun dort durch Schiedsmänner geschlichtet werden. Da die Schiedsmänner in der Schlichtung sehr erfolgreich waren, hat sich das System der vorgerichtlichen Streitschlichtung durch Schiedsmänner und seit 1926 auch durch Schiedsfrauen bis auf den heutigen Tag erhalten. (15. März 2019, Stadt Wedel/Kamin)

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